So könnte die neue „BVB-Brücke“ über die B1 aussehen

Ausstellung mit Studenten-Arbeiten

Tausende nutzen regelmäßig die Brücke zwischen Lindemannstraße und Westfalenhallen über die B1, etwa auf dem Weg zum BVB. Doch das steile Bauwerk ist alles andere als behindertengerecht. Deshalb soll bald eine barrierefreie Brücke her. Und die wird ein gewaltiges Bauwerk. Wir zeigen erste Ideen.

DORTMUND

, 08.11.2017, 11:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einer der Studententwürfe für die neue B1-Brücke. In diesem Fall sind Brücke und Rampe in einem Bauwerk integriert.

Einer der Studententwürfe für die neue B1-Brücke. In diesem Fall sind Brücke und Rampe in einem Bauwerk integriert. © Stephan Schuetze

Einen Vorgeschmack darauf, wie eine Brücke, die den Anspruch der Barrierefreiheit erfüllt, aussehen könnte, liefert eine Ausstellung mit Entwürfen von Studierenden der TU Dortmund. Die angehenden Architekten und Bauingenieure des Fachbereichs Bauwesen hatten sich in Projektarbeiten mit den Planungen für eine neue behindertengerechte Brücke beschäftigt.

Die von ihnen gelieferten Entwürfe, zeigen, dass eine barrierefreie Brücke ein höchst komplexes Bauwerk wird, das viel Platz beansprucht. „Die Rampenbauwerke brauchen viel Raum“, fasste Prof. Benedikt Schulz von der TU Dortmund die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Denn nach den Vorgaben für Barrierefreiheit darf die Brücke maximal eine Steigung von 6 Prozent aufweisen. Zum Vergleich: Bei der bisherigen Brücke liegt die Steigung bei rund 12 Prozent.

Höchst unterschiedliche Lösungen

Die fünf in einer Ausstellung in der Berswordthalle präsentierten Entwürfe von Studierenden lösen das Problem auf sehr unterschiedliche Weise. Sie reichen von vergleichsweise platzsparenden filigranen Bauwerken, in denen die Rampen in die Brückenkonstruktion integriert sind, über weit ausladenden Rampen und Serpentinenlösungen mit künstlichen Hügeln bis zu einer Brücke mit mächtigen Kopfbauten, in denen eine geschwungene Rampe untergebracht ist.

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Studierenden-Entwürfe für "BVB-Brücke" über die B1

08.11.2017
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Eine Doppelbrücke, die im Süden auf einem Hügel mit Serpentinen endet, sieht dieser Entwurf der Studierenden Katharina Lauer und Jonas Kleefeld vor.© Stephan Schuetze
Eine Treppe und eine weit ausladende Rampe sieht dieser Entwurf von Kevin Groß-Bölting und Alexander Berheide für die neue B1-Brücke vor. © Stephan Schuetze
Einen Turm als markantes Symbol für die neue Brücke sieht ein Entwurf von Jana Khatib und David Winkelmann vor.© Stephan Schuetze
Der "Turm-Entwurf" als Modell. © Stephan Schuetze
Markante Kopfbauten mit integrierten Rampen prägen diesen Entwurf von Rosstam Hadafmand und Simon Loske. © Stephan Schuetze
Wie ein Laubengang ist der B1-Übergang im Kopfbauten-Entwurf gestaltet. © Stephan Schuetze
Vergleichsweise platzsparend fällt dieser Entwurf von Arthur Jankowski aus, bei dem die Rampe in das Brückenbauwerk integriert ist.© Stephan Schuetze
Filigran fällt die Brückenkonstruktion des Entwurfs mit integrierten Rampen und stützenden Trägern aus. © Stephan Schuetze
Stützenfrei und ebenfalls platzsparend ist diese Brückenkonstruktion, ein Entwurf von Ronja Sporning und Maximilian Schmitt. Die Rampe verläuft an den Enden parallel zur eigentlichen Brücke.
Stützenfrei und ebenfalls platzsparend ist diese Brückenkonstruktion, ein Entwurf von Ronja Sporning und Maximilian Schmitt. Die Rampe verläuft an den Enden parallel zur eigentlichen Brücke.

Die Entwürfe sind erst einmal Gedankenspiele, haben aber einen realen Hintergrund. Denn das städtische Tiefbauamt will spätestens bis zur erhofften Fußball-Europameisterschaft 2024 einen barrierefreien Ersatzneubau für die B1-Brücke realisieren. Dazu soll bald ein europaweit ausgeschriebener Realisierungswettbewerb gestartet werden. Die Stadt erhofft sich von den Planern „machbare Gestaltungsentwürfe“. Am Ende kürt eine Jury einen Siegerentwurf. Das siegreiche Büro soll dann mit der planerischen Ausarbeitung beauftragt werden.

Erkenntnisse für Wettbewerb

„Wir wollen nichts x-beliebiges bauen. Auch Brücken muss man gestalten“, sagte Baudezernent Martin Lürwer. Ob auch Studierende der TU an dem Wettbewerb teilnehmen können, will die Verwaltung zumindest prüfen. Auf jeden Fall haben die Entwürfe der Studierende Erkenntnisse geliefert, die beim weiteren Planungsverfahren helfen, erklärte Tiefbauamts-Leiterin Sylvia Uehlendahl.

Die Ausstellung mit den Entwürfen der TU-Studierenden ist bis zum 22. November in einem Ladenlokal in der Berswordhalle am Stadthaus zwischen Kleppingstraße un Friedensplatz zu sehen.
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