Auf der Kreuzung Flughafenstraße und dem Brackeler Hellweg hatte sich ein Lkw quergestellt. © Oliver Schaper
Wintereinbruch

Schnee und Eis legen Flughafen und A2 in Dortmund lahm

Keine Müllabfuhr, keine Busse, kaum Bahnen, querstehende Lastwagen und Unfälle – Schnee und Eis haben den Verkehr in Dortmund zum Erliegen gebracht. Selbst am Flughafen - und auf der A2.

Zuhause bleiben! Diesen Appell hatte die Dortmunder Polizei schon am Montagmorgen um kurz nach 8 Uhr veröffentlicht. Zu gefährlich sei es auf den Straßen, zu rutschig sei es auf dem Schnee – und erst recht auf der Eisschicht, die darunterliegt.

Die allermeisten Dortmunder hörten darauf oder hatten es ohnehin so gesehen. Zwar gab es Unfälle im Minutentakt, sagte Polizeisprecher Peter Bandermann am Morgen. Meist sei es allerdings bei Blechschäden geblieben oder höchstens bei leichten Verletzungen. Zum Glück, so Bandermann, habe der heftigste Wintereinbruch, den Dortmund seit Jahrzehnten erlebte, nicht zu tödlichen Unfällen geführt. Von 12.30 Uhr bis 18.30 Uhr kam es in Dortmund zu 26 witterungsbedingten Verkehrsunfällen.

Nur wenige Autos – das wurde zum Problem

Dramatisch wurde es allerdings am Montagabend auf der A2. Auf der Autobahn war es in Richtung Oberhausen am Montagabend im Dortmunder Norden plötzlich spiegelglatt – eine Eispiste. Autos gerieten ins Rutschen, Lkw standen quer. Die Auffahrt von der B236 wurde gesperrt. Das THW versorgte die im Stau stehenden Autofahrer mit Essen und warmen Getränken. Zu Unfällen oder Verletzten kam es laut Polizei nicht.

Zurück in die Stadt: Auf dem Wall und auf vielen Straßen rund um die Innenstadt gab es ein ungewohntes Bild: Wo sich sonst Berufsverkehr staut, war manchmal nur ein Auto pro Grünphase unterwegs. Anderswo, beispielsweise im Kreuz von B236 und B1, standen Wagen quer. Alles stockte und schneite zu.

Weniger Autos auf den Straßen – ausgerechnet das stellte die EDG vor Probleme. Die ganze Nacht über waren Räum- und Streufahrzeuge im Einsatz gewesen.

Am Morgen aber erklärte EDG-Sprecherin Petra Hartmann, das Streusalz werde nicht in Schnee und Eis „eingearbeitet“, es bleibe oberflächlich liegen. Dieses Einarbeiten würden nämlich sonst die darüberfahrenden Autos erledigen.

Unter Schnee und Schneematsch hat sich eine Eisschicht gebildet - das macht die Lage auf den Straßen in Dortmund, hier am Wall/Höhe Hauptbahnhof, so gefährlich.
Unter Schnee und Schneematsch hatte sich eine Eisschicht gebildet – das machte die Lage auf den Straßen in Dortmund, hier am Wall/ Höhe Hauptbahnhof, so gefährlich. © Björn Althoff © Björn Althoff

Müllabfuhr und Flughafen: Keine Chance gegen Eis

Und die Müllabfuhr? Die startete morgens zwar in den Tag. Schon um 11 Uhr hieß es aber: kein Durchkommen, alle Tonnen und Container bleiben voll. Die „aktuelle Verkehrssituation“ lasse keine Leerung mehr zu. Wie es weitergehe an den kommenden Tagen, werde man vielleicht erst kurzfristig entscheiden können.

Währenddessen waren auch auf der Start- und Landebahn des Flughafens viele Fahrzeuge unterwegs. Die riesige Fläche musste vom Schnee befreit und schließlich noch enteist werden.

Das Räumen und Streuen brachte allerdings nicht den gewünschten Erfolg. Schon am Vormittag meldete der Dortmund Airport, alle Starts und Landungen müssten entfallen. Ankommende Flugzeuge würden zu anderen Flughäfen umgeleitet.

Die Sperrung wurde mehrfach verlängert und zog sich letzten Endes bis in den Abend hinein.

Die Start- und Landebahn ist vereist. Bis mindestens 17 Uhr geht am Dortmunder Flughafen nichts.
Die Start- und Landebahn ist vereist. Bis mindestens 17 Uhr geht am Dortmunder Flughafen nichts. © Dortmund Airport 21 © Dortmund Airport 21

Lastwagen standen quer, Busse fuhren nicht

Nicht weit entfernt vom Flughafen spitzte sich die Lage auf den Straßen immer weiter zu. Rund um das ehemalige Westfalenhütten-Gelände, wo nun mehrere Logistikfirmen ansässig sind, standen zahlreiche Lastwagen quer – an der Kreuzung Flughafenstraße / Brackeler Straße ebenso. Oder auf der Bornstraße im Norden oder auf Straßen in den hügeligeren Süden der Stadt.

Da Busse ebenso große Probleme gehabt hätten wie Lastwagen, hatte DSW21 schon vorab entschieden: Nichts fährt.

Oberleitungen und Weichen eingefroren

Im Gegensatz zu den Stadtbahnen. Sie waren zumindest rund um die Innenstadt unterwegs. Das Problem allerdings: „Wir kommen nicht in die Außenbereiche, weil die Oberleitungen und Weichen total eingefroren sind“, sagte DSW-Sprecher Frank Fligge.

Bei Temperaturen weit unter Null und jeder Menge Schnee und Eis gilt das auch für Dienstag (9.2.): Die Busse fahren nicht, die U-Bahnen verkehren teilweise sogar stärker eingeschränkt als am Montag, beispielsweise in Aplerbeck und am Borsigplatz.

Und wegkommen vom Bahnhof? Die allermeisten S-Bahnen und fast alle anderen Verbindungen fielen aus. Zwar hatte sich bis zum Montagnachmittag die Lage etwas entspannt, doch die Deutsche Bahn warnte weiter, es komme „derzeit zu starken Beeinträchtigungen des Betriebsablaufs“.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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