Silvesternacht: 28-Jähriger zielt mit Pistole auf Polizisten in Dortmund

Jahreswechsel 2019/2020

Die Dortmunder Polizei spricht von einem zum Großteil ruhigen Wechsel in das neue Jahrzehnt. Allerdings mussten Polizisten in drei Fällen sogar ihre Dienstwaffe benutzen.

Dortmund

, 01.01.2020, 15:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Silvesternacht: 28-Jähriger zielt mit Pistole auf Polizisten in Dortmund

Der Jahreswechsel verlief bis auf wenige Ausnahmen ruhig für die Dortmunder Polizei. © Oliver Schaper

Wenn ein Jahr dem anderen weicht, wird das ausgiebig gefeiert. So auch wieder in diesem Jahr in Dortmund. Wie bereits in den vorherigen Jahren waren die Dortmunder Polizei und das Ordnungsamt gemeinsam im Einsatz.

Und es gab auch viel zu tun: Mehr als 400 Einsätze mussten die Beamten diesmal bewältigen. Darunter Ruhestörungen, Verkehrsunfälle und Körperverletzungen. Aber zum größten Teil sei der Jahreswechsel „absolut friedlich“ verlaufen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Drei Einsätze wegen Schreckschusspistolen

Es gab aber durchaus Einsätze, die etwas ernster waren. Zeugen informierten die Polizei, dass gegen 23 Uhr am Silvesterabend (31.12.) ein 19-jähriger Mann mit einer Schreckschusspistole aus seinem VW Golf schoss. Polizisten stoppten den Wagen an der Borsigstraße, Ecke Brunnenstraße. Sie stellten die Waffe sicher – nachdem sie den Mann mit gezogener Dienstwaffe ansprachen.

Gegen 1.10 Uhr meldeten Anwohner belästigende Böllerwürfe in der Münsterstraße. Vor Ort, an einem Mehrfamilienhaus, wurde die Polizeistreife auch direkt empfangen: Ein 29-jähriger Mann lief auf die Polizisten mit einer Pistole zu. Die Beamten zogen ihre Waffe und forderten den Mann auf, zu Boden zu gehen. Er wurde gefesselt, seine Waffe war ebenfalls eine Schreckschusspistole.

Etwas später um 2.20 Uhr gab es dann sogar noch einen dritten Fall mit einer Schreckschusspistole: Eigentlich nahmen die Polizisten gerade einen Unfall Am Grotenkamp, Ecke Kruckeler Straße, auf. Plötzlich feuerte ein Mann aus 40 bis 50 Metern auf die Polizisten. Der 28-Jährige ergriff daraufhin die Flucht – aber nur kurz. Die Polizisten überwältigten ihn.

In allen drei Fällen wird wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. In ihrer Pressemitteilung macht die Polizei deutlich, dass Beamte im Dienst nicht immer direkt erkennen können, ob es sich um eine Schreckschusswaffe oder um eine echte handelt. Die drei Männer hatten Glück, dass die Polizisten ruhig geblieben sind.

450 Ansprachen wegen gefährlicher Pyrotechnik

Die Bundespolizei musste am Silvesterabend ebenfalls aktiv werden. Am Hauptbahnhof wurden zwei jugendliche Frauen (17 und 18) von einem Mann (49) sexuell belästigt. Nach Zeugenangaben fasste er den Frauen aus Castrop-Rauxel und Detmold gegen ihren Willen in den Schritt.

Der Mann wurde festgenommen und ins Polizeigewahrsam gebracht. Der Mann ist schon wegen ähnlicher Taten bei der Polizei bekannt. Es wurde ein Strafverfahren wegen sexueller Belästigung eingeleitet.

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Ab 23.30 Uhr hatten die Polizei und das Ordnungsamt vermehrt in der Innenstadt zu tun, da es immer voller wurde. Mehr als 450-mal mussten die Beamten auf den gefährlichen Umgang mit Böllern und Feuerwerk hinweisen und auf die Verbotszonen aufmerksam machen.

Der Großteil der Dortmunder zeigte sich auch kooperativ. Im Bereich der Petrikirche hielten sich ein paar Menschen aber nicht an die Verbotszone und zündeten massiv Raketen und Böller. Dabei wurden zwei Polizisten leicht verletzt. Die Tatverdächtigen wurden angezeigt.

Die Polizei hatte am Jahreswechsel auch mit alkoholisierten Menschen zu tun. Es gab ein paar körperliche Auseinandersetzungen, die mit Strafanzeigen geahndet wurden. Zehn Personen mussten den ersten Morgen im Jahr 2020 im Polizeigewahrsam verbringen.

Präsident lobt Zusammenarbeit

Polizeipräsident Gregor Lange findet, dass es sich ausgezahlt habe, dass Polizei und Ordnungsamt kooperiert haben. Dadurch habe man „schnell einschreiten“ können und durch „gezielte Kommunikation“ mit den Dortmundern „riskante Situationen durch unsachgemäßen Umgang“ mit Feuerwerk verhindert. Trotzdem empfand er den fahrlässigen Umgang mit Pyrotechnik als auffällig – „allen Warnungen zum Trotz“.

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