Schuss am Ostentor: Täter zog mit Kalaschnikow durch Dortmund

dzBluttat

Ein Mann hat einen anderen am Ostentor auf offener Straße lebensgefährlich angeschossen. Jetzt ist die Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft verrät neue Details - nicht nur zur Waffe.

Dortmund

, 26.09.2019, 11:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittwochmorgen, 10 Uhr, plötzlich fällt an der Weißenburger Straße in der Innenstadt ein Schuss. Ein zur Tatzeit 32-Jähriger wird am Bein getroffen und schwer verletzt, der Täter ist daraufhin stundenlang auf der Flucht.

Die Polizei warnt die Bevölkerung vor dem bewaffneten Mann und ist mit vielen Beamten in der Innenstadt unterwegs. Doch noch am selben Abend wird ein Verdächtiger gegen 19 Uhr in Eving festgenommen. So geschehen am 12. Juni.

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Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen inzwischen 34-jährigen Dortmunder. Mitte September ist Anklage gegen den Mann erhoben worden, bis Ende des Jahres soll sein Prozess vor dem Dortmunder Landgericht starten, teilt Staatsanwalt Henner Kruse mit.

„Ihn erwartet eine Anklage wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und unerlaubten Führens einer Kriegswaffe“, sagt Kruse. Der Mann habe ein Kalaschnikow-Maschinengewehr mit mehreren Magazinen bei sich gehabt. In einer größeren Sporttasche habe er es durch die Innenstadt getragen.

Der Verdächtige und das spätere Opfer kannten sich laut Anklage bereits seit etwa drei Jahren. Regelmäßig hätten sie sich am Tatort - einem Kiosk an der Weißenburger Straße - getroffen und dort gemeinsam Alkohol getrunken.

„Etwa einen Monat vor der Tat kam es schon zu einem Streit mit Beleidigungen“, so Kruse. Dabei soll der Verdächtige dem anderen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Danach hätten sich die beiden geeinigt, getrennte Wege zu gehen.

Doch am 12. Juni tauchte der Täter dann mit dem Maschinengewehr am Kiosk auf und schoss seinem Bekannten offenbar unvermittelt in den Oberschenkel. „Der Oberschenkelknochen wurde zertrümmert“, sagt der Staatsanwalt: „Wegen des massiven Blutverlustes musste der Mann notoperiert werden.“

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Der Täter sei offenbar von einer tötlichen Verletzung ausgegangen und weggelaufen. Am Abend nahmen ihn Polizisten nach umfangreicher Fahndung an der Lothringer Straße in Eving fest.

Vor Gericht wird die zentrale Frage stehen, ob der Mann mit dem Maschinengewehr in Mordabsicht gehandelt hat. „Der Versuch kann milder bestraft werden als die vollendete Tat“, heißt es im Strafgesetzbuch. Mörder erwarten grundsätzlich lebenslange Freiheitsstrafen, für eine gefährliche Körperverletzung sind bis zu zehn Jahre Haft vorgesehen.

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