Trauer und Bestürzung über den Tod des Jungbullen Willi. Dieses Bild stammt aus dem Februar. © Zoo Dortmund
Dortmunder Zoo

Schock und Tränen: Dortmunder trauern um Jung-Nashorn Willi

Der Dortmunder Zoo verkündete am Dienstag eine traurige Nachricht: Das Nashornbaby Willi ist gestorben – auch in den sozialen Medien ist das Bedauern und die Anteilnahme groß.

Nur rund ein Jahr und zwei Monate alt wurde Willi, der Nashorn-Nachwuchs und Publikumsliebling im Dortmunder Zoo. Der Jungbulle musste gegen 2 Uhr in der Nacht auf Dienstag (23.3.) wegen einer Kolik eingeschläfert werden.

Auch BVB-Maskottchen Emma meldet sich

Viele viele Menschen verfolgten Meldungen über Willis Heranwachsen in den sozialen Netzwerken. Im WDR wurde er teil einer Fernseh-Doku-Reihe. Entsprechend groß war im Netz die Bestürzung in Anbetracht der Todesnachricht.

Auf der Facebook-Seite des Dortmunder Zoos hatten in den ersten vier Stunden bereits über 1500 User ihr Beileid ausgedrückt. Unter anderem schrieb auch das BVB-Maskottchen Emma „Wie traurig“ und postete ein Bild mit dem verstorbenen Jungtier.

Auch viele andere Zoo-Besucher posteten an gleicher Stelle Fotos von dem Bullen und seiner Mutter, die sie offenbar bei Besuchen im Zoo gemacht hatten. Dazu schrieb eine Userin: „Ich habe mich immer so sehr an den Fotos von ihm erfreut.“

Auf Instagram kommentierte eine Dortmunderin, dass sie sogar mit ihren Tränen kämpfen musste, den Tod von Willi empfinde sie als einen „schrecklichen Verlust“. Andere berichteten von dem, was sie in Erinnerung behalten werden oder schrieben schlicht: „Willi wird immer in unseren Herzen bleiben“, „unfassbar traurig“, „Ruhe in Frieden.”

Mutter und Großmutter von Willi konnten Abschied nehmen

Der Dortmunder Zoo meldete zuvor, dass sich sowohl Willis Mutter Shakina, Nashornkuh Jasira und Nashorn-Oma Natala noch von ihm verabschieden konnten.

„Schön, dass ihr so viel Einfühlungsvermögen habt und den anderen Nashörnern Gelegenheit zum Verabschieden gegeben habt”, schrieb daraufhin eine weitere Facebook-Nutzerin. Andere User wünschten den hinterbliebenen Nashörnern „viel Kraft“.

Der Zoolotse Marcel Stawinoga sprach von einem „unglaublichen Schock“, den der Tod des Nashornbabys für das Team bedeute. An den Reaktionen seiner Follower lässt sich ablesen, dass die Fotos, Videos und Geschichten über Willi den Dortmundern in der Pandemie kleine Glücksmomente beschert haben.

Besonders ergreifend ist die Schilderung einer Mutter auf Instagram: „Ich hab es vorhin meiner Tochter (4) beibringen müssen, weil wir heute endlich mal wieder den kleinen Willi besuchen wollten, dass er leider verstorben ist. Meine Tochter hat bitterlich geweint und sich erstmal die ganzen Fotos, die wir von Willi gemacht haben angesehen.“

Geboren im Corona-Jahr

Weil Willi im Corona-Jahr geboren wurde, hatten viele Fans aber noch nicht die Gelegenheit, ihn zu persönlich zu treffen, weswegen viele User auch ihre Enttäuschung zum Ausdruck brachten, den süßen Jungbullen nicht rechtzeitig besucht zu haben: „Wir konnten ihn gar nicht kennenlernen“ oder „ich hätte Willi sooo gerne kennen gelernt“, lauteten die Reaktionen.

Andererseits berichteten auch mehrere Nutzer davon, dass sie erst vor wenigen Tagen im Dortmunder Zoo waren, „am Samstag haben wir den Kleinen noch gesehen“, als das Nashorn Jungtier bei bester Gesundheit schien.

Ein User hat Willi nach eigenen Angaben am Tag seines Todes noch besucht und schildert seine Eindrücke auf Facebook: „Ich habe mich gestern Mittag über das ständige seitliche Abrollen Willis gewundert. Er sieht auf euren Videos immer fröhlich und aufgeweckt aus. Gestern war er sehr träge und wirkte irgendwie traurig.“

Auch auf dem Twitter-Account der Stadt Dortmund wurde kondoliert. Dortmunder erinnerten sich an vergangene, schönere Tage mit Willi: „Traurig. Hatte ihn vor dem Lockdown noch rumlaufen sehen.“

Auch kritische Stimmen auf Facebook

Auf allen Plattformen wurde auch den Pfleger von Willi Trost gespendet: „Mein tiefes Beileid an das ganze Zoo-Team, besonders an die vertrauten Tierpfleger“, schrieb eine Userin und eine andere: „Mein Mitgefühl gilt denjenigen, die sich um das Tier gekümmert haben.“

Allerdings meldeten sich auf unseren Artikel bei Facebook auch kritischere Stimmen, die den Tod des jungen Nashorns als Beleg dafür sehen, dass die Tiere nicht aus ihrem natürlichen Habitat entfernt werden sollten.

So schrieb ein User „Warum nur? Weil diese Tiere in die Freiheit gehören! Nicht hinter einen Zaun gesperrt!“ und ein anderer kommentierte: „Gestorben an Einsamkeit.“ Beiden Kommentaren wurde allerdings unverzüglich von einer Vielzahl anderer Nutzer widersprochen.

Mehrere Menschen äußerten die Befürchtung, dass Willi etwas Falsches gegessen haben könnte, was Zoobesucher über den Zaun warfen. Tierärzte untersuchen zurzeit seinen Leichnam, um die Ursache der Koliken herauszufinden.

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