Sorge um eines der einst schönsten Bachtäler des Ruhrgebiets

dzNaturschutz

Der Lütgendortmunder Vogelkundler Felix Ostermann macht besorgniserregende Beobachtungen in einem der einst schönsten Bachtäler des Ruhrgebiets. In seinem Gastbeitrag gibt er auch einen Tipp:

Lütgendortmund

, 20.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kleine Bachläufe mit zahlreichen Quellen, sumpfigen Wiesen und die größte Schilf-Röhrichtfläche auf dem 21 Hektar großen Dortmunder Gebiet dieses städtübergreifenden Naturreservats im Dortmunder Westen prägten lange ein idyllisches Landschaftsbild. Noch vor einigen Jahren wurde das insgesamt rund 50 Hektar große Naturschutzgebiet Ölbachtal zwischen Lütgendortmund, Bövinghausen und Bochum-Harpen/Gerthe als eines der schönsten und ökologisch wertvollsten Bachtäler im Ruhrgebiet bezeichnet.

Ein stadtverbindender und weitläufig zusammengefasster Lebensraum für rund 50 standorttreue Brutvogelarten sowie 8 Amphibien-/Reptilienarten, 26 Säugetierarten und bemerkenswerte Libellen-und Schmetterlingsarten. Ebenso bemerkenswert rund 260 zum Teil seltene Pflanzenarten. Für den Besucher von hervorragendem Naherholungswert, für Naturliebhaber, Vogelkundler und Botaniker ein außerordentliches Beobachtungsgebiet.

Tümpel und Teiche sind zum Teil ausgetrocknet

Doch in letzter Zeit haben sich fast das gesamte Umfeld und die auf Dortmunder Gebiet gelegene, als Naturjuwel angesehene Talaue leider äußerst nachteilig verändert. Feuchtwiesen, Tümpel und kleine Teiche sind zum Teil ausgetrocknet. Die gesamte Talaue und das wertvolle Schilf-Röhrichtgebiet sind total verbuscht, was sich negativ auf bodenbrütende Vogelarten auswirkt. Vorgegebene Wanderwege zugewuchert. Zunehmende Trampelpfade von Naherholungsuchenden durch das ausgewiesene Naturschutzgebiet, nicht selten von freilaufenden Hunden begleitet, haben merklich das Naturgeschehen gestört. Nicht wenige Brutvogelarten zeigen als Folge von Störungen einen drastischen Bestandsrückgang. Rohrammer, Sumpfrohrsänger, Dorngrasmücke und die sehr seltene Wasserralle werden nur noch zufällig als Einzelexemplare oder kaum noch gesichtet.

Kritisch betrachtet, wurde das ehemalige „Vorzeigenaturschutzgebiet“ in den vergangenen Jahren sich selbst überlassen und bezogen auf die Struktur- und Artenerhaltung deutlich vernachlässigt. Doch nach Aussage von Frau Perschbacher (Umwelt –und Landschaftsplanung Stadt Dortmund) soll im Rahmen der Renaturierungsmaßnahmen des Bövinghauser Baches im Jahre 2021 auf Dortmunder Gebiet wieder eine Verbesserung der Naturschutzbereiche ersichtlich sein.

Viele Vögel legen eine Kurzrast ein

Doch nach Aussage von Frau Perschbacher (Umwelt und Landschaftsplanung Stadt Dortmund), soll im Rahmen der Renaturierungsmaßnahmen des Bövinghauser Baches im Jahre 2021 auf Dortmunder Gebiet wieder eine Verbesserung der Naturschutzbereiche ersichtlich sein.

Das Ölbachtal ist aber für Naturliebhaber jahreszeitlich immer noch interessant. Gerade in diesen Tagen, zurzeit des Herbstvogelzuges, legen nicht wenige sehenswerte, ziehende Arten von Jung-und Altvögeln auf dem Weg in die angestammten Überwinterungsgebiete in Südeuropa und Afrika hier eine Kurzrast ein. Ein Highlight für Vogelkundler: seit Tagen ist eine Kornweihe zu beobachten, die an Rändern der Feldflur ringsum Jagd auf Insekten, Feldmäuse und erschöpfte, ziehende Kleinvögel macht. In milden Wintern bleibt dieser Greifvogel auch manchmal bis zum Frühjahr als Teilzieher im Ölbachtal.

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