Stadt sagt Nein zum Bergbau-Ampelmännchen – und löst Ärger und Frust in Eving aus

dzEvinger Ampelmännchen

In Mainz turnen die Mainzelmännchen bei Rot und Grün auf der Ampel herum, und in Duisburg schwingen Bergbaumännchen die Grubenlampe: Das sollen sie auch in Eving - doch die Stadt sagt: Nein.

Eving

, 15.06.2019 / Lesedauer: 3 min

In vielen Städten tummeln sie sich, die besonderen Ampelmännchen. Es gab schon den Ottifanten in Emden, die Mainzelmännchen in Mainz oder die Stadtmusikanten in Bremen. Die Bezirksvertretung Eving war sich einig: Da, wo bis 1987 die Zeche Minister Stein war und der Bergmann verschwand, da soll er nun wieder hin: zumindest auf die Ampeln der Kreuzung direkt vor der Haltestelle „Zeche Minister Stein“.

Stadt sagt Nein zum Bergbau-Ampelmännchen – und löst Ärger und Frust in Eving aus

Bezirksbürgermeister Oliver Stens (r.) und Wolfgang Wenzelmann mit einer Bergmann-Ampelfolie: Die hätten sie gerne hier an der Minister Stein. © Britta Linnhoff

Aber die Bezirksvertreter haben die Rechnung ohne die Stadtverwaltung gemacht: Zwar, so teilt man in dem Antwortschreiben an die Bezirksvertretung auf eine entsprechende Anfrage mit, seien die Gründe nachvollziehbar, „dennoch bestehen grundsätzliche und vor allem verkehrssicherheitstechnische Bedenken gegen jedwede Modifikation amtlicher Verkehrs- und Lichtzeichen“.

Stadt sagt Nein zum Bergbau-Ampelmännchen – und löst Ärger und Frust in Eving aus

Das ist das Schreiben der Stadt, das die Bezirksvertreter als Antwort auf ihren Antrag erhielten. © Britta Linnhoff

„Jetzt hat man einen Präzendenzfall geschaffen“

Warum die in Dortmund bestehen und anderswo offenbar nicht lässt Bezirksbürgermeister Oliver Stens wütend werden: „Wenn ich lese, man wolle keinen Präzedenzfall schaffen, dann kann ich nur sagen, jetzt haben sie einen geschaffen. Überall gibt es diese Ampelmännchen, nur Dortmund sieht sich dazu nicht im Stande.“ Und weiter: „Bei jeder Rede geht es darum, die Tradition aufrecht zu halten, und wenn es dann um Tradition geht, dann das.“ So gehe die Tradition verloren. Viel besser laufe es derzeit auch nicht, was die Sanierung des Bergmann-Denkmals angehe, schimpft Stens weiter. Auch hier gehe es nicht voran, obwohl viele Evinger tatkräftig Unterstützung angeboten hätten.

Auch Wolfgang Wenzelmann, Vorsitzender des IGBCE Ortsgruppe Eving, ist mehr als enttäuscht. 760 Mitglieder hat die Ortsgruppe, und die war als Industriegewerkschaft, in der das „B“ für Bergbau steht, natürlich sofort Feuer und Flamme. „Wir hätten auch Geld dabei getan wenn was fehlt“, sagt Wenzelmann.

„Eine Folie für die Ampel kostet rund 30 Euro“

Dabei, so sagt Stens, fehle es nicht an Geld, das stellt die Bezirksvertretung aus eigenen Mitteln. Der Bezirksbürgermeister: „So eine Folie kostet etwa 30 Euro“, sagt er. Er rechnet hoch: Wenn man die gesamte große Kreuzung vor dem Real damit bestücken würde, dann kommen wir – mit Arbeitslohn – vielleicht auf 2000 Euro.

Die Stadt sei, so schreibt sie weiter, nun mal „auch bei Abwandlung der Symbolik für ihre von den Grundsätzen abweichende Entscheidung in Haftung“. Und außerdem: Die Lichtzeichen, sprich Ampeln, müssten „in jedem Fall eindeutig erkennbar und begreifbar sein“. Warum das der Bergmann anderswo ist und in Eving nicht sein kann, bleibt offen.

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