So wird man Physiotherapeut in Dortmund - Ein möglicher Weg zum Medizin-Studium

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Ein Medizin-Studium ist oft nicht auf direktem Weg realisierbar. Auch Daniil geht es nach dem Abitur so. Warum die Ausbildung zum Physiotherapeuten die perfekte Lösung ist.

von Johanna Schröder

Dortmund

, 17.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nach seinem Abitur macht Daniil Chafranov (25) sich mit einer Werbeagentur in Dortmund selbstständig. Dabei merkt er schnell, dass er den jahrelangen Wunsch, Medizin zu studieren, nicht aus dem Kopf bekommt. „Ich möchte beruflich etwas machen, was Menschen hilft. Außerdem glaube ich, dass ich eine gewisse Grundaffinität und das medizinische Verständnis mitbringe, um in dem Bereich zu arbeiten“.

Aus diesem Grund entscheidet er sich für die Ausbildung als Physiotherapeut. Mit dieser Ausbildung kann Daniil sein großes Ziel verwirklichen, Medizin zu studieren. Dazu bringt er viele Kenntnisse über den menschlichen Körper mit, die ihm später einen Vorteil im Studium bringen.

Fakten zum Beruf und zur Ausbildung:

In drei Jahren Berufsschule erlernen angehende Physiotherapeuten alles über den Bewegungsapparat des Menschen. Dazu gehören das Skelett und jegliche Verbindungen von Sehnen und Muskeln. Außerdem werden die Entstehung von Erkrankungen und die dazugehörigen Behandlungsmethoden gelehrt, sowie die Prävention von Krankheiten. Diese Kenntnisse erlauben es den Schülern, nach der Ausbildung in vielen verschiedenen Berufen arbeiten zu können. Von der Physiotherapie Praxis, über die Reha-Klinik bis zum Sportverein ist alles möglich. Außerdem gibt es ungezählte Weiterbildungsmöglichkeiten. Nach der Ausbildung ist ein Einstieg in ein gesundheitswissenschaftliches Studium problemlos möglich.

Anstatt der bekannten Stuhlreihen stehen in den meisten Räumen der Berufsschule Liegen, damit alles Gelernte direkt in die Praxis umgesetzt werden kann. Der Schulalltag ist ein bunter Mix aus praktischen Übungen und theoretischem Unterricht. Während zweier Praktika sammeln die Schüler erste Praxiserfahrungen. Alles, was vorher in der Berufsschule an den Klassenkameraden geübt wurde, kann nun an richtigen Patienten ausgeübt werden.

So wird man Physiotherapeut in Dortmund - Ein möglicher Weg zum Medizin-Studium

Daniil hat mit 23 Jahren seine Ausbildung zum Physiotherapeuten an der Ludwig-Fresenius-Schule in Dortmund-Mitte begonnen © Johanna Schröder

Das sagt Daniil über seine Berufswahl:

Was gefällt dir an dem Beruf besonders gut?

„Der Beruf ist super vielseitig und gibt mir unzählige Möglichkeiten, da ich in vielen Bereichen arbeiten kann. Außerdem sieht man schnell Resultate seiner Arbeit an den Patienten. Wieso ich mich aber schlussendlich dafür entschieden habe, ist, dass ich etwas Nützliches machen möchte, womit ich Menschen helfe. Der sehr persönliche Umgang mit Menschen bedeutet mir sehr viel. Dadurch habe ich mich auch schon jetzt während der Ausbildung weiterentwickelt und konnte mein Menschenverständnis verbessern. Aber das Beste ist echt, dass man am Ende eines jeden Tages das Gefühl hat, was getan zu haben. Der Beruf ist körperlich anstrengend, was ich aber gut finde. Abends kann man dann zufrieden in sein Bett fallen.“

Was gefällt dir an dem Beruf gar nicht?

„Ich bin der Meinung, dass die meisten Leute gar nicht genau wissen, was der Beruf eigentlich alles beinhaltet. Wenn das Knie weh tut, liegt das Problem nicht immer automatisch dort. Es kann genauso gut ein Problem im Fuß oder in anderen Teilen des Körpers liegen, das dann Schmerzen im Knie verursacht. Wenn sich der Körper beschwert, weil etwas nicht stimmt, finden wir das Problem und unterstützen den Patienten auf seinem Weg zu der Schmerzlosigkeit. Oft lösen unsere Übungen auch erstmal weitere Probleme aus. Aber wenn der Patient uns vertraut und die Übungen verlässlich macht, wird er schnell eine Besserung spüren. Leider denken die meisten aber immer, dass Physiotherapeuten nur massieren können. Das ist auch der Grund, wieso ich Massagen gar nicht mag.“

Wo hättest du in der Schule besser aufpassen sollen?

„Hier in der Berufsschule haben wir nur berufsbezogene Fächer. Englisch, Deutsch oder Mathematik haben wir zum Glück nicht, daher fehlt mir das auch nicht (lacht). Probleme bekommt man hier aber schnell, wenn man eine schlechte Selbstorganisation hat. Eine gewisse Organisation und eine Struktur beim Lernen für Prüfungen sind also echt wichtig, um am Ende der Ausbildung sein Staatsexamen zu bestehen. Wenn man nebenbei arbeiten geht, muss das auch gut organisiert sein: In den drei Jahren Ausbildung sind maximal 60 Tage Fehlen erlaubt, sonst kann man sein Staatsexamen nicht ablegen. Es handelt sich ja nun mal um die Gesundheit von Menschen. Da muss halt sichergestellt werden, dass jeder Azubi den Stoff auch wirklich draufhat und seine Kenntnisse dann auch gut anwenden kann.“

Infos zu Aubsildungsplätzen:

Die Ausbildung zum Physiotherapeuten/zur Physiotherapeutin ist eine rein schulische Ausbildung. Hier gibt es allgeime Informationen: www.ausbildung.de

Und hier geht es direkt zu den Seiten der Berufsschulen, an denen man eine eine Ausbildung zum Physiotherapeuten machen kann. Das Schuljahr beginnt immer zum 1.10.

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