Soll eine Flughafen-Schließung „gutachterlich“ begleitet werden? © Schaper
Flughafen Dortmund

„Schlag ins Gesicht“: Über 400 Airport-Mitarbeiter sind empört

Ein angefordertes Gutachten der Dortmunder Lokalpolitik über die Zukunft des Flughafens sorgt für heftige Diskussionen – und Sorgen. Wird damit die Schließung „gutachterlich“ begleitet?

Grüne, CDU und Linke+ setzen sich dafür ein, ein Szenario für eine mögliche Nachfolgenutzung des Flughafengeländes zu erarbeiten. Dazu soll ein Gutachten erstellt werden. Von kritischen Stimmen dazu ließen sie sich nicht beeindrucken: Sie brachten ihren Antrag mit eigener Mehrheit durch den Rat.

Dieser Antrag, der eine alternative Nutzung der Flughafenfläche zum Inhalt habe, sorge für Empörung unter den Arbeitnehmern, so Thomas Stegmann, Betriebsratsvorsitzender am Airport. Dies bedeute nichts anderes als ein Auftrag, des Rates der Stadt Dortmund, die Schließung des Flughafens gutachterlich zu begleiten. Stegmann: „Dies ist ein Schlag ins Gesicht.“

Ziel: Vernichtung von Arbeitsplätzen?

Dass der Eindruck entstehe, die Pandemie werde als Vorwand genutzt, um parteipolitisch gegen das „sehr erfolgreiche Unternehmen“ Dortmunder Flughafen vorzugehen, mache alle sehr betroffen, erklärt der Betriebsratsvorsitzende. Der Flughafen biete nicht nur über 400 Familien Brot und Arbeit – er sei ein wichtiger Motor der Wertschöpfung von Dortmund und Umgebung.

„Wollen Sie ernsthaft Steuergelder für ein Gutachten verwenden, welches als Ziel die Vernichtung von Arbeitsplätzen hat?“, fragt Stegmann. Viele Mitarbeiter vom Flughafen seien ehemalige Bergleute, denen schon einmal „dank politischer Entscheidungen“ der Fall ins Bergfreie bereitet habe.

Über die Autorin
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Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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