Besondere Skimming-Fälle: Neue Masche bei der Manipulation von Sparkassen-Automaten

dzDortmunder Bankkunden im Visier

Die jüngsten Manipulationen an Geldautomaten der Sparkasse Dortmund bereiten vielen Kunden Sorgen. Die Bank will jetzt schnell handeln. Doch es sind noch wichtige Fragen offen.

Dortmund

, 09.04.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dortmunder Polizei hatte am Wochenende die Manipulation von drei Sparkassen-Geldautomaten an Kaiserstraße, Lindemannstraße und Märkischer Straße vermeldet. Aktuell liegen Meldungen über vier Fälle vor: In zweien erbeuteten die Täter mehrere hundert Euro, in zwei weiteren blieb es beim Versuch.

Es sei nur die Sparkasse betroffen, so Polizeisprecher Gunnar Wortmann. Alle Bankkunden sollten aber speziell in den nächsten Tagen vor dem Geldabheben die Automaten begutachten und bei kleinsten Auffälligkeiten den Notruf 110 wählen.

Sparkasse geht von weiteren betroffenen Filialen aus

Die Sparkasse Dortmund bestätigt am Montag diese drei Fälle an Kaiserstraße, Lindemannstraße und Märkischer Straße und geht von weiteren betroffenen Filialen aus. „Welche Automaten betroffen waren, können wir abschließend noch nicht sagen. Alle Geldautomaten werden aktuell geprüft“, sagt Sprecherin Sophie Donat. Diese gelte auch in den nächsten Wochen und Monaten, um weitere Manipulationen zu verhindern.

Zudem würden gerade die Daten aller Automaten ausgewertet, um herauszufinden, wie viele Kunden betroffen sind. Es gibt unbestätigte Berichte, dass auch Automaten an der Willem-van-Vloten-Straße in Hörde und in einem Supermarkt nahe der Rennbahn in Wambel manipuliert waren.

Täter sind vermutlich mobil und nutzen Technik, die schnell auf und abgebaut werden kann

Die Täter sind mit nicht unerheblichem technischen Aufwand vorgegangen. Ihr System ist zugleich leicht auf- und abbaubar und mobil. An den schwarzen Gummiaufsätzen zum Sichtschutz neben der PIN-Tastatur haben die Unbekannten eine Mini-Kamera installiert, mit der sie die PIN von Kunden ausspähen. „Sie war nicht als Kamera zu erkennen und sogar im Sparkassendesign gestaltet“, sagt Sparkassensprecherin Sophie Donat.

Vor dem Kartenschlitz haben die Täter eine weitere Vorrichtung angebracht. Diese gaukelt dem Automaten vor, dass die Karte einbehalten wurde. Ziel der Kriminellen: mit PIN und Karte Geld vom Konto des Kunden abzugreifen.

Sie nutzen dabei das kurze Zeitfenster zwischen Einziehen der Karte und der Meldung bei der Bank. Und wählen dabei bewusst Wochenenden als Tatzeitpunkt, weil Geldinstitute dann nur telefonisch erreichbar sind.

Zahl der Skimming-Fälle ist stark zurückgegangen - Diese Masche ist neu

„Es ist ein besonderer Fall“, sagt Polizeisprecher Gunnar Wortmann. Dieses „Skimming“ genannte Vorgehen kam in den Jahren 2010 bis 2012 massenhaft auf und verursachte hohen Schaden - damals noch mit einer anderen Technik. Per Funk wurden die Kartendaten auf dem Magnetstreifen ausgelesen und nachher über eine Blanko-Karte benutzt.

Durch eine technische Änderung bei der Produktion von EC-Karten ist diese Art des Skimmings nicht mehr möglich. Deshalb kamen laut Polizei solche Fälle von Betrug in den vergangenen Jahren nur noch vereinzelt vor.

Zuletzt gab es in Köln eine Serie von Skimming-Fällen nach einem ähnlichen Muster wie jetzt in Dortmund. Die Polizei ermittelt, ob es einen Zusammenhang gibt.

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Hersteller der Geldautomaten arbeitet an einer technischen Lösung, um Manipulationen zu verhindern

Die Sparkasse kündigt an, alle potenziell betroffenen Kunden anzurufen. „Alle, die ihre Karte noch haben, müssen sich keine Sorgen machen“, sagt Sprecherin Sophie Donat. Hersteller der Geräte arbeite außerdem an einer technischen Lösung, um Manipulationen in Zukunft zu verhindern.

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