Rund um den Flughafen Dortmund werden von Donetz Versorgungsleitungen verlegt. © Hans Blossey (Archiv)
Verlegung von Landeschwelle

Stadt Dortmund stimmt umstrittenen Landebahn-Plänen am Flughafen zu

Im Streit um die bessere Nutzbarkeit der Landebahn stellt sich die Stadt Dortmund auf die Seite des Flughafens. Sie unterstützt den Vorschlag für die Landeschwellen-Verlegung, hat aber Wünsche.

Die Start- und Landebahn des Dortmunder Flughafens ist 2000 Meter lang. Effektiv genutzt werden können davon bei Landungen aber nur 1700 Meter. Denn die Bahn wird durch eine sogenannte Landeschwelle um 300 Meter verkürzt.

Das will der Flughafen ändern. Er will die östliche Landeschwelle der Piste um 300 Meter in Richtung Unna verlegen. Einen Antrag dazu hat der Flughafen am 29. Mai 2020 bei der Bezirksregierung Münster als zuständiger Luftverkehrsbehörde gestellt – und damit eine heftige Diskussion ausgelöst.

Auch wenn die Start- und Landebahn baulich um keinen einzigen Meter verlängert wird, stößt das Vorhaben bei den Flughafen-Kritikern und im benachbarten Unna auf heftigen Widerstand. Denn weil die meisten Landungen wegen der vorherrschenden Windrichtung aus Richtung Osten kommen, würde eine Verlegung des Aufsetzpunktes bedeuten, dass die Maschinen über Unna und den Stadtteil Massen niedriger anfliegen können – und damit für mehr Lärm und Luftverwirbelungen sorgen.

Stadt und Kreis Unna haben deshalb bereits Widerspruch gegen die geplante Verlegung der Landeschwelle eingelegt. In Dortmund sieht man das anders. Hier unterstützt die Stadt das Vorhaben des eigenen Tochterunternehmens Flughafen Dortmund GmbH. Zumindest will die Verwaltungsspitze dem Rat der Stadt eine entsprechende Stellungnahme vorlegen, um die die Bezirksregierung die betroffenen Kommunen als „Träger öffentlicher Belange“ gebeten hat.

„Es geht nicht um mehr und größere Flugzeuge. Ziel ist, die Flugsicherheit weiter zu erhöhen“, begründete Umweltdezernent Ludger Wilde nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands am Dienstag (12.1.) die Zustimmung. Hintergrund für den Antrag des Flughafens seien kürzlich verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für Landungen an Flughäfen in Abhängigkeit gewisser Wetterlagen.

Stadt will zusätzliche Untersuchungen

„Durch die Maßnahme verlängert sich die verfügbare Strecke für die Landung bei nicht trockener Piste. Diese Veränderung dient der Fortsetzung der zugelassenen Verkehre bei Einhaltung der aktuell geltenden Vorschriften der flugbetrieblichen Sicherheit. Die Stadt Dortmund steht dem Anliegen des Flughafens Dortmund positiv gegenüber“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Trotzdem will die Stadt gegenüber der Bezirksregierung Münster zusätzliche Wünsche anmelden. Dazu gehören etwa ergänzende Untersuchungen zum Artenschutz, also zu den Auswirkungen des Vorhabens auf die Tier- und Pflanzenwelt und eine Bewertung des nötigen Ausgleichs für die Umweltauswirkungen.

Wenn der Rat die Einschätzung der Verwaltung teilt, soll die formelle Stellungnahme der Stadt an die Genehmigungsbehörde weitergeleitet werden.

Frage des Genehmigungsverfahrens

Das könnte dann nicht nur Auswirkungen auf die Frage haben, ob die Bezirksregierung die Landeschwellen-Verlegung befürwortet, sondern auch schon auf die Entscheidung über die Intensität des Prüfverfahrens. Denn noch ist offen, ob die Bezirksregierung ein einfaches und vergleichsweise kurzes Plangenehmigungsverfahren vorsieht oder ein aufwendigeres Planfeststellungsverfahren fordert.

Letztes würde etwa eine umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und ein aufwendiges Beteiligungsverfahren mit einem Erörterungstermin für alle, die von der Schwellenverlegung betroffen wären, erfordern und mehrere Jahre dauern. Ein Plangenehmigungsverfahren könnten in eineinhalb bis zwei Jahren abgeschlossen werden.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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