Stadt Dortmund plant Zukunft des Sonnensegels im Westfalenpark

dzNach teurer Sanierung

Wie soll das Sonnensegel im Westfalenpark nach der millionenschweren Sanierung genutzt werden? Über diese Frage wird seit Jahren gestritten. Jetzt gibt es einen neuen Vorschlag der Stadt.

Dortmund

, 12.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Millionen-Aufwand wird das Sonnensegel im Westfalenpark mit Hilfe der Wüstenrot-Stiftung zurzeit saniert. Möglichst noch in diesem Sommer sollen die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Bauwerk, die sich deutlich verzögert und auf fast 2,5 Millionen Euro verteuert haben, nach fast acht Jahren Sperrzeit beendet sein.

Höchste Zeit also, sich auch Gedanken über die künftige Nutzung zu machen.

Politik will weiter Veranstaltungen

Fest steht schon lange, das größere Konzerte oder abendliche Partys nicht mehr unter dem Sonnensegel stattfinden sollen - mit Rücksicht auf den Lärmschutz für die Anwohner des Parks.

Die anfängliche Idee der Parkleitung, den Bereich des Sonnensegels zu einer Art überdachten Spiellandschaft zu machen, stieß in der Politik aber auf wenig Begeisterung. Es müssten auf jeden Fall weiterhin Veranstaltungen ohne größere Lärmbelästigungen möglich sein, lautete die Forderung.

Dem Wunsch kommt die Verwaltung mit ihrem neuesten Vorschlag jetzt nach. Zuvor soll aber über die Sanierung des Sonnensegel-Tragwerks hinaus noch kräftig investiert werden, um das Umfeld neu zu gestalten. Der Rat soll darüber am 18. Juni entscheiden.

Vorgesehen ist, für rund 750.000 Euro die Platzfläche unter dem Segel barrierefrei auszubauen und eine kleine Bühnenfläche zu schaffen. Die Beleuchtung muss erneuert werden. Neu gebaut werden sollen für rund 200.000 Euro ein Kiosk und eine barrierefreie Toilettenanlage.

Wege und Umfeld werden neu gestaltet

Dazu kommt eine Neuordnung der Wege im Umfeld. Durch eine Verlegung des Hauptwegs nach Süden ergebe sich „eine größere Distanz zum Parkgeschehen“, die die Aufenthaltsqualität unter dem Sonnensegel erhöhe, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Insgesamt werden die Kosten auf 1 Million Euro beziffert.

Mit großem Aufwand wird die Tragkonstruktion des Sonnensegels saniert.

Mit großem Aufwand wird die Tragkonstruktion des Sonnensegels saniert. © Oliver Schaper

Der Entwurf für die Neugestaltung des Platzes unter dem Sonnensegel orientiere sich am historischen Vorbild der Entstehungszeit, heißt es in der Erläuterung der Stadt. Entstanden ist das hölzerne Bauwerk als Schauobjekt und Info-Punkt der Holzindustrie zur Gartenschau Euroflor 1969. „Das Sonnensegel soll wieder die Funktion einer ‚überdachten Wegekreuzung‘ übernehmen“, heißt es nun.

Nach dem neuen Gesamtkonzept für den Westfalenpark soll auch die Fläche zwischen Sonnensegel und Zentralplatz unter dem Motto „Wasser“ neu gestaltet werden. Die Rede ist von einer Wasser-Aktionsfläche mit Fontänen, Sprühnebel und Fließbereichen. „Damit wird das Sonnensegel auch unabhängig von Veranstaltungen im Park wieder eine größere Bedeutung einnehmen“, hoffen die Planer.

Chor-Auftritte und Gottesdienste sind möglich

Das Sonnensegel, das durch „die offene und frei zugängliche neue Bauform eine freundlichere und hellere Atmosphäre“ bekomme, könne als Aufenthalts- und Sitzbereich mit Schutz gegen Regen oder zu viel Sonnenschein ebenso dienen wie als Treffpunkt zu den verschiedensten Anlässen, heißt es.

Zur Arena für eine Wahl-Diskussion machte unser Medienhaus das Sonnensegel 1999. Solche Veranstaltungen sollen auch künftig möglich sein.

Zur Arena für eine Wahl-Diskussion machte unser Medienhaus das Sonnensegel 1999. Solche Veranstaltungen sollen auch künftig möglich sein. © Archiv

„Das Sonnensegel steht für Veranstaltungen des Parks, aber auch für Angebote der Partner im Park zur Verfügung - sei es bei der Mai-Kundgebung, für Gottesdienste oder Chor-Auftritte“, erklären die Park-Planer. „Eintrittspflichtige Konzerte oder Partys unter dem Sonnensegel wird es künftig aus Gründen des Schallschutzes und wegen der sehr personal- und kostenintensiven Auflagen nicht mehr geben.“

Mit der Fertigstellung der Maßnahmen wird Anfang 2022 gerechnet, kündigt die Stadt an.

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