Sorge um Stau und Parkplatz-Ärger vor der SOS-Kita an der Kronprinzenstraße

dzSOS-Kinderdorf

Im September soll die Kita an der Kronprinzenstraße öffnen. Bezirksvertreter befürchten Stau, wenn die Kinder mit dem Auto gebracht werden. Die Bedenken teilt die Einrichtungsleiterin nicht.

Kaiserstraßenviertel

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Am SOS-Kinderdorf in der Kronprinzenstraße 89-93 wird schwer gerarbeitet. Anfang September soll die Kita SOS-Kita Krönchen den Betrieb aufnehmen. Starten wird die Einrichtung mit 51 Plätzen in drei Gruppen für Kinder von den ersten Lebensmonaten bis zum Grundschulalter. Innerhalb des nächsten Kitajahres wird die Kapazität der Kindestagesstätte dann auf 58 Betreuungsplätze ausgebaut.

Die FDP/KE-Fraktion in der Innenstadt-Ost wollte am Mittwochmorgen (3. Juli) wissen, was das für die Parksituation in der Kronprinzenstraße bedeuten könnte. Bezirksvertreter der SPD hatten sich dem Termin angeschlossen. Die Befürchtung: Durch Eltern, die ihre Kinder zur Kita bringen, steigt die Verkehrsbelastung auf der vielbefahrenen Straße weiter.

Die meisten Familien wohnen im Stadtteil

Diese Bedenken teilt Gabriele Polle, Einrichtungsleiterin des SOS-Kinderdorfes, nicht: „Von den 51 Kindern, mit denen wir starten, kommen 42 Prozent aus der Kronprinzenstraße und über 70 Prozent aus dem näheren Umfeld, also in einem Umkreis von höchstens einem Kilometer.“

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Nur 13 Familien würden mehr als einen Kilometer entfernt wohnen. Nur eine Familie lebt mehr als fünf Kilometer weit weg. „Unser Bestreben ist, dass wir für diesen Stadtteil ein Kita-Angebot liefern", sagte sie. „Deshalb kommen viele Familien aus dem Viertel.“

Vor dem Gebäude sollen neun Parkplätze entstehen. Außerdem wird auf einer Sperrfläche auf der Straße das kurzzeitige Parken möglich sein. Man gehe aber davon aus, dass ein Großteil der Eltern mit dem Fahrrad oder zu Fuß kommt und werde auch tatkräftig dafür werben. „Beim Parken werden wir also nicht den großen Ansturm haben", sagte Polle.

Viele Kita-Anfragen wurden abgelehnt

Den Ansturm gab es hingegen auf die Kita-Plätze. „Wir hatten so viele Anfragen. Wir konnten die Nachfrage gar nicht bedienen", sagte Polle. Und auch das Begenungszentrum rufe schon Interesse hervor. Erste Anfragen von Menschen, die einen Joga-Kurs für ältere Menschen oder eine Bridge-Gruppe anbieten möchten, gebe es schon, so Polle.

Vor der Eröffnung des Begegnungszentrums im August 2019 sollen sechs Kinder mit ihrer Kinderdorfmutter und ihrem Mann einziehen. Die Mädchen und Jungen zwischen drei und sieben Jahren werden dann langfristig als SOS-Kinderdorffamilie im Kaiserstraßenviertel leben.

Sorge um Stau und Parkplatz-Ärger vor der SOS-Kita an der Kronprinzenstraße

Noch ist das Gelände des SOS-Kinderdorfes an der Kronprinzenstraße eine Baustelle. Anfang Juni konnte aber bereits eine Klärungsgruppe mit sechs Kindern einziehen. © Lukas Wittland

Eine Klärungsgruppe wohnt bereits seit dem 1. Juni auf dem Gelände. In dieser Gruppe werden Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren betreut, die ihre Familie aufgrund einer akuten Krise verlassen mussten. Wegen der vielen Kinder, die in dem Gebäude leben und in der Kita täglich ein- und ausgehen, würde sich Polle einen Zebrastreifen vor dem Gebäude wünschen, damit sie sicher die Straße queren können.

„Ein sicherer Übergang ist wichtig“

Das wünscht sich auch Vanessa Overthun. Sie wohnt mit ihren zwei Kindern direkt gegenüber des SOS-Geländes. Ihre jüngste Tochter Lotta wird ab September in die Kita gehen. „Es wird hier so unübersichtlich geparkt“, sagte die Mutter. „Ein Zebrastreifen ist wichtig, damit die Kinder einen sicheren Weg über die Straße haben.“ Auch mit Hinblick auf ältere Menschen, die mit ihren Rolatoren zum zukünftigen Begegnungszentrum unterwegs sind, sei ein sicherer Übergang wichtig.

Auch Tobias Klein-Endebrock, Bezirksvertreter der FDP/KE-Fraktion, hält das für sinnvoll. Ein Problem sei auch, dass in der Kronprinzenstraße zu schnell gefahren werde. „Ein Zebrastreifen kann dazu beitragen, dass die Leute achtsamer fahren“, sagt er. Schon vor einem Jahr hätte seine Fraktion einen Antrag gestellt. „Der wurde von der Verwaltung aber mit der Begründung abgelehnt, dass zu wenig Personen auf der Straße unterwegs seien.“

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