Schienen der U47 als Sturzfalle: Schwere Stürze von Radfahrern auf der Marsbruchstraße

dzKritik an Radwegführung

Die Schienen der Stadtbahn und schmale Fahrradreifen - das passt nicht zueinander. Am südlichen Ende der Marsbruchstraße ist dieses Zusammentreffen aber oft unumgänglich. Mit bösen Folgen.

Aplerbeck

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Thema ist nicht neu: die verwirrende oder teilweise fehlende Beschilderung des Radweges an der Marsbruchstraße in Höhe der Schürbankstraße. Die Folge ist, dass Radfahrer, die aus Richtung Norden kommen, oftmals auf der Marsbruchbruchstraße landen und dann in Höhe des Restaurants Kroatia mit den Schienen der U 47 in Kontakt kommen. Die Folge sind böse Stürze.

Das Problem an dieser Stelle der Marsbruchstraße: Die Schienen laufen in einem so unglücklichen Winkel zur Fahrbahn, dass sich die Reifen der Fahrräder darin verheddern. Schon im 2017 hatten Politiker und Bürger auf die Situation hingewiesen. Auslöser war ein schlimmer Sturz einer Schülerin, der aber noch halbwegs glimpflich abging. Prellungen und Schürfwunden am ganzen Körper, aber zum Glück keine Knochenbrüche.

Überfahrwinkel soll abgemindert werden

Die Grünen in der Bezirksvertretung Aplerbeck nahmen sich der Sache an. Im April 2018 gab es einen Antrag, in dem die Verwaltung noch einmal gebeten wurde, die Beschilderung der Radwege im südlichen Bereich der Marsbruchstraße zu verbessern. Auch der ADFC setzt sich für eine bessere Beschilderung ein und machte im August 2018 den Vorschlag, in Höhe des Hauses Marsbruchstraße 60 ein Schild mit einem Rechtsabbiegerpfeil für Radfahrer anzubringen. Damit sollte zumindest der „Überfahrwinkel“ über die Schienen so abgemildert werden, dass es nicht mehr zu Stürzen kommt.

Schienen der U47 als Sturzfalle: Schwere Stürze von Radfahrern auf der Marsbruchstraße

Ein Schild soll vermeiden, dass die Radfahrer immer wieder in die Schienen geraten. Viel geholfen hat es noch nicht. © Jörg Bauerfeld

Knapp ein Jahr später ist das Schild auch endlich montiert. Große Wirkung wird damit aber nicht erzielt. Weiterhin kommt es zu schweren Stürzen. „Teilweise stürzen hier zwei, bis drei Radfahrer am Tag“, sagt Kresimir Covic, Pächter des Restaurants Kroatia. Allein am Sonntag (16. 6.) waren es wieder zwei schwere Stürze genau vor der Eingangstür.

Das Problem ist, dass die gestürzten Radfahrer ihre Verletzungen nicht öffentlich melden - an wen auch. So gab die Stadt Dortmund schon Ende 2017 bekannt, dass es sich an der Marsbruchstraße nicht um einen Unfallschwerpunkt handele - und es somit auch kein Grund für größere Umbaumaßnahmen gebe.

Ein Radweg mit roter Farbe abgrenzen

Aber was tun? Eine Fahrradspur, die sich mit roter Farbe von der Fahrbahn abhebt, wäre ein guter Anfang. Vor allem für die Radfahrer, die aus der Schürbankstraße in Richtung Aplerbeck fahren, wäre das eine Option. Auch die Radfahrer, die sich auf die Marsbruchstraße verirrt haben und in Richtung Süden fahren, könnte der aufgemalte Radweg eine gewisse Sicherheit geben.

Vor einem Monat kam Anja Ludwig hier zu Sturz. Sie wollte von der Schürbankstraße aus die Schienen queren, kam hinein und stürzte. „Man kommt unweigerlich in die Schienen, denn man muss die Marsbruchstraße queren, um auf den Fahrradweg in Richtung Aplerbeck zu kommen.“ Prellungen und ein dicker Fuß waren die Rechnung für die Begegnung mit den Schienen.

Kein Herz für Radfahrer

Benjamin Beckmann, Mitglied der Grünen in der Bezirksvertretung, kann hier nur den Kopf schütteln: „Es ist nicht hinnehmbar, dass die Verwaltung in schöner Regelmäßigkeit die Förderung des Radverkehrs propagiert, aber nicht in der Lage ist, gefährliche Stellen zu entschärfen, und dadurch Radfahrerinnen und Radfahrer vor Verletzungen zu schützen.“ Im städtischen „masterplan mobilität 2030“, der von der Bezirksvertretung empfohlen und vom Rat der Stadt beschlossen wurde, sei das Ziel festgeschrieben, eine fuß- und radverkehrsfreundliche Mobilitätskultur zu entwickeln. Das funktioniere an der Marsbruchstraße überhaupt nicht.

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