Spannung im Stadtbezirk Lütgendortmund: Wer wird Bezirksbürgermeister?

dzKommunalwahl 2020

Nach einem aufregenden Wahlabend bleibt es im Stadtbezirk Lütgendortmund weiterhin spannend. Denn allein die Frage, wer hier Bezirksbürgermeister wird, ist noch lange nicht beantwortet.

Lütgendortmund

, 14.09.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die CDU und die SPD mussten ordentlich Federn lassen, die Grünen holen fast zehn Prozent mehr als 2014, FDP und Die Partei ziehen neu in die Bezirksvertretung (BV) ein: Die Kommunalwahl 2020 hat auch im Stadtbezirk Lütgendortmund gleichermaßen Frust und Freude ausgelöst.

Doch ob euphorisch oder enttäuscht: Die drei großen Parteien geben sich am Montag (14.9.) mit Blick auf zukünftige Allianzen und die Wahl des Bezirksbürgermeisters bedeckt. Tatsächlich sind hier aufgrund der Sitzverteilung einige Varianten möglich.

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Ob SPD, CDU oder Grüne – ihre Vertreter verweisen unisono auf Gespräche, die man in den nächsten Tagen führen müsse. Für die SPD (33,89 Prozent) steht aber fest: „Wir wollen als stärkste Fraktion wieder den Bezirksbürgermeister stellen“, sagt Fraktionssprecher Andreas Lieven auf Anfrage dieser Redaktion.

Die SPD-Stadtbezirksvorsitzende Carla Neumann-Lieven (r.) richtete eine kleine Wahlparty im heimischen Garten aus.

Die SPD-Stadtbezirksvorsitzende Carla Neumann-Lieven (r.) richtete eine kleine Wahlparty im heimischen Garten aus. © Uwe von Schirp

SPD braucht Unterstützung

Da die SPD wegen eines Verlusts von 9,7 Prozentpunkten nur noch sieben Sitze (aktuell neun) haben wird, braucht sie einiges an Unterstützung, damit Heiko Brankamp eine weitere Legislaturperiode als Bezirksbürgermeister anhängen kann.

„Gesprochen haben wir dazu bislang mit keiner Partei“, sagt die SPD-Stadtbezirks-Vorsitzende Carla Neumann-Lieven. „Wir müssen in Gesprächen ausloten, was im Sinn des Stadbezirks am besten ist“, ergänzt Brankamp selbst, den wir in Österreich erreicht haben.

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Das wollen auch die Grünen (22,69 Prozent /+ 8,7 Prozentpunkte) und die CDU (20,83 Prozent/ - 3,4 Prozentpunkte), die jeweils vier BV-Sitze holen. Grünen-Spitzenkandidatin Julia Kowal ist happy und gleichzeitig etwas enttäuscht. „Wir sind prozentual stärker als die CDU, haben aber die gleiche Anzahl an Sitzen.“

„Werde mich nicht wegducken“

Die Ämterverteilung sei im Vorfeld der Wahl bei den Lütgendortmunder Grünen noch kein Thema gewesen, sagt die 34-Jährige. Am Wahlabend habe man dann angefangen, ein wenig zu träumen. Denn je nach Allianzen oder Koalitionen ist eine grüne und junge Bezirksbürgermeisterin nicht unrealistisch.

Michael Zechner ist neues CDU-Mitglied in der Bezirksvertretung Lütgendortmund. Zechner erlebte den Wahlabend mit den Ratskdandidatinnen Annette Becker (l.) und Sabine Rollwagen im Haus Overkamp.

Michael Zechner ist neues CDU-Mitglied in der Bezirksvertretung Lütgendortmund. Zechner erlebte den Wahlabend mit den Ratskdandidatinnen Annette Becker (l.) und Sabine Rollwagen im Haus Overkamp. © Uwe von Schirp

„Sollte sich die Möglichkeit auftun, werde ich mich nicht wegducken“, sagt Julia Kowal. Aber auch die dreifache Mutter verweist auf Gespräche – innerhalb der Gesamtpartei und mit möglichen Partnern. Generell freue man sich erstmal, dass man viele Wähler von den Ideen der Grünen überzeugt habe.

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„Alles ungelegte Eier“

Die CDU-Vize-Bezirksbürgermeisterin Karin Neumann gibt sich verschlossen. Ob sie Bezirksbürgermeisterin werden möchte? „Man würde gerne alles werden, sonst hätte man ja nicht kandidiert“, erwidert sie vielsagend. Doch das seien alles „ungelegte Eier, es sei nicht fair, sich zu diesem Zeitpunkt dazu zu äußern.“

Die BV Lütgendortmund komplettieren „Die Partei“, die FDP, die Linke und die AfD mit je einem Sitz.

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