Mit möglichst viel Abstand und offenen Fenstern findet aktuell der Unterricht an den Schulen statt. © dpa
Debatte um Schulschließungen

So viele Corona-Fälle gibt es aktuell an Dortmunds Schulen

Stadt Dortmund und Land NRW streiten angesichts der beginnenden dritten Corona-Welle über Schulschließungen. Doch wie stark sind Dortmunds Schulen aktuell betroffen? Nun gibt es aktuelle Zahlen.

Die Stadt Dortmund geht wegen der steigenden Corona-Fallzahlen auf Konfrontationskurs mit dem Land NRW. Oberbürgermeister Thomas Westphal will die Schulen in der Stadt schließen – da macht die Landesregierung aber aktuell nicht mit.

Am Mittwoch (17.3.) sind in Dortmund so viele Neuinfektionen bekannt geworden wie zuletzt Mitte Januar. Die 7-Tage-Inzidenz klettert schnurstracks auf die 100er-Marke zu. Am Sonntag (14.3.) lag sie noch unter 70. Auf Anfrage unserer Redaktion hat die Stadt Dortmund nun mitgeteilt, welchen Anteil Corona-Infektionen im Schul-Umfeld daran haben.

An 19 Schulen gibt es aktuell 31 Infektionen

Als aktuell infiziert gelten insgesamt 887 Menschen in Dortmund (Stand Mittwochabend). 31 dieser Infektionen sind an 19 verschiedenen Schulen aufgetreten. An 23 Kitas gibt es übrigens 95 Corona-Fälle. In diesen Zahlen sind sowohl infizierte Kinder als auch Personal enthalten.

Nur 3,5 Prozent aller aktuellen Corona-Fälle in Dortmund hat einen direkten Schulbezug. An jeder betroffenen Schule gibt es im Schnitt 1,6 Corona-Fälle. Der weit überwiegende Teil der knapp 170 Schulen der Stadt ist gar nicht betroffen.

Einen Widerspruch zum Dortmunder Drängen auf eine sofortige Schulschließung sieht Stadtsprecherin Katrin Pinetzki in diesen Zahlen nicht: „Der Oberbürgermeister hatte die Forderung nach einer Schließung der Schulen nicht mit einer aktuell hohen Zahl an Infektionen an den Schulen begründet.“

Thomas Westphal hat am Dienstag jedoch gesagt, man sehe, dass das mutierte Virus zwei Effekte erzeuge: „Nämlich eine erhöhte Geschwindigkeit in der Verbreitung und dass sich die Struktur des Infektionsgeschehens verschiebt, nämlich eher in Richtung auch jüngerer Personengruppen.“

Mit dem Stopp der Astrazeneca-Impfungen existiere die Grundlage der Lockdown-Lockerungen – und damit die weitere Öffnung der Schulen – für die Stadt Dortmund nicht mehr. Wegen dieses Impfstopps und der schnellen Verbreitung der britischen Virusvariante unter jungen Menschen sei man gezwungen, Zeit zu gewinnen.

Unter-20-Jährige als Haupttreiber der Ansteckungen

„Vor diesem Hintergrund haben wir noch mal darüber gesprochen und sind der festen Überzeugung, dass es in diesem Moment überhaupt keinen Sinn macht, die Schulen zu öffnen“, so Westphal.

Am Mittwoch wiederholte der Oberbürgermeister seine Argumente: „Die Unter-20-Jährigen sind inzwischen der Haupttreiber der Infektionsentwicklung.“ In der vergangenen Woche habe sich die Zahl der Neuinfektionen in dieser Altersgruppe verdreifacht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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