Auch das Fußballmuseum bekommt die Einschläge der Corona-Pandemie zu spüren. © Oliver Schaper (Archiv)
Fußballmuseum im Minus

Stadt muss auch 2021 für Millionen-Verluste im Fußballmuseum aufkommen

Bereits im Corona-Jahr 2020 musste die Stadt Dortmund dem Deutschen Fußballmuseum mit einer Geldspritze über die Runden helfen. 2021 wird das nicht anders: Die Stadt muss erneut einspringen.

Wenig Kommentare, keine Aussprache: Dem Rat der Stadt Dortmund war die neuerliche Finanzspritze für das Fußballmuseum am Königswall keine großen Diskussionen mehr wert. Die Fraktion Linke+ lehnte ab. Und Michael Kauch, Fraktionschef von FDP/Bürgerliste, mahnte in einem kurzen Wortbeitrag: „Ab 2022 braucht das Fußballmuseum ein tragfähiges Geschäftsmodell.“

Bis dahin schreibt das Haus aber weiter rote Zahlen. Damit dürfte 2021 das dritte volle Geschäftsjahr in Folge werden, in dem das Fußballmuseum seit der Eröffnung 2015 ein Minus abwirft. 2019 betrug das Defizit rund 856.000 Euro. 2020 läuft es corona-bedingt auf ein Minus von 2,289 Millionen Euro heraus.

Zwar gibt es mit der Stadt Dortmund und dem DFB zwei Gesellschafter, die je zur Hälfte und in gleichem Umfang an der „Stiftung Deutsches Fußballmuseum gGmbH“ beteiligt sind. Die weitaus größte Finanzspritze aber muss die Stadt aufziehen: Der DFB steuert 250.000 Euro zum Verlustausgleich des vergangenen Jahres bei – die Stadt hingegen 2,039 Millionen Euro.

Regelung im Vertrag fällt der Stadt auf die Füße

Zurückzuführen ist das auf die umstrittenen Regelungen im Konsortialvertrag: Darin hat der DFB sein Risiko auf höchstens 250.000 Euro gedeckelt – für alles Weitere muss die Stadt aufkommen.

Auch das laufende Jahr, so viel zeichnet sich bereits ab, wird um keinen Deut besser: Der aktuelle Wirtschaftsplan des Museums prognostiziert für 2021 neue Verluste in Höhe von rund 2,302 Millionen Euro.

Es bleibt dabei: Während der DFB seinen Beitrag auf 250.000 Euro begrenzt, ist die Stadt mit 2,052 Millionen Euro im Spiel. Dabei bleibt abzuwarten, ob die Prognose aus dem Wirtschaftsplan auch am Jahresende Bestand hat.

Die Geschäftsführung der Stiftung und die beiden Gesellschafter haben sich bei der Verabschiedung des Wirtschaftsplans für ein „mittelschweres“ Szenario entschieden. Sie machen aber darauf aufmerksam, dass der Wirtschaftsplan in vielen Punkten „weiter eine erhebliche Unsicherheit“ aufweise.

Museum steuert auch selbst gegen das Defizit an

Natürlich kommt die angespannte Finanzlage nicht von ungefähr: Je länger die Türen corona-bedingt geschlossen bleiben, desto geringer die Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Dabei hat das Museum auch selbst gegengesteuert und seine Aufwendungen 2020 (unter anderem durch Kurzarbeit) um rund 800.000 Euro heruntergefahren.

Zudem hat es bei der NRW.Bank einen Überbrückungskredit von 775.000 Euro aufgenommen und 200.000 Euro Corona-Hilfen akquiriert. So konnte das Minus zwar nicht komplett wettgemacht, aber zumindest verringert werden. Auf die Hilfe der Stadt kann sich das Museum jedenfalls verlassen: Der Rat hat die gewünschte Finanzspritze fürs laufende Jahr mit großer Mehrheit beschlossen.

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Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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