So viele Grundschüler haben in Dortmund schlechte Zähne – trotz Unterrichts in Zähneputzen

dzGesundheit

Zweimal am Tag Zähneputzen – aber richtig. Das ist die wichtigste Regel für die Zahngesundheit. Die ist bei den Dortmunder Grundschulkindern heute besser als vor 40 Jahren – aber nicht gut.

Dortmund

, 26.11.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahlen zur Zahngesundheit der Kinder in Dortmund sind spärlich. Solche Erhebungen des Gesundheitsamtes gibt es nur aus der Grundschule. Danach waren 1980 die Zähne von 40 Prozent der Kinder behandlungsbedürftig. Dann ging es bergauf. 2002 waren es nur noch 33 Prozent.

Jahre später haben sich die Zähne der Kinder in Dortmund wieder leicht verschlechtert. Von 2017 bis 2019 mussten die Zähne von durchschnittlich 35 Prozent der Kinder behandelt werden.

In Grundschulen und vor allem in den Kitas gibt es Projekte zur Vorbeugung. Zahnärzte der Gesundheitsämter sowie zahnmedizinische Fachangestellte üben in den Kitas mit den Kindern das richtige Zähneputzen (Kauflächen, außen, innen), erklären den Kleinen beim gemeinsamen Frühstück, was gesunde Ernährung ist, und erläutern ihnen die Aufgabe der Schneide-, Eck- und Backenzähne. Unter anderem werden die Zahnärzte dabei von einer Handpuppe unterstützt.

Kinder lernen, wie Karies entsteht

Im Schuljahr 2018/2019 wurden so 4988 Kinder erreicht. Das Konzept dazu stammt vom Gesundheitsamt in Kooperation mit dem örtlichen Arbeitskreis Zahngesundheit und dem Arbeitskreis Zahngesundheit Westfalen-Lippe.

In manchen Grundschulen ist unter dem Motto „Gesund im Mund“ eine Doppelstunde Unterricht pro Jahr für die Zahngesundheit reserviert. Auch dafür kommen Zahnärzte und ihre Fachangestellten in die Schulen. Im vergangenen Schuljahr lernten so 6214 Kinder in 33 Grundschulen, wie man Zähne putzt, was gesund und was ungesund für die Zähne ist, wie Karies entsteht und wie man ihn verhütet.

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Eindrucksvoll für die Kinder ist der „Kariestunnel“ mit Zahnputzbrunnen, der einmal im Jahr in einer Dortmunder Grundschule für rund eine Woche aufgebaut wird. Mit einer Zauberlösung werden die Zähne der Kinder angefärbt.

Anschließend können sie im Tunnel durch magisches Schwarzlicht die gefährlichen Zahnbeläge selbst erkennen und unter Anleitung an dem Zahnbrunnen mit der richtigen Putztechnik ihre Zähne wieder sauber schrubben.

Am Schnullerbaum mit der Zahnfee tauschen

Außerdem bietet der Zahnärztliche Dienst Schulungen zur Gesundheitserziehung mit besonderer Berücksichtigung der Zahngesundheit und Ernährung für Erzieherinnen an. Zahnärzte vom Gesundheitsamt referieren auch vor Eltern in Schulen, Tageseinrichtungen und neuerdings in Familienzentren.

Tradition hat das jährliche Familienfest im September rund um den „Schnullerbaum“ im Westfalenpark, veranstaltet vom Arbeitskreis Zahngesundheit und der Stadt. Mit einer kleinen Zeremonie können sich die Mädchen und Jungen von ihrem Schnuller verabschieden und erhalten im Tausch von der Zahnfee ein kleines Geschenk.

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