Filialen vorsorglich geschlossen: Lange Schlange vor der Sparkassen-Hauptstelle in Dortmund

dzCoronavirus

Zum Schutz vorm Coronavirus hat die Dortmunder Sparkasse die meisten Filialen geschlossen. Das führte in der City am Freitag zu Wartezeiten. Die Sparkasse gibt Tipps.

von Rebekka Antonia Wölky, Marie Ahlers

Dortmund

, 20.03.2020, 19:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sparkasse hatte am Donnerstag (19.3.) angekündigt, aufgrund des Coronavirus Beratungszentren und Schließfachbereiche in fast allen Dortmunder Filialen vorübergehend zu schließen. Vor der einzigen noch geöffneten Filiale, der Hauptstelle am Freistuhl, bildete sich am Freitag eine lange Schlange.

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Vor dem Eingang stehen bei unserem Besuch vor Ort am Freitagmittag rund 50 Menschen. Außerdem zwei Sicherheitskräfte, die den Zutritt zur Filiale regeln. Bedeutet: Sie entschuldigen sich bei Kunden, die sofort eintreten wollen - und schicken sie ans hintere Ende der hufeisenförmig quer über die Katharinenstraße und bis zur Kreuzung mit der Kampstraße verlaufenden Warteschlange. Mit ausreichendem Abstand zum Vordermann.

Sicherheitsabstand wird nur teilweise eingehalten

„Ich stehe hier seit einer Dreiviertelstunde“, berichtet eine ältere Frau. Seit dem Morgen sei sie unterwegs, die Sparkasse in Huckarde, zu der sie sonst gehe, sei geschlossen. Sie wolle Bargeld abholen, habe aber ihre PIN nicht mehr.

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Einige Personen in der Schlange weiter hinten gibt eine andere Frau an, seit einer halben Stunde zu warten, in diesem Fall auf ein Beratungsgespräch.

Wieder andere Kunden halten Überweisungsträger in der Hand.

Für alle gilt: Sie müssen sich auf Wartezeiten einstellen. Immerhin wahren die meisten Wartenden einen ausreichenden Sicherheitsabstand, sodass die Schlange auf den ersten Blick länger wirkt. Weiter hinten, auf der Kampstraße stehen die Menschen dann aber doch sehr eng und halten den empfohlenen Abstand von mehreren Metern nicht ein.

SB-Bereiche bleiben wie gewohnt geöffnet

Die Sparkasse habe mit dem Andrang gerechnet, sagt Sprechern Sophie Donat im Gespräch mit unserer Redaktion. Vieles lasse sich zwar online erledigen. Aber eben nicht alles. Die Zahl der Kunden, die an diesem Freitag die Hauptstelle aufsuchten, halte sich im Rahmen dessen, womit man gerechnet habe.

Die Kunden werden nacheinander in die Geschäftsräume gelassen, damit diese nicht zu voll werden und auch hier der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann.

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Um die Schlange zu verkürzen, geht am Mittag bei unserem Besuch zudem ein Mitarbeiter der Sparkasse an der Schlange entlang und versucht, die Situation zu entzerren. Er trägt schwarze Einweghandschuhe und nimmt Überweisungsträger entgegen, sodass Kunden nicht weiter warten müssen. Den meisten Wartenden muss aber auch er sagen, dass sie warten müssen, bis sie an der Reihe sind.

Wer keinen Zugang zu Online-Banking hat, für den scheint der Gang zur Filiale oft die einzige Möglichkeit, um Bankgeschäfte zu erledigten. Sprecherin Donat hat jedoch Tipps, wie man Überweisungen und Co offline erledigen kann - ohne zur Bank zu müssen:

  • Per Telefonbanking: Wer eine entsprechende Telefon-PIN hat, kann seinen Kontostand und die Umsätze telefonisch abrufen. Auch Überweisungen sind beim Telefonbanking möglich.
  • Rechnungen werden häufig mit einem Überweisungsschein geliefert. Bankkunden können den einfach ausfüllen und eine Vertrauensperson bitten, ihn bei der Bank abzugeben. Im Zweifelsfall können Sie ihn auch in den Briefkasten an einer der geschlossenen Filialen werfen - davon rät Sophie Donat aber eher ab, da es schon vorgekommen ist, dass diese Briefkästen aufgebrochen wurden.
  • Wer einer anderen Person eine Kontovollmacht ausgestellt hat, kann diese auch bitten, Überweisungen oder Umbuchungen für einen zu erledigen. So können Personen, die nicht zur Risikogruppe gehören, diese Dinge beispielsweise für ihre Eltern oder Großeltern übernehmen.

Die Hauptstelle der Sparkasse öffnet montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr. Die SB-Bereiche bleiben hier und in allen anderen Filialen aber wie gewohnt geöffnet. Für Schließfächer gilt: Wer wirklich dringend an seine Unterlagen muss, bekommt dazu in der nächsten Woche Gelegenheit.

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