7 von rund 450 Kindern, die gleichzeitig schwimmen lernen. Die Kurse finden statt im Volksbad und in Wellinghofen. © Björn Althoff
Freibäder

Schwimmkurse für Kinder: 450 Plätze ausgebucht, aber bald gibt es die nächsten

Wann können die Kinder in Dortmund endlich wieder schwimmen lernen? Mit riesigem logistischen Aufwand laufen gerade Kurse für 450 Kinder. Dabei wäre der Bedarf noch viel, viel höher.

In der ersten Woche hatten sie noch viel Platz. Im Volksbad neben dem Stadion waren außer den Kindern nur die Sport-Schwimmer – und die zogen ihre Bahnen natürlich nicht im Nichtschwimmer-Becken. Da fiel noch deutlicher ins Auge, was für eine Riesen-Aktion gerade läuft.

Vier Schwimmkurse gleichzeitig, in der Regel für acht Kinder. Und danach – im durchgetakteten Schichtbetrieb – direkt die nächsten vier. Und noch mal vier. Und noch mal vier.

Im Volksbad und in Wellinghofen

Pro Tag also 32 Kurse – und das intensiv. Montags, mittwochs und freitags sind die einen Kinder dran. Dienstags, donnerstags und samstagmorgens dann noch einmal andere. Und damit immer noch nicht genug.

Im Freibad Wellinghofen laufen zeitgleich auch Kurse. Sodass insgesamt rund 450 Kinder aus Dortmund Plätze bekommen haben. Logistisch ein riesiger Aufwand – und dennoch längst nicht genug.

Plätze waren in wenigen Stunden ausgebucht

„Als wir die Tickets freigeschaltet haben, waren wir innerhalb von sechs Stunden ausverkauft“, sagt Jörg Husemann, einer der Geschäftsführer des Bäderbetreibers Sportwelt Dortmund. „Dann hatten wir noch einen Kurs freigeschaltet und eine E-Mail verschickt. Fünf Minuten später wollten 20 Personen die acht Plätze buchen. Also: Der Bedarf ist enorm.“ Der Aufwand ebenso.

„So eine Anzahl an Helfern, das kann kein einzelner Verein leisten“, erklärt Husemann. 90 Frauen und Männer sind in den Bädern. Einige als Trainer im Wasser, andere, um die Kinder an den Eingängen in Empfang zu nehmen, sie in die richtigen Gruppen zu schicken und sie nach dem Kurs wieder hinauszuleiten. Denn Mama und Papa dürfen nicht ins Bad – Corona-bedingt muss die Nachverfolgung aller Besucher gewährleistet sein.

Schwimmen lernen – es gibt mehrere Wege

SV Westfalen, FS 98, TuS Dortmund-Brackel, DRLG und weitere Vereine sind beteiligt. „Ich finde es super, dass wir erstmalig Vereins-übergreifend so eine Aktion hinbekommen haben“, sagt Husemann, „Der Schwimmausbildungsbedarf ist ja enorm.“ Die Hoffnung: „dass wir alle in zwölf Terminen zum Seepferdchen kriegen.“

Normalerweise gibt es nicht einen Weg beim Schwimmenlernen. Fing man früher ganz klassisch mit Brustschwimmen an, sind gerade die Sportvereine mittlerweile darauf bedacht, mehrere Techniken beizubringen. Wer direkt technische Elemente von Rücken oder Kraul beherrscht, hätte es leichter, es später zum Wettkampfsportler zu bringen.

Auch Rückenschwimmen ist erlaubt

„Es ist ein bisschen gemischt“, sagt Meike Beulshausen, die mit ihrer Schwimmschule „Maikes Wasserrocker“ auch dabei ist im Volksbad. Manche der Kinder, die Jahrgang 2015 und älter sind, seien vorher schon in Kursen gewesen. „Die sind schon ein bisschen fitter.“ Bei anderen gehe es gerade erst los. Wobei: Es sei auch egal.

„Ob die jetzt ihr Seepferdchen auf dem Rücken machen oder auf dem Bauch – Hauptsache, es ist nach den Bestimmungen. Und da geht es nur danach, dass sie sich 25 Meter sicher über Wasser halten können.“

„Sind ein bisschen überrollt worden.“

Wer das nach vorherigem Sprung vom Beckenrand schafft, plus Ring aus schultertiefem Wasser holen plus Kenntnis der Baderegeln – der hat den „Frühschwimmer“ geschafft, wie das Seepferdchen offiziell immer noch heißt. Das soll in vier Wochen gelingen, also bis zum Beginn der Sommerferien.

„Wir sind ein bisschen überrollt worden“, gibt Jörg Husemann zu: „Dass die Resonanz so groß ist, hätte ich auch nicht gedacht.“ Deshalb sei man bereits in der Vorbereitung für weiterführende Schwimmkurse. „Es wird Folgekurse geben“, verspricht er.

Neue Kurse in den Sommerferien

Und andere Kinder? „Mehr als das, was wir jetzt machen, können wir in den Freibädern nicht anbieten“, so Husemann. Aber es laufen Gespräche mit dem Schulamt.

In den Sommerferien soll es in den Hallenbädern vormittags Kurse geben. Intensivkurse. Vier Tage à drei Stunden, jeweils zwei Wochen lang. Das Ziel auch da: Seepferdchen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
Zur Autorenseite
Björn Althoff

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.