Die Bewohner der Seniorenresidenz im Dortmund Süden sind beunruhigt. © Foto: Oliver Schaper
Coronavirus

Stadt Dortmund: Mobile Impfungen in Seniorenheimen sind denkbar

Heftige Diskussionen hat die „Zweiklassen-Gesellschaft“ in Seniorenheimen bei Corona-Impfungen ausgelöst. Die Stadt Dortmund hat dazu nun noch einmal Stellung bezogen.

Der Ärger ist groß in vielen Seniorenheimen. Bewohner von reinen Pflegestationen wurden vor Ort gegen das Coronavirus geimpft, über 80-jährige Heimbewohner in normalen Wohnbereichen dagegen nicht. Sie sollen, so heißt es, sich Termine im Impfzentrum auf Phoenix-West besorgen.

Von einer „Zweiklassen-Gesellschaft“ in den Heimen ist die Rede. Manche Seniorenheime wie das Augustinum in Kirchhörde bleiben bislang ganz außen vor, weil die Bewohnerinnen und Bewohner dort in eigenen Wohnungen leben.

Wie zuletzt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann verteidigte nun auch die Stadt Dortmund in der Pressekonferenz nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands noch einmal die Ungleichbehandlung. Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner verwies dazu auf Vorgaben von Bund und Land.

Danach gebe es innerhalb der ersten Prioritätsstufe mit allen Menschen über 80 Jahren sowie Mitarbeitern von Pflege- und Rettungsdiensten verschiedene Kontingente. Eines seien Pflegebedürftige in vollstationärer Pflege. „Die Kontingente sind aber nicht austauschbar“, sagte Birgit Zoerner. Für über 80-Jährige außerhalb von Pflegestationen seien noch keine mobilen Impfungen vorgesehen. Der Grund sei die noch relativ geringe Menge an Impfstoff, deren Verteilung stark reglementiert sei.

Kritik an Landesregierung

„Der Wunsch der Altenheimbewohner ist verständlich“, sagte Zoerner. Aber für sie seien Impfungen vor Ort noch nicht vorgesehen. „Für sie gibt es den Impfstoff nur in den Impfzentren. Das ist in allen Städten so“, betonte die Dezernentin.

Zur Verwirrung beigetragen haben aber wohl auch einige Kommunikationspannen. So sei das Augustinum ohne Rücksprache mit der Stadtverwaltung wegen Impf-Bestellungen angeschrieben worden, obwohl es dort keine vollstationäre Pflege gibt. Die Stadt habe die bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) aufgegebene Bestellung dann storniert.

Grundsätzlich gilt: Wer nicht stationär gepflegt wird, muss sich um einen Termin im Impfzentrum auf Phoenix-West bemühen, das nach Angaben von Zoerner aber schon bis Mitte April ausgebucht ist – falls nicht zusätzlicher Impfstoff ankommt.

Immerhin: Ausschließen, dass auch Heimbewohner ohne stationäre Pflege wie im Augustinum vor Ort durch mobile Impfteams geimpft werden, will Birgit Zoerner nicht. „Voraussetzung ist, dass genügend Impfstoff da ist und und die KVWL das Personal zur Verfügung stellt.“ Das werde noch einige Zeit brauchen. Zoerner: „Es ist sinnvoller den Impfstoff zu den Menschen zu bringen und nicht die Menschen zum Impfstoff.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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