So viele „Schrotträder“ sind aus Dortmund verschwunden

dz„Fahrradleichen“

Sie sind hässlich, kaputt und stehen im Weg herum: Schrotträder. Gerade in Stadtvierteln, in denen es sowieso schon eng ist, werden sie zum Problem. Jetzt hat die Stadt aufgeräumt.

Klinikviertel, Kreuzviertel

, 18.01.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange haben sie das Stadtbild im Kreuzviertel und im Klinikviertel geprägt: „Fahrradleichen“. Schrottreife, zurückgelassene Fahrräder, die beispielsweise an Laternenmasten angekettet worden sind.

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Teilweise stehen die rostigen Schrotträder seit Jahren an denselben Stellen. Oder vielmehr das, was von ihnen noch übrig ist. Ganz zum Ärger der Anwohner. Erste Initiativen gegen die „Fahrradleichen“ im Jahr 2018 brachten nicht viel.

Aufkleber markieren schrottreife Räder

Im September 2018 kündigt die Stadt Dortmund eine große Aufräumaktion an. Zurückgelassene Fahrräder wurden mit Aufklebern markiert. Die Aufkleber forderten die Rad-Besitzer auf, die Schrott-Fahrräder zu beseitigen. Die Frist dafür betrug drei Wochen.

So viele „Schrotträder“ sind aus Dortmund verschwunden

Das Tiefbauamt beseitigt immer wieder neue Schrotträder - auch im Kreuz- und Klinikviertel. © Martina Niehaus (Archiv)

Im Juni 2019 ergaben erneute Recherchen unserer Redaktion: Viele der Zweiräder standen noch im Kreuzviertel herum – versehen mit Resten der Aufkleber aus dem Vorjahr.

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Die Schrotträder werden häufig zum Problem: Sie blockieren Fahrradständer und Gehwege, die in den Viertel sowieso schon nicht besonders breit sind. Und gefühlt werden es immer mehr, wie Anwohner erzählen.

Im September 2019 vermeldete dann das Tiefbauamt, wieder aktiv zu werden zu wollen. Wieder werden die Schrotträder mit Aufklebern versehen.

So viele „Schrotträder“ sind aus Dortmund verschwunden

Der Hauptbahnhofs-Vorplatz ist eine beliebte Sammelstelle für Schrotträder. © Martina Niehaus (Archiv)

500 Aufkleber wurden laut Sylvia Uehlendahl, der Leiterin des Tiefbauamtes, verteilt – allerdings im gesamten Stadtgebiet, also auch am Hauptbahnhof. Ein weiterer Sammelpunkt für Fahrradleichen.

74 Schrotträder sind entfernt worden.

Wieder hatten die Besitzer drei Wochen lang Zeit. Danach wurden die Fahrräder abgeholt und für sechs Monate eingelagert. Danach sollten sie verschrottet werden.

Wie ist der Stand der Dinge seit der Aufkleber-Aktion im Jahr 2019? „Im Kreuzviertel wurden seit der geänderten Vorgehensweise, also der Markierung mit entsprechenden Aufklebern, insgesamt 74 Schrotträder aus dem öffentlichen Raum abgeholt“, informiert Sylvia Uehlendahl am Donnerstag (16. Januar).

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Das Tiefbauamt der Stadt kontrolliere im regelmäßigen Abstand, ob es neue Schrotträder gebe. „Sobald eine Verkehrsgefahr durch ein vorgefundenes ,Schrottfahrrad‘ erkannt wird, wird dementsprechend sofort reagiert“, erklärt Christian Schön von der Pressestelle der Stadt.

So viele „Schrotträder“ sind aus Dortmund verschwunden

Ein herrenloses Rad, festgekettet an einer Laterne. © Verena Halten (Archiv)

Doch nicht alle Fahrräder, die länger herumstehen, werden direkt entfernt. Christian Schön: „Ein Fahrrad, das augenscheinlich keine sichtbare Verkehrsgefahr darstellt, wird von unseren Verkehrssicherheitskontrolleuren erst nach längerfristigen Kontrollgängen in einer eigenständigen Beurteilung als ein ,länger stehendes Fahrrad‘ eingestuft und weiter verfolgt“, teilt er mit.

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