Schauburg startet Aktionen und stellt Exit-Plan vor

dzWiedereröffnung nach Corona-Pause?

Die Corona-Krise bringt Kinos vor große Probleme: keine Filme, keine Gäste, keine Einnahmen. Die Schauburg lockt daher mit alternativen Aktionen und hofft, in Kürze wieder öffnen zu dürfen.

Dortmund

, 25.04.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Dortmunder Geschäfte freuen sich, dass sie nach den Lockerungen der Corona-Regeln seit Montag (20. April) wieder öffnen dürfen. Leer ausgegangen ist aber die Kulturbranche; Theater, Opernhäuser und Kinos sind weiterhin geschlossen. Das Dortmunder Lichtspiel und Kunsttheater Schauburg versucht daher, sich mit Alternativen fernab der Kinofilme finanziell über Wasser zu halten.

Seit Donnerstag (16.4.) verkauft die Schauburg alte Filmplakate und Banner über ihre Facebook-Seite. Aus einem Fotoalbum können Interessenten die Plakate ihrer Lieblings-Filme auswählen, sie per Mail bestellen und montags bis freitags zwischen 10.30 und 12.30 Uhr an der Schauburg in der Brückstraße abholen. DIN-A1-Plakate kosten zwischen fünf und zehn Euro, Banner zwischen 15 und 30 Euro – je nach Filmtitel.

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„Aus einem Teil der Einnahmen möchten wir nach der Wiedereröffnung nämlich eine Sonderfilmvorführung für sozial benachteiligte Personen veranstalten“, teilt die Schauburg in einer Pressemitteilung mit.

Kinofilme auf Abruf von Zuhause

Und die Schauburg lockt auch mit einer Aktion für Zuhause: Das Filmprogramm kann auf Abruf unter www.kino-on-demand.com abgerufen und vom eigenen Sofa aus geschaut werden.

Für jeden fünften Abruf erhält der Zuschauer einen 5-Euro-Kinogutschein, der nach der Wiedereröffnung in der Schauburg eingelöst werden kann. Und wie sieht es mit der Öffnung aus?

Wie die Welt berichtet, habe der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF), also der Interessenvertreter deutscher Kinos, nun der Regierung in Berlin einen Exit-Plan für den Weg aus der Corona-Krise vorgelegt. Es werden Hygienemaßnahmen vorgestellt, mit denen es möglich sei, die Kinos wieder zu öffnen. Damit wäre jedoch auch für die Kinos ein hoher Aufwand verbunden.

Beispielsweise würden sich die Kinos dazu verpflichten, Schutzscheiben an Kassen und Theken einzusetzen, Schutzmasken und Handschuhe für Mitarbeiter bereitzustellen und die Desinfektionsmaßnahmen zu steigern. Auch ist davon die Rede, dass die Betreiber Sitze in den Sälen freilassen würden, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Schauburg hat konkreten Exit-Plan

Wie viele Sitze in einem Saal frei bleiben müssen, ob es eine Maskenpflicht für Besucher gibt und wann mit der Wiedereröffnung begonnen werden kann, habe der HDF nicht beantwortet. Konkretere Antworten hatte jedoch Alexander Terzakis, Veranstaltungsleiter der Schauburg, auf Anfrage unserer Redaktion parat.

„Die Reihen in unseren Sälen sind recht flach. Deswegen müssen einige Sitze frei bleiben, am besten auch in den Reihen versetzt. Im großen Saal kommen wir dann vielleicht auf 40 bis 50 Zuschauer“ – von 159, sagt Terzakis. Ob das Kino den kleinen Saal mit insgesamt 100 Plätzen überhaupt öffnen könne, sei abzuwarten.

Seiner Meinung nach sollten alle Personen im Kino eine Schutzmaske tragen, auch Besucher: „Ich finde die Masken im Saal sinnvoll, selbst, wenn man in den Reihen versetzt sitzt.“ Schließlich könnten die Gäste durch Niesen oder Husten die Viren weiter verbreiten.

Öffnung „so schnell wie möglich“

Und die Öffnung? „Wir wollen natürlich so schnell wie möglich wieder öffnen, aber wir akzeptieren auch, dass das nur möglich ist, wenn es die gesundheitlichen Aspekte erlauben“, sagt Terzakis.

Das Kino habe bereits Vorkehrungen getroffen, um die Besucher schnellstmöglich wieder rein zu lassen, wenn es denn wieder erlaubt ist. Dazu zählt, dass bereits Schutzwände an den Kassen aufgebaut worden seien.

Terzakis‘ Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffung ist groß. Dennoch sieht er ein: „Wir müssen abwarten, wie die Infektionszahlen in zwei Wochen aussehen.“

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