Johann (9 Jahre), Schüler einer vierten Klasse, wirft nach einem selbst durchgeführten Coronatest sein Teströhrchen in einer Grundschule in eine Sammelbox. Diese Test sollen im Mai auch in Dortmund zum Einsatz kommen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Teststrategie in Dortmund

Schnelltests an Schulen: Ab Mai kein Nasepulen mehr – der Lolli-Test kommt

NRW-weit sollen neue Tests ab Mai in Grund- und Förderschulen eingesetzt werden. Wir haben Dortmunder Lehrer gefragt, was sie von der neuen Strategie halten.

Die Stadt Dortmund will ab Mai neue Wege gehen, was die Teststrategie an Schulen betrifft. In Dortmund sollen an Grund- und Förderschulen frühestens ab 10. Mai die sogenannten Lolli-Tests zum Einsatz kommen.

Neue Teststrategie wird logistische Herausforderung

Die Tests werden von Laboren ausgewertet und sind PCR-Tests. Die Kinder müssen sich dafür aber kein Teststäbchen in die Nase stecken, sondern in den Mund. Der mit Speichel vollgesogene Tupfer wird dann in einem großen Pool ausgewertet.

Manfred Hagedorn, Leiter des Fachbereichs Schule, sagt: „Das ist ein mega-logistisches Thema.“ Das Problem: Es gibt in NRW nur zwei Labore, die die Tests auswerten können. Sie liegen in Düsseldorf und Leverkusen.

Wenngleich die Logistik noch Kopfzerbrechen bereiten dürfte, sieht Manfred Hagedorn deutliche Vorteile gegenüber den handelsüblichen Schnelltests.

Das sagen Lehrer zu den Lolli-Tests

Auch GEW-Personalrätin und Sonderpädagogin an einer Dortmunder Grundschule, Birgitta Scholten, erhofft sich Vorteile gegenüber dem „Nasenpultest“, der in Grund- und Förderschulen nach den Osterferien eingesetzt wurde.

Der Test soll genauer sein, heißt es, und einfacher in der Handhabung. „Es gibt Kinder, die haben Angst, sich das Stäbchen in die Nase zu stecken“, sagt die Sonderpädagogin.

GEW-Vorstand Volker Maiwald hörte von Kollegen, dass es vereinzelt Fälle gab, wo bei Kindern die Nase blutete. „Das spricht sich sofort rum, führt zu Verunsicherung und kann dann zu Testskepsis führen“, sagt der Gewerkschafter.


Motorische Probleme, ungültige Tests

Motorisch bekämen kleinen Kinder das Testen manchmal gar nicht hin, berichtet Birgitta Scholten. Manch ein Test müsste wiederholt werden, weil er ungültig ist.

„Bei der Durchführung dürfen wir ja nicht helfen“, sagt die Sonderpädagogin.

Das sei ein Problem.

Aber am problematischsten ist aus der Sicht der Lehrer, dass sich die Teststrategie ständig ändert. „Es ist einfach zermürbend und bringt die Kollegen an den Rand der Kräfte“, so die GEW-Personalrätin.

Deshalb hofft sie, dass die Idee mit den Lolli-Tests sich durchsetzt und eine verbindliche Teststrategie wird.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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