Schulcheck: Stadtgymnasium will Tafeln abschaffen - und raus aus der „Kreidezeit“

dzSchuljahr 2020/21

Am ältesten Gymnasium Dortmunds gibt’s seit drei Jahren Smart-Fernseher, jetzt sollen die Tafeln verschwinden. Auch mit einem anderen Kniff möchte sich das Stadtgymnasium verbessern.

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, 09.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Stadtgymnasium hat im vergangenen Jahr seinen 475. Geburtstag gefeiert. Als ältestes Dortmunder Gymnasium überrascht es, dass die Anmeldezahlen nicht zunehmen wie bei den anderen städtischen Gymnasien. Das soll sich aber ändern.

Das macht unsere Schule so besonders

Das sagt der Schülersprecher Mikail Özdogan: „An Dortmunds ältester Schule lernen und arbeiten Schülerinnen und Schüler aus 30 Nationen friedlich zusammen. Vielfalt und gegenseitige Wertschätzung sind ein Markenzeichen unserer Schule. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass jeder Lernende sein individuelles Lernmenü zusammenstellt, dabei intensiv begleitet und gefördert wird und am Ende den bestmöglichen Abschluss erreicht.“

Schulcheck: Stadtgymnasium will Tafeln abschaffen - und raus aus der „Kreidezeit“

Schulsprecher Mikail Özdogan schätzt die friedliche Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler aus 30 verschiedenen Nationen. © Schule

Darum würden Eltern die Schule empfehlen

Das sagen die Elternpflegschaftsvorsitzenden Susanne Dalbert, Nergiz Özdogan und Nina Amadi: „Am Stadtgymnasium ist Elternengagement willkommen und wird wertgeschätzt. Kollegium und Schulleitung haben stets ein offenes Ohr für Elternanliegen. Es herrscht insgesamt ein freundlicher und respektvoller Umgangston, der mit dazu beiträgt, dass sich Eltern und Schülerinnen und Schüler am Stadtgymnasium wohlfühlen.“

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Susanne Dalbert, Nergiz Özdogan, Nina Amadi sind die Schulpflegschaftsvorsitzenden. © Schule

So digital tickt unsere Schule schon heute

Das sagt der Schulleiter Bernhard Koolen: „Das Stadtgymnasium hat bereits vor drei Jahren 10 Unterrichtsräume mit SMART-TV-Geräten ausgestattet, die im Unterricht in vielfältiger Weise, auch für die Präsentation und Auswertung von Schülerarbeiten, eingesetzt werden. Wir erhalten demnächst eine digitale Vollausstattung in allen Unterrichtsräumen und werden im kommenden Schuljahr eine ,kreidelose‘ Schule.“

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Bernhard Koolen ist der Schulleiter des Stadtgymnasiums. © Schule

Hier hat unsere Schule noch Nachholbedarf:

Das sagt der Schulleiter: „Die Schule verbessert laufend ihre Angebote im Bereich der Digitalisierung und der Nachmittagsangebote.“

So berichtete die Presse über die Schule

2012 war das wohl turbulenteste Jahr für das Stadtgymnasium: Ein Lehrer hatte auf einer Demonstration von Pro NRW geäußert, dass er mehr Angst vor Islamisten als vor Rechtsextremisten habe. Der Politiklehrer wurde freigestellt. Daraufhin gingen die Anmeldezahlen zurück.

2015 sagte der Lehrer in einer Live-Radiosendung des WDR anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz: „Mir geht sogar die Massentierhaltung emotional näher als Auschwitz. Alle 20 Minuten sterben 6 Millionen Tiere, das geht mir emotional viel näher.“ Alles in allem: Keine gute PR für das Gymnasium.

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475 Jahre Stadtgymnasium feierte Armin Laschet, Ministerpräsident NRWs, mit Schulleiter Bernhard Koolen und OB Ullrich Sierau. © Stephan Schuetze

Die gute Nachricht: Stadtgymnasium, Käthe-Kollwitz-Gymnasium und Helmholtz-Gymnasium arbeiten seit 2017 enger zusammen, damit schulübergreifende Fächer angeboten werden können. Diese sogenannten „Orchideenfächer“ würden nur von wenigen Schülerinnen und Schülern gewählt werden und darum sei es üblicherweise nicht möglich, dass sie angeboten werden. So gibt es auch Leistungskurse in Physik, Chemie, Informatik und Pädagogik.

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