Schüsse aufs Klinikum: Warum Ärzte der Polizei nicht alles sagen dürfen

dzFahndung

Aus einem Auto heraus hat ein Unbekannter am Wochenende mit einer Waffe auf das Foyer des Klinikums geschossen. Beteiligte verraten der Polizei nichts, die Fahndung nach zwei Autos läuft.

Dortmund

, 19.09.2019, 11:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum dritten Mal innerhalb von drei Monaten sind in der Dortmunder Innenstadt Schüsse gefallen. In der Nacht zu Samstag (14. September) hat jemand gegen 3 Uhr aus einem schwarzen Auto heraus auf das Foyer des Klinikums an der Beurhausstraße geschossen. Eine Kugel durchschlug eine Glasscheibe, verletzt wurde niemand.

Die Schüsse fielen, nachdem sich zwei Männer im Klinikum behandeln lassen hatten, die wohl beide zuvor in der Nordstadt an der Stahlwerkstraße bei einer Auseinandersetzung verletzt worden waren.

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Ein 31-Jähriger aus dem belgischen Lüttich blutete im Bauchbereich, der andere - er ist der Polizei bislang nicht bekannt - am Hals. Verwandte des Lüttichers hatten den zweiten Mann im Foyer erkannt und als Verdächtigen von der Stahlwerkstraße genannt.

Der Polizei liegen bislang keinerlei neue Hinweise zum Tathergang und den Hintergründen vor, wie die Pressestelle auf Anfrage mitteilt. Als Polizisten am Wochenende an der Stahlwerkstraße eintrafen, machte schon dort keiner der angetroffenen Männer Angaben zur Auseinandersetzung und zur Ursache der Verletzungen.

Die Ermittler suchen Zeugen, die die Auseinandersetzung an der Stahlwerkstraße gegen 1.30 Uhr oder die Schüsse aufs Klinikum gegen 3 Uhr mitbekommen haben. Zwei Autos werden außerdem gesucht: ein neuwertiger, schwarzer, getunter VW Golf und ein schwarzer 6er-BMW. Hinweise werden entgegengenommen unter Tel. (0231) 1 32 74 41.

Die Mitarbeiter des Klinikums dürfen übrigens in der Regel keine Informationen über die Behandlung der Verletzten an die Polizei weitergeben. Anders als in Fernsehserien informieren sie die Beamten nicht direkt, wenn jemand mit Stich- oder Schusswunden in die Notaufnahme kommt.

„Grundsätzlich gilt immer die ärztliche Schweigepflicht“, erklärt Klinikum-Sprecherin Annika Haarhaus: „Ausnahmen gelten nur, wenn vom Patienten eine Gefahr für außen ausgeht.“ Das sei zum Beispiel der Fall, wenn derjenige ankündigt, jemanden angreifen zu wollen.

Am 12. Juni und am 18. Juli sind in der Dortmunder Innenstadt zuletzt Personen am helllichten Tag angeschossen worden. Nach dem Schuss vom Ostentor ist der mutmaßliche Täter am selben Abend in Eving festgenommen worden, die Ermittlungen laufen noch. Der andere Täter von der Hansastraße ist aktuell noch auf der Flucht.

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