Spielplätze in Corona-Krise online buchen - ein realistisches Konzept?

Coronavirus

In vielen Familien breitet sich Lagerkoller aus. Die Dortmunder Grünen wollen Spielplätze wieder nutzbar machen - mit einem Online-Buchungssystem. So steht die Stadtverwaltung zum Thema.

Dortmund

, 18.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Spielplatz im Westpark ist einer von vielen, die aktuell mit Flatterband abgesperrt sind.

Der Spielplatz im Westpark ist einer von vielen, die aktuell mit Flatterband abgesperrt sind. © Kevin Kindel

Seit einem Monat sind alle Spiel- und Sportplätze in Nordrhein-Westfalen geschlossen. „Familien mit Kindern und ohne eigenem Garten sind von den Corona-Einschränkungen besonders betroffen“, heißt es jetzt von den Dortmunder Grünen.

Weil sich die Kinder nicht ausreichend austoben könnten, gebe es für die Familien „massive Probleme“. Die Spielplatzsperrung stelle ein soziales Problem dar, das besonders einkommensschwache Familien in kleinen Wohnungen treffe - und das immer größer werde, je länger die Maßnahme aufrecht erhalten bleibt. „Das kann auf Dauer zu einer massiven Belastung mit gravierenden Auswirkungen insbesondere für die Kinder werden“, so die Grünen.

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„Deshalb müssen wir überlegen, wie man kontrolliert und unter Einhaltung bestimmter Regeln einige Spielplätze wieder öffnen kann“, sagt Ulla Hawighorst, die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Partei.

In Düsseldorf denke man darüber nach, Spielplätze nach einem Buchungs- und Belegsystem freizugeben. Über einen städtischen Online-Kalender könnten Familien Zeiträume für sich buchen.

„Die Öffnung ist vorerst nicht möglich“

„Dabei gibt es mit Sicherheit noch einige Fragezeichen“, so Britta Gövert aus dem Ausschuss für städtische Kitas: „Aber besondere Situationen erfordern auch besondere Überlegungen und Umsetzungen.“ Sie fordert die Stadt Dortmund auf, zu prüfen, ob und wie so ein Buchungssystem umgesetzt werden könnte.

Auf Anfrage unserer Redaktion äußert sich die Stadtverwaltung zu der Anfrage. „Solange der Erlass des Ministeriums gültig ist und es keine Lockerungen gibt, ist die Öffnung vorerst nicht möglich“, sagt Sprecherin Katrin Pinetzki deutlich: „Auch nicht teil- oder zeitweise.“

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Ein Online-Reservierungssystem müsste erst programmiert werden. Und es müsste gewährleistet sein, dass der Zugang zu den Spielplätzen vor Ort nur den im Online-System erfassten Personen ermöglicht wird. „Dies hätte bei 366 städtischen Kinderspielplätzen, Bolzplätzen und Fun- und Trendsportflächen einen großen logistischen und vor allem personellen Aufwand zur Folge“, so Pinetzki.

Da die Grünen diesen Antrag in die politischen Gremien einbringen wollen, werde die Politik prüfen und darüber diskutieren, ob sie dies will, sagt die Verwaltungssprecherin: „Das ist eine politische Entscheidung, der die Verwaltung dann folgt.“

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