Schüler der Grafen-Grundschule entdecken im Zirkus Lollipop verborgene Talente

dzGrafen-Grundschule

„Zirkus Lollipop“ macht Station in Deusen. Stars in der Manege sind die 96 Kinder Grafen-Grundschule. Zu den Vorstellungen am Ende der Projektwoche kommen nicht nur Eltern und Verwandte.

Deusen

, 11.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Samuel grinst keck. Dass der Matheunterricht nicht stattfindet, sagt der Grundschüler, das findet er toll. Dabei steht er unter der Zeltkuppel vom Zirkus Lollipop. Der „Projekt Cirkus“ aus dem bayerischen Holzheim macht in dieser Woche Station an der Grafen-Grundschule in Dortmund-Deusen.

Samuel gehört zur Trapezgruppe. Henry Brumbach ist Junior-Zirkusdirektor und leitet die Kinder an. Sicherheit steht an erster Stelle: Der 26-jährige Artist legt den fünf Kindern Bauchgurte an. Mit einem Drahtseil am Trapez verbunden, schützt der Gurt vor einem Absturz aus luftiger Höhe.

Melina blickt ein wenig erfurchtsvoll in die Zeltkuppel

„Ihr müsst aufpassen“, sagt Herny Brumbach, „bei einem Sturz tut auch der Gurt weh“. Aber er beruhigt: „Ihr stürzt nicht ab. Niemand ist bis jetzt bei mir abgestürzt.“ Melina macht große Augen und freut sich, „dass wir da oben hängen und Kunststücke machen“. Ihr Blick Richtung Kuppel ist trotzdem ein wenig ehrfurchtsvoll.

Den anderen Nachwuchs-Artisten ist es wichtig, „dass wir Spaß haben“, ruft Sina oder „dass wir überhaupt auftreten“, findet Helen. Und „dass wir aufeinander vertrauen können“, sagt Julia. Die Meinungen der Kinder decken sich mit den pädagogischen Zielen. Kein Zirkus ohne Teamarbeit, erklärt Schulleiterin Rita Greb-Sorge. „Halten und Halten-lassen ist auch sonst ein Wahlspruch in unserer Schule.“ Und: „Unsere Kinder lernen noch mal andere Talente an sich kennen.“

Eltern verkauften Eintrittskarten an den Deusener Haustüren

Und die präsentieren sie zum Abschluss der Projektwoche am Freitag vor den Osterferien (12. April) im Zirkuszelt. Zu den Vorstellungen um 15 und 18 Uhr erwartet Rita Greb-Sorge jeweils 250 Zuschauer. Das sind nicht nur Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel der 96 Kids, sondern auch Deusener Anwohner. „Wir haben in alle Briefkästen Flugblätter geworfen“, berichtet die Schulleiterin.

„Einige Eltern und Kinder sind dann noch von Haustür zu Haustür gezogen und haben Karten verkauft.“ Und es ist noch Platz im Zelt: Zirkusfans sind herzlich willkommen. Der Eintritt kostet 6 Euro. Rund um die Vorstellungen gibt es ein kleines Schulfest mit Kaffee, Kuchen und Grillwurst.

20 Eltern bauten in dreieinhalb Stunden das Zirkuszelt auf

Eintritt und Catering tragen ebenso zur Finanzierung des Projektes bei wie die vier Sponsoren, die der Förderverein eingeworben hat. Alle vier Jahre veranstaltet die Grafen-Grundschule das Zirkusprojekt – mittlerweile zum vierten Mal. Für eine der kleinsten Grundschulen im Land eine Herkulesaufgabe.

Ohne die Eltern gehe nichts, erzählt Rita Greb-Sorge. 20 von ihnen waren schon am Sonntag auf der Wiese hinter der Schule, um das Zelt aufzubauen. „Dreieinhalb Stunden haben sie geschuftet. Und manche waren überrascht, wie schwer die Arbeit ist.“

Eltern müssen vor den Ferien einen Tag „nachsitzen“

Am Freitag, rund um die Vorstellungen haben Eltern wie Kinder einen Fulltime-Job. Für die Kinder beginnt der aufregende Tag um acht Uhr mit der Generalprobe. Nach einer Pause geht es ans Kostümieren und Schminken, dann folgen die Aufführungen.

Wenn um 21 Uhr die letzte Bratwurst vom Grill ist und die Scheinwerfer in der Manege erloschen sind, beginnen für die Grafen-Grundschüler die Ferien. Die Eltern müssen am Samstag „nachsitzen“, um das große Zelt abzubauen.

Rita Greb-Sorge ist stolz auf ihr kleines Kollegium. Über Monate haben die sechs Lehrerinnen die Projektwoche vorbereitet. „Jetzt müssen sie gucken, dass die Kinder zum Training ins Zelt gehen und gleichzeitig qualifizierten Unterricht machen.“ Auch Mathe – auch für Samuel.

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