In einem Dortmunder Krankenhaus ist eine schwangere Frau (29) an Corona gestorben (Symbolbild). © dpa
Nicht geimpfte Frau

Schwangere (29) stirbt an Corona in Dortmunder Krankenhaus

Eine erst 29 Jahre alte Schwangere ist in einem Dortmunder Krankenhaus an Covid-19 gestorben. Aus dem Klinikum heißt es: Es gebe „erschreckend“ viele Fälle von Corona-positiven Schwangeren.

Nur 29 Jahre alt sei die corona-infizierte Schwangere gewesen, die am Mittwoch in einem Krankenhaus in Dortmund gestorben sei, teilt die Stadt mit. Covid-19 sei die Ursache für den Tod gewesen.

Es ist der 406. Corona-Todesfall in Dortmund. 288 Menschen sind laut Zählung der Stadt ursächlich an Covid-19 gestorben.

Fünf Todesfälle an fünf Tagen in Folge

Hatte es im Sommer 2021 an den meisten Tagen keine Todesfälle gegeben, häufen sich die schrecklichen Meldungen nun wieder: Innerhalb der vergangenen 13 Tage meldete die Stadt Dortmund 8 Todesfälle.

In dieser Woche waren es von Montag bis Freitag jeweils einer: drei Männer (47/83/93 Jahre alt), eine 90-jährige Frau, nun die 29-Jährige.

Schwangere war nicht geimpft – Kind lebt

Die junge Frau sei nicht geimpft gewesen, erklärt die Stadt Dortmund: „Das Kind wurde laut Krankenhaus per Kaiserschnitt auf die Welt geholt und lebt.“ Um welches Krankenhaus es sich handele – das könne man mit Blick auf den Datenschutz nicht verraten, erklärte Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Nachfrage.

Auch das Klinikum Dortmund äußert sich nicht zum konkreten Fall, wohl aber allgemein zur Situation von Schwangeren, die corona-positiv sind.

„Viele Mütter mit schweren Verläufen“

„Es ist schon erschreckend, wie viele Mütter wir hier sehen mit schweren Verläufen“, sagt Professor Dr. Dominik Schneider, der Leiter der Kinderklinik. Das passiere deutlich häufiger als in der ersten und zweiten Welle. Der Vorteil, den man an der Beurhausstraße habe: Die Geburtshilfe und die Kinderklinik sind nur wenige Meter voneinander entfernt.

Und oft müsse es schnell gehen. Die Entscheidung, jetzt einen Kaiserschnitt zu machen, falle häufig sehr kurzfristig. Etwa, weil bei der Mutter die Sauerstoffversorgung nicht mehr gewährleistet sei. Oder weil sich der Zustand der Mutter rapide verschlechtere.

Kinder von Corona-Schwangeren sind oft Frühchen

„Wir müssen oft vor dem eigentlichen Termin entbinden“, so Schneider weiter. Ist eine Schwangere corona-positiv, könne man einige Therapien nicht durchführen. Eine Cortisontherapie etwa, die normalerweise gut für die Entwicklung der Lunge des ungeborenen Kindes sei – die wäre hier höchst gefährlich.

Auch gehe es in der Behandlung ja oft darum, dass das Kind so lange wie möglich noch im Mutterleib gut versorgt wird, dass es dort heranwächst, um bei der Geburt möglichst nah am Normalgewicht zu sein.

Coronavirus tritt normalerweise nicht auf das Kind über

Immerhin, so Schneider: „Die Kinder haben in der Regel kein Coronavirus.“ Zumindest habe man einen Übertritt des Virus von der Mutter auf das Kind bei den bisherigen Fällen nur selten beobachtet.

Probleme blieben aber auch für die Kinder: Die Neugeborenen seien isoliert, könnten in den ersten Tagen nur schwer Besuch empfangen und hätten oft mit Folgen ihres Frühchen-Daseins zu tun.

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Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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