So soll ein wichtiges Stück Bergbaugeschichte im Westfalenpark gerettet werden

dzPferdegöpel

Der Pferdegöpel im Westfalenpark erinnert an Dortmunds Bergbaugeschichte. Doch seit zwei Jahren versperren Absperrgitter den Zugang zu dem baufälligen Holzbau. Jetzt ist Rettung in Sicht.

Dortmund

, 09.11.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schäden sind nicht zu übersehen. Der Türbalken am Eingang ist deutlich verwittert. Und das sind nur die sichtbarsten Spuren des Verfalls an dem 28 Jahre alten Pferdegöpel im Westfalenpark.

Das Problem: Die Holzkonstruktion ist nicht ausreichend gegen Feuchtigkeit geschützt, die vor allem aus dem Boden vordringt. „Die Schäden sind vor allem im unteren Bereich. Hier sind die Holzträger teilweise morsch und nicht mehr tragfähig“, erläuterte Architekt Jörn Leder.

Einsatz für Sanierung

Ein Ortstermin mit Vertretern der Dortmunder Heimatvereine und Stadtheimatpfleger Dr. Mathias Austermann sollte Klarheit bringen über die erhoffte Sanierung des Bauwerks.

Vor allem die Vertreter des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten hatten die Sorge, dass der Holzbau aufgegeben und abgerissen wird. Seit der Schließung des Pferdegöpels im Juli 2017 setzen sich sich für den Erhalt und die Sanierung ein.

Denn der Göpel erinnert an ein bedeutendes Stück Bergbaugeschichte, wie Heinz-Ludwig Bücking als Vorsitzender des Fördervereins in Dortmund in einem Vortrag erläuterte. Hier, auf dem Gelände des heutigen Westfalenparks, wurde nämlich im Dortmunder Bergbau der Übergang zum Tiefbau vollzogen.

Übergang zum Tiefbau

Während man im Süden des heutigen Stadtgebiets die Kohle überwiegend in einfachen Stollen gewinnen konnte, musste man nördlich der Emscher in größere Tiefen vordringen. Und dazu brauchte man besondere Techniken. Eine davon waren Göpel, in denen mit Pferdekraft Seilwinden über Tiefbauschächten angetrieben wurden.

Im Bereich des Westfalenparks galt das für den Schacht Christine, dem ersten Tiefbauschacht Dortmunds. Er gehörte zur Zeche Am Busch, bei der ab 1816 auch die erste Dampfmaschine im Stadtgebiet eingesetzt wurde. Der Pferdegöpel wurde von 1812 bis 1826 betrieben.

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Um an diese Geschichte zu erinnern, initiierte der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten mit Hilfe von Sponsoren zur Bundesgartenschau 1991 den originalgetreuen Nachbau eines westfälischen Pferdegöpels im Westfalenpark, etwas oberhalb der Buschmühle. „Das Bauwerk ist Zeugnis für die innovative Ingenieurskunst der altvorderen Bergleute Dortmunds und des Ruhrgebiets“, erklärt Bücking.

Inzwischen hat der Zahn der Zeit sichtbar an dem Holzbau genagt. „Im Juli 2017 musste der Göpel wegen Schäden an der Holzkonstruktion geschlossen werden“, berichtet Westfalenpark-Leiterin Annette Kulozik. Der Förderverein war alarmiert und machte sich für eine Sanierung stark. Er erklärte sich auch bereit, 10.000 Euro zur Sanierung beizutragen.

Keine Fördermittel

2018 sagte die Stadt die Sanierung zu und kündigte an, Fördermittel dafür einzuwerben. Doch die Hoffnung, finanzielle Unterstützung etwa aus dem NRW-Heimatministerium zu bekommen, erfüllte sich nicht.

Am Ende entschied sich die Stadt, die Sanierung, deren Kosten auf rund 100.000 Euro beziffert werden, aus eigenen Mitteln zu stemmen. „Wir möchten das Gebäde wiederherstellen“, versicherte Annette Kulozik.

Im September wurde das Castrop-Rauxeler Architekturbüro Leder mit einem Sanierungskonzept beauftragt. Hauptaufgabe werde sein, die unteren Sparrenköpfe auszuwechseln und die gesamte Konstruktion vor weiterer Feuchtigkeit zu schützen, erläuterte Jörn Leder vor Ort.

Sanierung im nächsten Jahr

Vorausgesetzt, es findet sich eine Handwerksfirma, soll die Sanierung dann im nächsten Jahr in Angriff genommem und abgeschlossen werden, kündigte Annette Kuolzik an. Eine Nachricht, die vor allem Heinz-Ludwig Bücking mit Erleichterung aufnahm. „Ich bin sehr zufrieden“, stellte er nach dem Ortstermin fest.

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