Der Löwenhof an der Hansastraße steht seit Jahren leer. Nun gibt es endlich neue Pläne. © Gregor Beushausen
Früheres VHS-Gebäude

Stadt Dortmund hat große Pläne für den Löwenhof – und dessen Nachbarn

Wegen statischer Mängel musste die Volkshochschule ihr Domizil im Löwenhof 2015/2016 räumen. Seitdem steht das markante Gebäude an der Hansastraße leer. Doch im Hintergrund hat sich jetzt etwas getan.

Es war ein herber Schlag ins Kontor. Bei einer Brandschutzsanierung 2015 hatte sich herausgestallt, dass der Löwenhof erhebliche statische Probleme aufweist. Diverse Untersuchungen und Kernbohrungen brachten ans Licht, dass ein Teil der Betondecken nicht ausreichend mit Eisenträgern gesichert waren. Auch die Betongüte ließ stellenweise zu wünschen übrig.

Schnell war klar: Als Seminargebäude für die Volkshochschule (VHS) war der 1912 bis 1913 erbaute Löwenhof nicht mehr zu nutzen. Die VHS musste die markante Immobilie räumen. Prompt stand die Stadt vor der Frage: Was tun?

Den Löwenhof doch wieder für eine VHS-Nutzung sanieren? Mit Blick auf die zu erwartenden Kosten jenseits von 30 Millionen Euro eher nicht. Auch ein Abriss oder ein Verkauf standen zwischenzeitlich im Raum, wurden aber schnell verworfen. Selbst eine Nutzung als Wohnraum kam nicht infrage.

Am Ende entschied sich die Verwaltung für eine andere Lösung: Der Löwenhof bleibt im Besitz der Stadt. Das Gebäude wird saniert und später als Büroraum für städtische Ämter genutzt. Das funktioniere, hieß es in einer Machbarkeitsstudie. Vor allem deshalb, weil die statischen Anforderungen an eine Büronutzung weniger hoch sind als für VHS-Veranstaltungen mit viel Publikumsverkehr. Das war 2018.

Auch die Ladenzeile gehört jetzt der Stadt

Dabei hatte die Stadt schon damals die gesamte Gebäudefront entlang der Hansastraße bis zur Lütge Brückstraße ins Blickfeld genommen. Die Stadtspitzen hofften, eine Chance für die Neuplanung des kompletten Bereichs zu bekommen.

Die Hoffnung ist vor Kurzem in Erfüllung gegangen: Nach langen Verhandlungen mit dem Nachbareigentümer, der Firma Derwald, hat die Stadt jetzt die gesamte Ladenzeile bis zur Einmündung Lütge Brückstraße übernommen.

Die Ladenzeile an der Hansastraße neben dem Löwenhof soll einem oder mehreren Neubauten weichen.
Die Ladenzeile an der Hansastraße neben dem Löwenhof soll einem oder mehreren Neubauten weichen. © Gregor Beushausen © Gregor Beushausen

Das bestätigt Liegenschaftsdezernent und Stadtdirektor Jörg Stüdemann auf Anfrage. „Es handelt sich um drei Grundstücke, die nun in die Konzeptionen eingearbeitet werden“, sagt Stüdemann. Mit der Sanierung des denkmalgeschützten Löwenhofs und dem möglichen Abriss des angebauten Stahlhauses soll auch die benachbarte Ladenzeile in Angriff genommen werden.

Sie könnte abgerissen und durch einen oder mehrere attraktive Neubauten ersetzt werden. „Wir möchten den Bereich überplanen und neu projektieren“, bestätigt Stüdemann.

Aktuell sind die Läden an Gewerbetreibende vermietet. Unter anderem gibt es dort einen Friseur, ein Fotostudio und einen Lottoladen – aber auch Leerstand. Das weiß natürlich auch Liegenschaftsdezerent Stüdemann. Seine Botschaft an die Gewerbetreibenden: keine Aufregung! „Wir sind mit unseren Mietern immer verantwortungsvoll umgegangen und werden das auch an dieser Stelle tun.“ Man werde gemeinsam Lösungen finden, verspricht Stüdemann.

Erste Entwürfe in „zwei bis drei Jahren“

Es sei auch keineswegs ausgeschlossen, dass der ein oder andere Mieter zurückkehre und sein Geschäft im Neubau betreibe. Platz genug dürfte vorhanden sein: Wie Stüdemann deutlich machte, kann die künftige Bebauung höher ausfallen als der aktuell eingeschossige Flachbau vermuten lässt.

Zudem hat Stüdemann hat eine weitere Botschaft an die Gewerbetreibenden: Vorerst tut sich nichts. Das Projekt braucht Zeit. In etwa „zwei bis drei Jahren“ soll eine erste Entwurfsplanung für die untere Hansastraße vorgelegt werden. Bis sich in der Folge eine Detailplanung (beziehungsweise Ausführungsplanung) anschließt und die politischen Beschlüsse eingeholt sind, zieht weitere Zeit ins Land. „Der Abriss“, sagt Stüdemann, „dürfte frühestens in vier bis fünf Jahren starten.“

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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