Seniorenwohnungen oder dm? Das passiert im Ortskern von Lütgendortmund

dzEinzelhandel in Dortmund

Jahrelang standen Ladenlokale im Herzen Lütgendortmunds leer, jetzt haben sie einen neuen Eigentümer. Zwei Investoren hatten sich dafür interessiert – dieser bekam den Zuschlag:

Lütgendortmund

, 29.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei große Sorgenkinder haben die Lütgendortmunder Einzelhändler, und beide tragen denselben Namen: Leerstand – und das seit vielen Jahren. Jetzt gibt es endlich Licht am Ende des Tunnels.

Für das ehemalige Kaufhaus Konze am Heinrich-Sondermann-Platz, das seit Jahren größtenteils leer steht, existieren bereits seit längerem konkrete Pläne. Ein Investor will es zur Freude der ansässigen Geschäftsleute weiterhin für den Einzelhandel nutzen und entsprechend umbauen lassen. Anschließend werden dort unter anderem Filialen der Drogeriemarktkette Rossmann und der Kaufhauskette Woolworth einziehen. Kik wird bleiben.

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Sorgenkind Nummer zwei sind die Leerstände an der Limbecker Straße 16-20. Rund 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche werden hier seit Jahren nicht mehr genutzt. Einzig die Weinhandlung Uecker hält sich in dieser Reihe tapfer und erfolgreich.

Seniorenwohnungen mitten im Ortskern

Jüngst interessierten sich parallel zwei Investoren mit sehr unterschiedlichen Konzepten für die Immobilien, in denen einst Optik Mues, Bäckerei Grobe, Uhren Kulp, Moden Wilhelm und das Heimtierparadies zu finden waren. Wie Recherchen dieser Redaktion ergaben, hat vor wenigen Tagen die Firma Werte und Wohnen IBAC Consulting GmbH in Iserlohn die Gebäude gekauft. Nach ihrem Abriss will sie dort Seniorenwohnungen bauen.

Seniorenwohnungen oder dm? Das passiert im Ortskern von Lütgendortmund

Thorsten Eustrup, Vorsitzender von Aktiv im Ort, steht hier vor dem Gebäude aus dem Jahr 1893, für das eine Erhaltungspflicht besteht. © Beate Dönnewald

Das bestätigte auf Nachfrage Geschäftsführer Johannes Heinze, der aber keine Details preis gab. „Wir stehen hier noch ganz am Anfang.“ In einem nächsten Schritt werde man bei der Stadt eine Bauvoranfrage stellen. Der bestehende Bebauungsplan gebe ihm die nötige Rechtssicherheit, dass sich das Projekt „Betreutes Wohnen für alte Menschen“ an diesem Standort realisieren lasse.

Es gab auch Pläne mit dem Drogeriemarkt dm

Den anderen Investor vertritt der Lütgendortmunder Architekt Andreas Lüther. Er zeigte sich über den vollzogenen Eigentümerwechsel sehr enttäuscht. „Wir wollten mit dem Drogeriemarkt dm oder einem Supermarkt an diesem Standort wieder Kaufkraft ins Dorf holen“, berichtet Lüther. Die Pläne hätten nach dem Abriss eine kleinteilige Bauweise in Anlehnung an die umliegenden Gebäude vorgesehen.

Seniorenwohnungen oder dm? Das passiert im Ortskern von Lütgendortmund

Die ansässigen Einzelhändler wünschen sich eine Belebung des Lütgendortmunder Ortskerns. © Beate Dönnewald

Thorsten Eustrup, Vorsitzender der örtlichen Händlergemeinschaft „Aktiv im Ort“, reagierte relativ gefasst auf die Nachricht, auch wenn er zur Belebung des Ortskerns weiteren Einzelhandel an diesem Standort favorisiert hätte. „Wir sollten darin auf jeden Fall auch eine Chance sehen“, sagt der 43-Jährige.

„Oben Seniorenwohnungen, unten Einzelhandel“

Möglicherweise sei ja auch ein Kompromiss denkbar: „Oben Seniorenwohnungen und unten Einzelhandel“, so Eustrup. Ein Sanitäthaus sei doch ideal. Außerdem bräuchte der Ortskern beispielsweise ein Bekleidungsgeschäft für Familien und junge Leute und ein Schuhgeschäft.

Darüber würde sich der Vorstand von „Aktiv im Ort“ gerne mit dem Investor und der örtlichen Politik austauschen. Wichtig sei auch, für die Weinhandlung Uecker ein Ersatzlokal zu finden.

Seniorenwohnungen oder dm? Das passiert im Ortskern von Lütgendortmund

Ins ehemalige Kaufhaus Konze werden nach dem Umbau unter anderem Rossmann und Woolworth einziehen. © Beate Dönnewald

Johannes Heinze, der mit seiner Firma auch schon seniorengerechte Wohnungen im Kreuzviertel, in Hombruch und Hörde gebaut hat, rechnet für das Senioren-Wohnproiekt in Lütgendortmund mit einer Planungszeit von rund einem Jahr und einer Bauzeit von 1,5 Jahren. Der Standort sei ideal, weil die zukünftigen Bewohner Geschäfte für den täglichen Bedarf zu Fuß erreichen könnten . „Mitten drin statt außen vor“ ist der Leitgedanke der Firma.

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Die Weinhandlung Uecker hat als einziges Ladenlokal an der Limbecker Straße 16 - 20 überlebt. © Beate Dönnewald

Abriss eines Gebäudes könnte problematisch werden

Die Flachbauten, die die Firma „Werte und Wohnen“ gekauft hat, stammen aus dem Jahr 1927, ihr Abriss dürfte nicht problematisch sein. Etwas komplizierter verhält es sich da mit dem Gebäude an der Limbecker Straße/Ecke Hoftstadtweg. Das stammt aus dem Jahr 1893, hierfür existiert eine sogenannte Erhaltungspflicht. „Auch dafür werden wir eine Lösung finden“, sagt Johannes Heinze.

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