So wollen die Evinger Schulen ihre Schüler für mehr Demokratie begeistern

dzSchulnetzwerk Eving

Mehr politische Teilhabe und ein besseres Miteinander sind Ziele des Programms „Zukunftsschulen NRW“, das jetzt auch in Eving angekommen ist. Dabei sind vielfältige Kooperationen möglich.

von Tobias Weskamp

Eving

, 25.09.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Demokratie steht und fällt mit dem Engagement der Bürger“, erklärt Eva Blumberg, Schulleiterin der Herder-Grundschule. Eine gemeinsame Haltung bei der Demokratiebildung haben sich die Evinger Grund- und weiterführenden Schulen auf die Fahnen geschrieben.

Die Struktur ist durch ein vorheriges Projekt vorhanden. Jetzt soll der Wirkungskreis erweitert werden. Das Schulnetzwerk in Eving will die Schüler im Stadtteil zu mehr Teilhabe an der Politik bewegen. In der Graf-Konrad-Grundschule, Grävingholzstraße 59, wurde jetzt die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Geplant sind verschiedene Aktionen.

Neun Schulen arbeiten zusammen

Am Netzwerk beteiligt sind: Graf-Konrad-Grundschule, Herder-Grundschule, Elisabeth-Grundschule, Brechtener Grundschule, Ketteler Grundschule, Theodor-Heuss-Realschule, Heisenberg-Gymnasium, Hauptschule am Externberg und Anne-Frank-Gesamtschule. Dass neun Schulen zusammenarbeiten, ist laut Ulrich Wiegand vom Programm Zukunftsschulen NRW der Bezirksregierung Arnsberg etwas Besonderes. „Auch externe Berater sind möglich, das koordinieren wir dann“, verspricht er.

Den Schülern soll unter anderem ein gemeinsamer Wertekonsens vermittelt werden, wie Gabriele Feldmann, Netzwerksprecherin und Unterstufenkoordinatorin des Heisenberg-Gymnasiums, erläutert. „Es geht darum, wie die Schüler miteinander umgehen“, gibt sie ein Beispiel. Man könne auch ein gemeinsames Sportfest mit einem Verein organisieren. Anja Jungermann kann sich auch einen Sponsorenlauf für Projekte gegen Rechts vorstellen. „Oder gemeinsames Paketepacken für bedürftige Familien.“

Eine weitere Aktion, die möglich sei, sei ein Leseprojekt, bei dem Schüler einer weiterführenden Schule in einer Grundschule vorlesen. Auch eine Zusammenarbeit mit islamischen oder jüdischen Gemeinden sei vorstellbar. Oder ein gemeinsamer Umwelttag, bei dem der Stadtteil gesäubert wird, so Christiane Pohlig vom Heisenberg-Gymnasium.

Die Schüler sollen für Demokratie begeistert werden

Die Schulen sollen auch auf dem aufbauen, was andere vorbereitet haben, erklärte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger. Schülerlotsen und Streitschlichter sollen beispielsweise schulübergreifend eine gemeinsame Ausbildung erhalten.„Bildung als Ressource ist im 21. Jahrhundert sehr wichtig.“ Demokratiebildung werde immer bedeutender: „Es reicht nicht, nur wählen zu gehen. Wir müssen auch junge Menschen für die Demokratie begeistern.“

Das Projekt ist keine Neugründung, sondern eine Erweiterung, wie Anja Jungermann vom regionalen Bildungsbüro erklärt. Bereits seit 2009 arbeiten sechs Evinger Schulen zusammen. Der Fokus lag auf dem Thema Sprachbildung. Die Stadt stellt dem neuen Netzwerk jährlich 5.000 Euro zur Verfügung.

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