Scharnhorster SPD-Politiker mögen den Auftritt des Grünen-Spitzenduos Habeck und Baerbock

dzSPD Scharnhorst

Mobilität, Sicherheit und Gemeinschaft sind die Eckpfeiler eines künftigen Programms der SPD Scharnhorst. Aus dem Europawahl-Ergebnis ziehen sie auch andere Lehren.

Scharnhorst

, 03.06.2019, 20:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für eine Analyse der Europawahl-Ergebnisse in Scharnhorst haben wir uns mit dem SPD-Stadtbezirksvorsitzenden Lars Wedekin und dem SPD-Stadtbezirks-Pressesprecher, Oliver Champignon, zusammengesetzt. Zur Erinnerung das Ergebnis im Stadtbezirk Scharnhorst: SPD: 28,85 %, CDU: 18,91 %, Grüne: 17,36 %, AfD: 13,72 %, FDP: 5,09 %, Linke: 4,89 %, Sonstige: 11,18 %.

Hallo Herr Wedekin, hallo Herr Champignon, was wundert Sie an diesem Ergebnis besonders?

Das gute Abschneiden der AfD. In einigen Wahllokalen, zum Beispiel in Scharnhorst-Ost, waren es knapp 20 Prozent.

Wie erklären Sie sich das?

Wenn wir das wüssten ... Eine einfache Antwort gibt es darauf sicherlich nicht. Eigentlich passt das auch gar nicht zu Scharnhorst mit seinem bunten Bevölkerungs-Gemisch. Obwohl: Eigentlich bekommen wir schon mit, dass die Menschen Vertrauen gerade zu uns als SPD haben.

Ich höre gelegentlich auch Stimmen, die sagen, dass die SPD-Politiker - speziell auch in Derne, wo wir dieses Interview führen - insgesamt wenig in Erscheinung treten.

Das kommt immer darauf an, über welche Kanäle man sich informiert. Wenn wir mit den Menschen sprechen, haben wir einen ganz anderen Eindruck. Und die Menschen sehen ja auch, dass es vorangeht. Die Sanierung der Altenderner Straße hat begonnen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Nun könnte man sagen: Die Sanierung der Altenderner Straße hat wenig mit Europa zu tun. Mit anderen Worten: Eigentlich spielt die Kommunalpolitik für Europa doch gar keine Rolle.

Das ist zu einfach. Es wäre fatal, wenn wir uns jetzt zurücklehnen würden und sagen: Ja gut, schade, aber damit haben wir nichts zu tun. Nein, wir müssen vor die Haustür gehen und den Menschen klarmachen, dass viele Errungenschaften eben ganz klar der SPD zu verdanken sind.

Dafür brauchen Sie Leute. Haben Sie die?

Es gibt schon einige engagierte SPD-Politiker, die jetzt nachgerückt sind. Olaf Schlienkamp vom SPD-Ortsverein Scharnhorst zum Beispiel oder Albina Klimmek in Lanstrop. Aber klar, wir könnten insgesamt noch mehr jüngere Leute integrieren. Vor zwei oder drei Jahren hatten wir einige. Leider sind manche weggezogen. Und was viele vergessen: Jüngere Leute sind in der Regel berufstätig. Kommunalpolitik ist aber ein Ehrenamt. Wer hat schon Zeit und Lust, die Montag-, Dienstag und Mittwoch-Nachmittage bei Sitzungen im Rathaus zu verbringen? Aber wir sind selbstkritisch: Vielleicht haben wir in der Vergangenheit das eine oder andere versäumt. Zum Beispiel waren ich noch nie auf einer Friday-for-future-Demo <sagt Lars Wedekin>. Den Klimaschutz-Gedanken verbinden die Leute eben ganz klar mit den Grünen. Man muss auch zugeben, dass Robert Habeck und Annalena Baerbock von den Grünen derzeit einen Super-Auftritt hinlegen <sagt Oliver Champignon>.

Besser als die SPD?

Na ja, bei uns besteht das Problem, dass vieles, was wir an Gutem tun, vom Groko-Brei verschluckt und uns gar nicht zugeschrieben wird.

Ist das ein Plädoyer für den Austritt aus der Groko?

Wir in Scharnhorst waren schon immer gegen die Beteiligung der SPD in der Groko. Viele Befürchtungen sind nun leider wahr geworden.

Zurück nach Scharnhorst. Wie geht‘s weiter?

Wir werden jetzt ein Wahlkampf-Programm für Scharnhorst erstellen, in dem die Punkte Mobilität, Sicherheit und Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielen. Weg mit dem LKW-Durchgangsverkehr, die Frage stellen, warum sich die Menschen unsicher fühlen, obwohl die Kriminalitätsrate zurückgeht, und Aktionen planen, die die Gemeinschaft stärken: vielleicht mit einem Fußballturnier an dem alle Bevölkerungsgruppen beteiligt sind.

Welches Ergebnis tippen Sie für die Kommunalwahl?

Mehr als 30 Prozent für die SPD sollten es in Scharnhorst schon sein.

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