Dieser 85-Jährige startet erst im Alter im Schach so richtig durch

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Gerhard Ziemek ist 85 Jahre alt und spielt noch immer gekonnt Schach. Erst im Alter startete er richtig durch - auch auf Turnieren. Zur Vorbereitung nutzt er moderne Medien.

von Tobias Weskamp

Lütgendortmund

, 28.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Erst im Alter von etwa 20 Jahren kam Gerhard Ziemek (85) richtig zum Schachspielen. Heutzutage fangen die meisten im Grundschultalter an, aber zu seiner Zeit war es meist erst um das Erwachsenwerden rum. „Ich habe nur privat mit meinen Brüdern Schach gespielt“, erinnert sich der gebürtige Ostpreuße. „Ich war nicht im Verein und habe auch nicht an Turnieren teilgenommen.“ Zunächst hat er sich mit 23 Jahren als Dachdeckermeister selbständig gemacht.

Mehr Zeit für Schach seit der Rente

Ziemeks Schachkarriere kam erst in den 1960-er Jahren so richtig in Schwung. Seit dieser Zeit ist er Mitglied im Dortmunder Schachverein. Ende der 1970-er trat er außerdem dem SVG Marten-Bövinghausen bei. „Damals wohnte ich in Lütgendortmund, wo der SGV auch seinen Sitz hat“, erklärt er.

Erst als Ziemek in Rente ging, nahm seine Schachlaufbahn Fahrt auf. Er intensivierte sein Spiel und nimmt seitdem öfter an Wettbewerben teil, auch an Turnieren wie den Sparkassen Open. Dabei hat er schon einige Erfolge errungen. Unter anderem wurde er Vereinsmeister und Pokalsieger.

Ziemek ist immer noch Mitglied beider Vereine und geht regelmäßig zu den Trainingsrunden. „Mir geht es vor allem darum, fit im Kopf zu bleiben“, verrät er. „Man merkt, dass das Schachspielen dabei hilft.“

Schachspielen am PC ist für Gerhard Ziemek normal

Den neuen Medien gegenüber ist Gerhard Ziemek aufgeschlossen – auch bei seinem Hobby. „Ich spiele auch am Computer Schach“, sagt er. „Da ich früher auch am PC gearbeitet habe, war es nur logisch das Gerät zu nutzen.“ Das will er auch weiterhin tun, um geistig fit zu bleiben. „Wenn ich das Schachspielen einmal aufgebe, lässt meine geistige Leistungsfähigkeit bestimmt nach.“

Ziemek findet, dass auch der Vereinsschach Veränderungen durchmacht. „Die Beteiligung war früher sehr viel größer“, bedauert er. Generell gebe es weniger Vereine und weniger Mannschaften. Für die Jugend werde aber durchaus etwas getan: „Bei den Schachfreunden Brackel wird einiges unternommen, auch in meinen Vereinen.“ An den Schulen tue sich ebenfalls viel. Das Problem sei, dass viele nicht dabeiblieben.

Schachspieler übte auch andere Sportarten aus

Schach ist aber nicht der einzige Sport, den Gerhard Ziemek in seinem Leben ausgeübt hat. „In meiner Jugend bin ich Radrennen gefahren“, erinnert er sich. Für ein oder zwei Jahre übte er diese Sportart in einem Verein in Hemer aus. „Nebenbei habe ich auch Handball gespielt.“ Beim Handball blieb er länger dabei. „Man muss in der Jugend was tun“, findet er. Heutzutage haben die Kinder und Jugendlichen seiner Meinung nach zu wenig Bewegung. „Wir sind meist zur Schule gelaufen. Die Kinder heute werden mit dem Auto gebracht“, gibt er ein Beispiel.

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