Sondermüll statt Luxus-Jeans

Brieftaschen von Gucci, Uhren von Cartier, T-Shirts von Versace - aber nur auf den ersten Blick. "Es gibt nichts mehr, was nicht gefälscht wird", weiß Frank Hampel.

14.03.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kopiert und geraubt ist niemals ein Schnäppchen, warnt der Leiter des Zollamts am Flughafen. Manchmal sogar gefährlich, wie der "Sondermüll", den Hampel in der Hand hält. Eine vermeintliche Designer-Jeans, "voll von Chemikalien", damit sie schön gebleicht aussieht. Auch Medikamente, die man sich aus dem Urlaub mitbringt, sind nicht fälschungssicher. "Bestenfalls handelt es sich um Placebos, die nichts bewirken, im schlimmsten Fall sind sie gesundheitsgefährdend", so der Chef des Flughafen-Zollamts.

104 Mal hat der Dortmunder Zoll im letzten Jahr bei Produkt-Piraterie zugegriffen Der Ideenklau läuft in immer größerem Stil ab, denn während die Zahl der Zugriffe konstant geblieben ist, ist der sichergestellte Warenwert mit 4,7 Mio. hochgeschnellt.

Unter den beschlagnahmten Gegenständen waren neben Kleidung und Schmuck auch Autoersatzteile, Computer-Hard- und Software, CDs, Comicfiguren, Spielzeug und Pflanzen. Ein Großteil der Waren stammt aus China, gefolgt von den USA, Hongkong und der Türkei - immer häufiger Bestellungen übers Internet, die per Post ins Land kommen. Das ist ein beliebter Vertriebsweg auch für gefälschte Arzneien wie Viagra, Anti-Baby-Pillen und Aspirin. Allein am Flughafen oder beim Postversand werden im Zollamtsbezirk Dortmund jährlich 100 bis 150 Einfuhren von verbotenen oder verschreibungspflichtigen Substanzen sichergestellt.

"Man sollte nichts im Internet erwerben, wenn man nicht sicher ist, dass es sich um ein Original handelt", rät Hampel. Für den persönlichen Gebrauch darf man sich kopierte Souvenirs aus dem Urlaub mitbringen, sofern sie nicht den Warenwert von 175 überschreiten und kein kommerzieller Charakter bei der Einfuhr erkennbar ist. Post-Pakete mit Fälschungen allerdings, werden in jedem Fall beschlagnahmt, warnt der Mann vom Zoll. ko

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