Sorge im Stadtteil wächst: Wird Eving zum Corona-Hotspot?

dzNach Schulschließungen

Zwei Evinger Schulen mussten coronabedingt schließen. Nun fragen auch Eltern einer nicht betroffenen Grundschule: Wann wird unsere Schule endlich geschlossen? Die Sorge im Stadtteil wächst.

Eving

, 22.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem die Hauptschule am Externberg und die Graf-Konrad-Grundschule wegen positiver Corona-Tests geschlossen worden sind, wächst im Stadtteil die Angst: Wird Eving zum Corona-Hotspot der Stadt?

Sie habe am Sonntag um 22.38 Uhr noch eine E-Mail bekommen, sagt beispielsweise Dorothe Schröder, die kommissarische Schulleiterin einer anderen, bisher nicht betroffenen Schule: der Osterfeld-Grundschule. Darin fragt eine Mutter: „Wann schließen Sie endlich die Schule?“ Auch sonst müsse sie viele Anrufe mit einer ähnlichen Frage beantworten.

Sie selbst sei zwiegespalten. Einerseits habe sie noch nie eine größere Begeisterung bei den Schülern erlebt, als die vor gut einer Woche wieder in die Schule durften, andererseits sei diese Zwei-Wochen-Öffnung nun eine riesige Herausforderung für alle Beteiligten – ein Spagat. Stundenpläne, die nur zwei Wochen Gültigkeit haben, mussten für Lehrer und Schüler erstellt werden.

Dorothe Schröder machte noch einmal deutlich, dass nicht sie es sei, die eine Schulschließung verfügen könne. Das sei Sache des Schulträgers, also der Stadt Dortmund oder sogar des Schulministeriums NRW.

Solche Erfahrungen hat Andrea Mielke, Schulleiterin der Kettleler-Grundschule, mit ihren rund 100 Schülern nicht gemacht. „Bei uns läuft alles normal“, sagt sie. Nach den Sommerferien werden die beiden Schulen bekanntlich unter dem Namen „Mosaik-Grundschule“ in der ehemaligen Hauptschule Eving vereinigt.

Die Ketteler-Grundschule verlässt zum Schuljahr 2020/21 ihr altes Gebäude an der Fällackerstraße. Sie ist bisher ohne Corona-Fälle.

Die Ketteler-Grundschule verlässt zum Schuljahr 2020/21 ihr altes Gebäude an der Fällackerstraße. Sie ist bisher ohne Corona-Fälle. © Andreas Schröter

Sie hoffe, dass dieser Umzug trotz Corona planmäßig über die Bühne gehe. Sie spüre deswegen übrigens etwas Wehmut. Schließlich sei sie seit 16 Jahren am Standort Fällackerstraße.

Die beiden hauptsächlich betroffenen Schulen, also die Hauptschule am Externberg und die Graf-Konrad-Grundschule, waren am Montag (22.6.) nicht zu erreichen.

TuS Eving: Präsident zeigt sich besorgt

Besorgt ist der Präsident von TuS Eving-Lindenhorst, Peter Kowalski. Er verstehe seine Trainer nicht, die nun unbedingt wieder trainieren wollen. Man hätte noch bis zu den Sommerferien warten können, dann ist der Platz an der Probstheidastraße ohnehin in den ersten drei Ferienwochen dicht.

Beim TuS Eving-Lindenhorst hat der Trainingsbetrieb wieder begonnen (hier ein Archivbild). Präsident Peter Kowalski ist darüber nicht glücklich.

Beim TuS Eving-Lindenhorst hat der Trainingsbetrieb wieder begonnen (hier ein Archivbild). Präsident Peter Kowalski ist darüber nicht glücklich. © Oliver Schaper

Es sei einfach nicht möglich, die Kontaktbeschränkungen in einer Fußballmannschaften aufrecht zu erhalten – zumal er beobachte, wie Eltern, die ihre Kinder zum Platz bringen, ein paar Meter vor dem Stadion vollkommen schutzlos ganz nah beieinander stehen. „Manche trinken sogar noch aus derselben Tasse Tee“, sagt er.

Im Real in der Evinger Straße habe er schon beobachtet, wie Kunden noch ohne Maske die Rolltreppe hinauffahren und erst im allerletzten Moment, bevor sie oben eines der Geschäfte betreten, die Maske aufsetzen.

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