Schwertransporte donnern über kleine Brücke: Anwohner pochen auf die Tonnenbegrenzung

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Über die Brücke dürfen maximal 16 Tonnen schwere Lkw fahren, auf der angrenzenden Straße sind nur 3,5 Tonnen erlaubt. Dennoch nutzen laut Anwohnern Schwertransporte die Strecke.

Deusen

, 15.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfangs sei es nur ab und an vorgekommen, dass größere Lkw die Straße und die Brücke passiert haben. Doch deren Zahl sei deutlich gestiegen, inzwischen seien sogar Schwertransporte darunter. So lautet die Beschwerde von Anwohnern.

Dabei ist die Deusener Straße auf 3,5 Tonnen begrenzt, die Kreyenbach-Brücke nahe der Seitenstraße „Wulfgraben“ auf 16 Tonnen. „Da kann es doch eigentlich nicht erlaubt sein, mit so schweren Fahrzeugen über unsere Straße zu donnern“, sagt Reiner Schramowski als Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Deusen.

Er habe sich schon geärgert, als immer mehr teils sehr schwer beladene Lkw die Deusener Straße nutzten, doch ein Ereignis Anfang März brachte Schramowski dazu, die Problematik in der Bezirksvertretung (BV) Huckarde vorzubringen.

Schwertransport stutzt erst und fährt dann trotzdem

Am Morgen des 3. März habe ein als Schwertransport gekennzeichneter Lkw samt Begleitfahrzeug vor der Kreyenbach-Brücke gehalten. „Schlimm genug, dass der Transport überhaupt bis dahin kam – das ist doch bei der Tonnenbegrenzung eigentlich nicht möglich“, sagt Reiner Schramowski.

Er habe die Gunst der Stunde genutzt und die Fahrerin des Begleitfahrzeuges gefragt, warum die Deusener Straße für den Schwertransport genutzt werde. Die zeigte ihm die vorgeschriebene Route in ihrem Navigationsgerät.

Fahrzeuge mit einem Gewicht bis 16 Tonnen dürfen die Kreyenbach-Brücke in Deusen passieren. Der Linienverkehr bildet eine Ausnahme.

Fahrzeuge mit einem Gewicht bis 16 Tonnen dürfen die Kreyenbach-Brücke in Deusen passieren. Der Linienverkehr bildet eine Ausnahme. © Privat

„Bei dem Schild vor der Brücke hat sie sich dann aber anscheinend doch gewundert und die Route kontrolliert“, erzählt Reiner Schramowski.

Am Ende habe der Schwertransport die Kreyenbach-Brücke passiert. „Aber die haben ja auch keine andere Wahl, als sich an die Route zu halten, wenn sie sich nicht auskennen“, sagt der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft.

Zugmaschine und Hänger werden getrennt betrachtet

Dennoch fragen sich die Siedler, warum Lkw oder Schwertransporte mit deutlich mehr als 3,5 oder 16 Tonnen Gewicht die Deusener Straße und die kleine Brücke befahren dürfen.

Ein Blick auf die Straßenverkehrsordnung zeigt, dass sich die Schilder an der Deusener Straße und der Brücke auf das tatsächliche Gewicht des Fahrzeuges beziehen. Dabei werden Zugmaschine und Hänger getrennt betrachtet.

Nur in Kombination mit einem rot umrandeten Schild, das einen Lkw zeigt, darf das Gesamtgewicht des Fahrzeuges nicht höher als die angezeigte Tonnenbegrenzung sein.

Schwertransporte können allerdings 40 und mehr Tonnen wiegen. Als Schwertransporte gelten aber auch Fahrzeuge, die über die normalen Maße hinausgehen. Ab einem Gesamtgewicht von 41,8 Tonnen werden Schwertransporte nur mit einem exakten Fahrtweg genehmigt.

Route muss immer aktuell sein

Zudem gelte es, die Tonnenbegrenzung der auf der Strecke liegenden Brücken zu beachten, wie das Tiefbauamt der Stadt Dortmund mitteilt. „Die Tonnagebeschränkungen von Brückenbauwerken haben technische Hintergründe und dürfen daher auf keinen Fall überschritten werden“, sagt Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl.

Daher genehmige das Tiefbauamt generell keine Schwertransporte über die Kreyenbach-Brücke. „Eine Genehmigung für diese Route ist nicht erteilt worden“, erklärt Sylvia Uehlendahl.

Die „offizielle Anordnung“ des Fahrtweges geschehe grundsätzlich in Form eines Schreibens und per E-Mail. Wenn solch eine Route vom Fahrzeugführer ins Navigationsgerät übertragen werde, sei darauf zu achten, dass sie auch tatsächlich genau dem genehmigten Streckenverlauf entspricht.

„Das Fuhrunternehmen muss diese Route allerdings auch tagesaktuell noch einmal überprüfen, denn unvorhersehbare Baustellen kann es immer geben“, sagt die Tiefbauamtsleiterin. Ausweichstrecken oder Umleitungen seien nicht zulässig, für sie müsse erst wieder eine neue Genehmigung eingeholt werden.

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