Scharnhorst: Die Arbeiten am Lanstroper Ei sollen im Frühjahr weitergehen

dzZukunftscheck 2020

Zum Jahreswechsel picken wir für alle Stadtbezirke einige langfristige Projekte heraus und beurteilen ihre Aussicht auf Realisierung. Das Lanstroper Ei gehört in Scharnhorst dazu.

Scharnhorst, Husen, Grevel, Lanstrop

, 27.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

In unserem „Zukunftscheck 2020“ klopfen wir ab, welche langfristigen Projekte im Stadtbezirk Scharnhorst im neuen Jahr Aussicht haben, umgesetzt zu werden. Dazu haben wir uns sechs Themen herausgepickt. Unser wichtigster Gesprächspartner war Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny (82):

Haus Wenge:

Beim Haus Wenge in Lanstrop stehe der Öffnung des Hauses für öffentliche Veranstaltungen fast nichts mehr im Wege, sagt Heinz Pasterny. In der zweiten Januarwoche beginnen die Arbeiten zur Installation des von der Feuerwehr geforderten zweiten Fluchtweges, für den der Denkmalschutz inzwischen sein Okay gegeben habe.

Im Parterre werde dazu eine zusätzliche Außentreppe angebracht, im ersten Stock ist es ein großes aufklappbares Fenster, an das eine Rettungsleiter gelehnt werden kann. Die Arbeiten sollen vier Monate dauern. Insofern könne das Haus Wenge ab Mai freigegeben werden.

Öffentliche Veranstaltungen wie Ausstellungen und Konzerte, aber auch Trauungen könnten dort stattfinden. Heinz Pasterny sagt: „Ich bin zuversichtlich, dass das was wird. Und wenn es erst im Juni geschieht, bin ich auch zufrieden.“

Die Einschätzung unseres Reporters: „Ich habe gerade beim Haus Wenge schon über (zu) viele Verzögerungen berichtet und bin deshalb vorsichtig. Aber auch ich bin optimistisch, dass es in 2020 endlich klappt.“

Scharnhorst: Die Arbeiten am Lanstroper Ei sollen im Frühjahr weitergehen

Das Haus Wenge bei einer Adventsaktion 2018. Im Jahr 2020 soll es endlich auch von innen öffentlich nutzbar sein. © Oliver Schaper (A)

Sport:

Unzufrieden ist Heinz Pasterny mit der Fläche zwischen Gesamtschule Scharnhorst und Buschei-Grundschule in Scharnhorst-Ost. Dort befinden sich einige Gummisportplätze, die von der Gesamtschule genutzt werden und in einem schlechten Zustand sind. Der Belag wellt sich.

Fast schon ein Kuriosum in der heutigen Zeit ist der Aschenplatz von FV Scharnhorst dahinter. Es sei dringend erforderlich, ihn in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln, so Heinz Pasterny. Es gebe nun ein Landesprogramm „Moderne Sportstätten 2022“. Er hoffe, dass der gesamte Bereich aus Geldern daraus ertüchtigt werden könne.

Die Einschätzung unseres Reporters: „Ich weiß zwar nicht, ob die Umsetzung schon 2020 klappt, aber in einem der wohl bevölkerungsreichsten Stadtteile Dortmunds mit seinen vielen Kindern, nämlich Scharnhorst-Ost, ist es schlicht nicht einzusehen, warum ausgerechnet dort der Fußballplatz bisher keinen Kunstrasen erhalten hat.“

Scharnhorst: Die Arbeiten am Lanstroper Ei sollen im Frühjahr weitergehen

Ein Kuriosum: Der FV Scharnhorst spielt auch 2020 immer noch auf einem Aschenplatz. © Andreas Schröter

Lanstroper Ei:

Im Frühjahr, wenn das Wetter besser ist, sollen die Arbeiten zur Restaurierung des Lanstroper Eis weitergehen, sagt Bruno Schreurs vom Förderverein Lanstroper Ei. Beharrlichkeit sei bei diesem Projekt eine wichtige Tugend. Vom ersten Bauabschnitt, dem Trägergerüst, sei inzwischen ein Viertel fertig.

Er hoffe, dass nun auch die restlichen drei Viertel zügig folgen. Dann jedoch wäre erst der erste Bauabschnitt geschafft. Das Ei selbst, also der Wasserbehälter, gehört zum zweiten Bauabschnitt. Wann der in Angriff genommen wird, steht in den Sternen. Er habe sich abgewöhnt, bei diesem Projekt zeitliche Prognosen abzugeben, so Schreurs.

Die Einschätzung unseres Reporters: Es mag ja sein, dass die Arbeiten 2020 weitergehen, aber den Anblick des eingerüsteten Eis werden wir noch viele Jahre genießen oder eben nicht genießen können – je nach Geschmack.

Scharnhorst: Die Arbeiten am Lanstroper Ei sollen im Frühjahr weitergehen

Heinz Pasterny hofft auf eine Fortsetzung der Arbeiten am Lanstroper Ei – und auf den Fortschritt bei anderen Scharnhorster Projekten. © Andreas Schröter

Lanstroper Straße:

Die Lanstroper Straße ist in einem schlechten Zustand und muss dringend saniert werden. Er habe immer gedacht, so Pasterny: „Wenn die Straße so schlecht ist, nutzen sie auch weniger Autofahrer.“ Das jedoch scheint nicht zu stimmen.

Die Anwohner beklagen sich darüber, dass vor allem schwere Lkw trotz des schlechten Fahrbahnzustandes mit unverminderter Geschwindigkeit über die Straße brettern und sie damit weiter verschlechtern. Die Maßnahme stehe im städtischen Straßenbauprogramm 2020. Von daher sei er zuversichtlich, dass sich da etwas tue.

Die Einschätzung unseres Reporters: „Wenn etwas im Bauplan steht, heißt das noch lange nicht, dass es auch umgesetzt wird. Das Tiefbauamt klagt über zu wenig Personal. Ich bin skeptisch, ob das in 2020 was wird.“

Scharnhorst: Die Arbeiten am Lanstroper Ei sollen im Frühjahr weitergehen

In keinem guten Zustand ist seit Langem die Lanstroper Straße. © Andreas Schröter

Kreisverkehr Buschei/Flughafenstraße/Drosselweg:

Die Bauarbeiten zur Erfüllung dieses langjährigen Wunsches von Anwohnern und Politikern sollten eigentlich schon 2019 umgesetzt werden. Das blieb ein frommer Wunsch. Ebenso wie die Lanstroper Straße stehe aber auch das im Straßenbauprogramm für 2020, wie Heinz Pasterny sagt. Deshalb gehe er auch in diesem Fall davon aus, dass die Umsetzung auch tatsächlich im neuen Jahr erfolge.

Die Einschätzung unseres Reporters: siehe oben. Gerade Straßenbauprojekte neigen in Dortmund in den vergangenen Jahren dazu, sich elend lange hinzuziehen. Mich würde nicht wundern, wenn auch dieses in 2020 nichts wird.

Scharnhorst: Die Arbeiten am Lanstroper Ei sollen im Frühjahr weitergehen

Diese Kreuzung an Flughafenstraße, Buschei und Drosselweg soll seit vielen Jahren durch einen Kreisverkehr ersetzt werden. Passiert ist bislang nichts. © Andreas Schröter

Bahnübergang an der Husener Straße

Seit 1905 (!) existieren Pläne, die Bahnlinie an der Husener Straße zu untertunneln, um den dortigen Bahnübergang überflüssig zu machen. Heinz Pasterny: „Wenn dort die Schranke unten ist, muss man viel Geduld haben.“

Viele Husener sind der Ansicht, dass gerade diese Bahnlinie ihr Dorf in zwei Teile teilt, die kaum noch etwas miteinander zu tun haben. Hoffnung bezieht Heinz Pasterny daraus, dass die Stadt Dortmund ein Grundstück gekauft habe, das zur Umsetzung der Pläne wichtig sei.

Die Einschätzung unseres Reporters: „Ich muss laut Rentenbescheid noch zehn Jahre arbeiten und bin mir sehr sicher, dass ich die Untertunnelung in meinem beruflichen Leben nicht mehr erleben werde.“

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Ein Bild, das Husener kennen und fürchten: die heruntergelassene Schranke am Bahnübergang Husener Straße. © Andreas Schröter


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