Rote Zahlen: e-m-s muss sparen

DORTMUND Was waren das noch für Zeiten. Damals, als die DVD, die Vielseitige, noch alle Unterhaltungs-Rekorde brach – und bei e-m-s die Kassen klingeln ließ. Natürlich ziehen sich auch heute noch jede Menge Kinofans Spielfilme in ihrem Heimkino rein.

von Von Achim Roggendorf

, 24.04.2007, 14:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gleichwohl sind die digitalen Filmscheiben nicht mehr die Geldkuh, der Goldesel, die Gans, die goldene Eier legt. Der DVD-Boom hat sich merklich abgekühlt. Mit dem Speichermedium kann man zwar immer noch gutes Geld verdienen, aber eben nicht mehr so viel und vor allem nicht mehr so schnell. e-m-s bekommt das zurzeit schmerzlich zu spüren.

Der börsennotierte Vermarkter von Spielfilmen auf DVD sieht sich einem deutlichen verschärften Wettbewerb ausgesetzt. Jahrelang war das Medienunternehmen der Konkurrenz einen Schritt voraus – und verkaufte Filme „aus der zweiten Reihe“ für kleines Geld. Mittlerweile haben die Wettbewerber das „Erfolgsmodell“ e-m-s kopiert – und ebenfalls an der Preisschraube gedreht. Was e-m-s-Chef Werner Wirsing dabei besonders Bauchschmerzen bereitet: Medienkonzerne wie Warner und Universal verschachern auch kommerziell erfolgreiche Filme, was in der Branche zu einem dramatischen Preisverfall führte.

Kein Wunder also, dass e-m-s im letzten Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht ist. Schließlich ist der Geschäftsbereich „Home Entertainment“, der Vertrieb von DVDs und VHS-Kassetten, das „Brot- und Buttergeschäft“. Mit 6,7 Mio. Euro fiel das Minus aber nur deshalb so hoch aus, weil das Konzernergebnis durch „Abschreibungen und Zinsen auf Investitionen in die Zukunft und Wertberichtigung auf aktive latente Steuern“ belastet wurde.

Auch, wenn es bei e-m-s trotz einer Umsatzsteigerung um 5,7 Mio. auf 22,9 Mio Euro nicht rund läuft, müssen sich die 70 Mitarbeiter (noch) keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Fürs Erste sollen weitere Vertriebsanstrengungen unternommen und die Sachkosten erneut gekürzt werden.

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