Schläge, Rassismus, Urin und ein Penis: Bundespolizei Dortmund erlebt heikles Wochenende

Hauptbahnhof Dortmund

Mehrere heikle Vorfälle beschäftigten die Dortmunder Bundespolizei am Wochenende: Bei mehreren Vorfällen war Gewalt im Spiel. Und mehr als einmal wurde es ekelig.

Dortmund

, 22.07.2019, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schläge, Rassismus, Urin und ein Penis: Bundespolizei Dortmund erlebt heikles Wochenende

Die Bundespolizei hatte am Dortmunder Hbf am Wochenende alle Hände voll zu tun. © Foto: Peter Bandermann

Die Bundespolizei hatte am Wochenende (20. und 21.7.) am Dortmunder Hbf einiges zu tun. Das berichten die Beamten am Montag. So beobachteten sie zunächst einen 56-Jährigen dabei, wie er vor die Wache am Dortmunder Hauptbahnhof urinierte. Als sie ihn auf sein Verhalten ansprachen, beleidigte er die Polizisten.

Später stellte sich heraus, dass der Mann bereits mit Haftbefehl wegen Trunkenheit am Steuer gesucht wurde. Da er eine geforderte Geldstrafe in Höhe von 1.200 Euro nicht begleichen konnte, wurde er in die JVA eingeliefert.

Zigarettenstreit eskaliert

Zudem eskalierte am Samstagabend ein Streit um eine Zigarette am Hauptbahnhof. Weil eine 53-jährige Frau aus Gelsenkirchen einem 19-jährigen Dortmunder keine Zigarette geben wollte, soll dieser versucht haben, sie der Frau aus der Hand zu reißen.

Daraufhin soll der Lebenspartner (55) der Frau den 19-Jährigen weggestoßen haben. Dieser soll wiederum eine Bierflasche auf den Gelsenkirchener geworfen und ihm anschließend ins Gesicht geschlagen haben. Gegen den bereits wegen Betruges und Einbruchdiebstahls bekannten jungen Mann wurde ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Männer traktieren auf Boden liegenden 23-Jährigen

Zu einem weiteren Gewalt-Vorfall kam es Samstagnacht (20.7.), als zwei Männer auf einen am Boden liegenden 23-Jährigen eingeschlagen haben sollen. Ein 19-Jähriger flüchtete, als er die Bundespolizisten bemerkte, sein 18-Jähriger Begleiter stellte sich den Einsatzkräften in den Weg, heißt es im Bericht der Polizisten.

Schließlich konnten beide Tatverdächtigen von der Polizei gefasst und auf die Wache gebracht werden. Bei dem 19-Jährigen fanden die Polizisten ein verbotenes Einhandmesser, mehrere Strafverfahren, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, wurden eingeleitet.

Beziehungsstreit falsch eingeschätzt

Auch am Sonntag hatte die Bundespolizei alle Hände voll zu tun. So schätzten zwei Männer offenbar einen Beziehungsstreit am Dortmunder Hauptbahnhof falsch ein. Laut Polizei stritt sich eine 20-jährige Bochumerin mit ihrem 22-jährigen Freund aus Recklinghausen lautstark.

Als der junge Mann seine Freundin am Arm griff, mischten sich zwei unbeteiligte Männer ein – und attackierten den 22-Jährigen. Einer der beiden hielt den Mann fest, der andere schlug auf ihn ein, so die Bundespolizei. Der 22-Jährige musste wegen einer Platzwunde im Krankenhaus behandelt werden.

Mann zieht in RRX mehrmals blank

Am Sonntagabend war für die Bundespolizisten keine Besserung in Sicht: Als ein 24-jähriger Bahnmitarbeiter im RRX einen 20-Jährigen beim Schwarzfahren erwischte, schlug dieser zunächst mit der Faust zu.

Im Anschluss zeigte der Mann gleich dreimal seinen Penis verschiedenen Reisenden im Zug, so Zeugen des Vorfalls. Am Hauptbahnhof nahmen die Bundespolizisten den alkoholisierten Mann fest. 1,2 Promille hatte er im Blut. Nach erfolgreicher Ausnüchterung durfte er später die Wache wieder verlassen.

Bundespolizist rassistisch beleidigt

Ein anderer Vorfall ereignete sich am Samstagabend um 23:50 Uhr, als ein 24-Jähriger aus Herne versuchte, in der Bahnhofshalle durch eine Lücke zwischen zwei Bundespolizisten zu laufen. Der Mann stürzte und schrie die Bundespolizisten lautstark an.

Unter anderem soll er einen der Polizisten rassistisch beleidigt haben, angeblich mit den Worten: "Du bist doch ein Ausländer, du bist ein Nafri". Der 24-Jährige stellte bei der Dortmunder Polizei Strafanzeige wegen Körperverletzung. Die Bundespolizei leitete ihrerseits ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung ein.

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