"So schlecht war's noch nie"

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, Schnee- und Regenschauer im Wechsel: Wer will da schon 50 Meter über der Erde auf dem höchsten Kettenkarussell der Welt sitzen und frieren? RN-Mitarbeiterin Christina Neuffer sprach mit Hans Peter Arens vom Schausteller Verein Rote Erde über die Osterkirmes 2008.

26.03.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Vorsitzender des Schausteller-Vereins: Hans-Peter Arens.</p>

<p>Vorsitzender des Schausteller-Vereins: Hans-Peter Arens.</p>

Hallo Herr Arens, wie sieht's bis jetzt aus? Hören Sie überhaupt manchmal Ihre Kasse klingeln?

Arens: Na, schau'n Se mal aus dem Fenster. So schlechtes Wetter über mehrere Tage verteilt habe ich in 42 Jahren Kirmesgeschäft noch nicht erlebt. Wir haben von Regen über Schnee und Hagel die ganze Palette bekommen. Wenn es trocken war, kamen die Leute zwar, aber bis jetzt war es einfach zu wenig. Noch hoffen wir aufs letzte Wochenende...

Kamen im vergangenen Jahr mehr Besucher?

Arens: Letztes Jahr war die Osterkirmes eine ordentliche Geschichte. Da hatten wir schon im April unseren Sommer. Und das Wetter spielt nun mal die größte Rolle.

Hat das schlechte Geschäft zur Konsequenz, dass die Osterkirmes verkürzt wird?

Arens: Nein, wir bleiben weiterhin bei 16 Tagen. Wir sind - das Wetter ausgenommen - mit der Osterkirmes zufrieden. Und außerdem: Die Herbstkirmes hatten wir vor zwei Jahren von acht auf fünf Tage verkürzt. Wir hatten gehofft, mehr Schausteller und dadurch mehr Besucher anziehen. Das war nicht der Fall. Jetzt sind wir wieder bei acht Tagen.

Dieses Jahr hatten ein paar Besucher wieder die einmalige Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Kirmes zu werfen. Sind Sie mit der Aktion zufrieden?

Arens: Ja, unsere "Backstage-Tour" kommt sehr gut an. 20 Besucher hatten am vergangenen Wochenende die Gelegenheit, mal selbst einen Crêpe zu backen oder die Technik eines Auto-Scooters kennen zu lernen. Die Leute sollen nicht nur das Licht von außen sehen, sondern einen Eindruck vom echten Kirmesleben bekommen.

Inwiefern haben sich die Fahrgeschäfte im Laufe der Zeit verändert?

Arens: In den 80er und 90er Jahren wurden die Geräte immer schneller und wilder. Diesem Trend sind aber klare Grenzen gesetzt, weil unser Körper auch nicht alles mitmacht. Außerdem haben wir heute nicht mehr die finanziellen Möglichkeiten, in neue Geräte zu investieren. Zum Glück aber sind unsere Klassiker, wie das Riesenrad, beim Publikum nach wie vor der Renner.

Apropos: Ist das Publikum noch das gleiche wie vor ein paar Jahren?

Arens (schmunzelt): Tja, auch die Kirmes bekommt es mit dem demographischen Wandel zu tun: Unser Publikum wird immer älter. Deswegen versuchen wir seit ein paar Jahren mehr für Familien zu machen. Alles wäre prima, wenn uns nicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen würde.

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