So viele Arbeitsplätze gehen in Dortmund verloren - und das passiert mit den Filialen

dzSport Voswinkel-Sanierung

Die Sporthandelskette Sport-Voswinkel verkleinert sich. Laut Sanierungsplan gehen auch Arbeitsplätze in Dortmund verloren. Doch es gibt auch eine gute Nachricht.

Dortmund

, 29.07.2019 / Lesedauer: 3 min

In der Dortmunder Zentrale der deutschlandweit agierenden Sporthandelskette Voswinkel ist eine umfangreiche Reorganisation geplant. Das ist Teil des Schrumpfungsprozesses, den das Unternehmen bereits im Frühjahr eingeleitet hat, um die Sporthandelskette vor der drohenden Pleite zu retten.

Inzwischen ist klar, welche konkreten Auswirkungen die Pläne für Dortmund haben werden. Das teilt Voswinkel auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Von der Straffung der Verwaltung in Dortmund seien 16 Arbeitsplätze betroffen, sagt Sprecher Veith Mathauer. Die Kündigungsfristen endeten spätestens am 31. Oktober. Auch das Warenverteilzentrum in Bochum wird verkleinert.

Von den 72 Filialen sollen 22 geschlossen werden, 21 davon ebenfalls bereits zum 31. Oktober. Die gute Nachricht: Die beiden Filialen in Dortmund – im Indupark und in der Thier-Galerie – sind nicht betroffen.

Geschäftsführung ist zuversichtlich

„Die Schließung der Filialen und den Wegfall von Arbeitsplätzen bedauern wir außerordentlich. Aber wir müssen diesen Schritt gehen, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen und es zu erhalten“, sagte am Montag (29.7.) Geschäftsführer Marcus Neul. Und: „Ich bin zuversichtlich, dass wir nach der Sanierung, also ab Ende Oktober, wieder erfolgreich agieren können.“

Die finanzielle Schieflage ist seit dem Frühjahr bekannt. Seit dem 24. April befand sich das Unternehmen in einem sogenannten Schutzschirmverfahren und kann den Geschäftsbetrieb fortführen. Das Schutzschirmverfahren ist eine Sonderform des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Es steht nur Unternehmen offen, die Aussicht auf eine Sanierung haben.

Fortführung des Unternehmens in Eigenverwaltung

Das Dortmunder Amtsgericht hat auf Antrag der Geschäftsführung am 25. Juli die Fortführung des Unternehmens in Eigenverwaltung angeordnet. Damit verläuft die Sanierung nach Plan.

Die Geschäftsführung hat angekündigt, den Sanierungsplan, der den Erhalt des Unternehmens und des Großteils der Filialen vorsieht, beim Dortmunder Amtsgericht einzureichen. Insgesamt sind 275 Arbeitsplätze betroffen. Neun ebenfalls zur Schließung vorgesehene Filialen könne Voswinkel nach erfolgreichen Verhandlungen mit den Vermietern fortführen, heißt es.

Sozialplan vereinbart

Die Geschäftsführung hat mit dem Betriebsrat einen Interessensausgleich und einen Sozialplan vereinbart und am Wochenende die Mitarbeiter über die Lage informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter von Sport Voswinkel werden ab dem 25. Juli, mit Eröffnung des Verfahrens, wieder vom Unternehmen gezahlt. Davor hatte die Bundesagentur für Arbeit für einen Zeitraum von drei Monaten (bis einschließlich 24. Juli) die Löhne und Gehälter durch das Insolvenzgeld ersetzt.

Diese Filialen werden geschlossen:

Zum 31. Oktober 2019 beendet Sport-Voswinkel die Mietverträge für die Filialen in Baunatal (Ratio-Land), Berlin (Schultheiss Quartier und Gesundbrunnen-Center), Bielefeld, Cuxhaven, Dietzenbach, Duisburg (Königsgalerie), Düsseldorf (Bilk-Arkaden), Hagen (Elberfelder Straße), Hamburg (Hamburger Meile), Hannover, Hildesheim, Koblenz, Köln (Arcaden), Lübeck, Münster, Oldenburg, Recklinghausen, Stuttgart (Gerber und Milaneo) und Wiesbaden. Der Mietvertrag der Filiale in Wuppertal (Alte Freiheit 9) wird zum 31. März 2020 beendet.
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