„Scheiß-Ausländerin“: Mitarbeiter der DRK-Flüchtlingshilfe beleidigt Frau wegen Parkplatz

dzAmtsgericht

Wegen eines zugeparkten Autos ist ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes ausgerastet. Obwohl die kopftuchtragende Frau ihren Wagen wegfahren wollte, beleidigte er sie massiv. Und das wurde teuer.

Klinikviertel

, 05.11.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein früherer Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes Dortmund (DRK) hat sich vor dem Amtsgericht Dortmund verantworten müssen, weil er bei einem Parkplatz-Streit komplett ausfallend geworden war. Der Fall hat Brisanz – und er wurde teuer für den Angeklagten: Das Gericht verurteilte den Mann am 28. Oktober zu einer Geldstrafe von 2500 Euro.

Am 12. Juni 2019 wurde der Mann, bis dahin Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe des Deutschen Roten Kreuzes, auf dem Parkplatz des DRK-Hauptgebäudes an der Beurhausstraße zugeparkt. Das geht aus dem rechtskräftigen Strafbefehl hervor, in dem der Angeklagte direkt angesprochen wird.

„Auf dem dortigen Parkplatz hatten Sie Ihr Fahrzeug abgestellt, welches von dem Pkw der Zeugin A.-A., welche ebenfalls einen beruflichen Termin im Haus des DRK hatte und die keinen anderen Parkplatz gefunden hatte, zugestellt wurde“, heißt es dort.

„Scheiß-Ausländerin“: Mitarbeiter der DRK-Flüchtlingshilfe beleidigt Frau wegen Parkplatz

Weil er zugeparkt wurde, rastete ein DRK-Mitarbeiter aus - und beleidigte eine Frau. © Martina Niehaus

Die Autofahrerin hatte einen Termin im DRK-Gebäude und ließ ihre Nichte am Wagen zurück, damit sie ihr Bescheid sagen könne, falls jemand wegfahren wolle. Doch der Angeklagte wollte nicht warten. Er ging zum Pförtner und fragte, „ob eine Migrantin das Gebäude betreten habe“. Als schließlich die Fahrerin des Wagens kam, um ihr Auto zu versetzen, habe er sie als „Scheiß-Ausländerin“ bezeichnet.

„Zu doof“ zum Autofahren?

Weiter heißt es in der Urteilsbegründung: „Sie fragten sie, ob sie zu doof zum Autofahren wäre. Weiterhin äußerten Sie, dass die Zeugin glaube, sich mit ihrem Kopftuch alles erlauben zu können.“

Wegen Beleidigung wurde der Mann deshalb gemäß der Paragrafen 185 und 194 StGB zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen in Höhe von je 50 Euro, also einer Gesamtstrafe von 2500 Euro, verurteilt. Gegen die Strafe hatte er zunächst Einspruch eingelegt, diesen dann jedoch in der Hauptverhandlung zurückgenommen. Der Strafbefehl ist damit rechtskräftig, wie ein Gerichtssprecher mitgeteilt hat.

Umstände sind dem DRK besonders unangenehm

DRK-Kreisgeschäftsführer Frank Ortmann bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion ebenfalls, dass der Mann Mitarbeiter des DRK war – die Betonung liegt dabei auf „war“. Denn der Mann, der „im administrativen Bereich“ der Flüchtlingshilfe tätig war, sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend „widerruflich freigestellt“ worden.

„Solche Beleidigungen sind mit den Grundsätzen des DRK nicht vereinbar“, sagt Ortmann. Bereits vor der Verkündung des rechtskräftigen Urteils habe man den Mitarbeiter deshalb freigestellt.

„Scheiß-Ausländerin“: Mitarbeiter der DRK-Flüchtlingshilfe beleidigt Frau wegen Parkplatz

Frank Ortmann ist Kreis-Geschäftsführer des DRK Dortmund © Foto: Oliver Schaper (Archiv)

Dass der Verurteilte ausgerechnet in der Flüchtlingshilfe tätig war, ist für die Geschäftsführung des DRK besonders unangenehm. „Wir behandeln alle Menschen gleich, unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion. Diese Grundsätze sind uns heilig“, betont Frank Ortmann.

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