Hoppla, was kommt denn da? Die wenigen Passanten staunten nicht schlecht, als am Mittwochvormittag zwei große Rolltreppen mitten auf dem Westenhellweg abgeladen wurden. © Stephan Schütze
Dortmunder City

Rolltreppen mitten auf dem Westenhellweg – Neueröffnung kündigt sich an

Es war ein imposantes Bild: zwei große Rolltreppen wurden am Mittwoch mitten auf dem Westenhellweg abgelegt. Der Einbau der Rolltreppen hat mit einer lang geplanten Neueröffnung zu tun.

Da hatte der Lockdown am Mittwochvormittag (3.2.) mal etwas Gutes: ohne den sonst vorhandenen Menschenstrom konnten nacheinander zwei große Rolltreppen mitten auf dem Westenhellweg in der Dortmunder City problemlos ausgebreitet werden.

Die beiden Rolltreppen sind für die Mayersche Buchhandlung und deren künftige Geschäftsräume bestimmt. In einigen Wochen zieht das Unternehmen dort ein, wo Ende vergangenen Jahres das Schuhgeschäft Roland ausgezogen ist. Man wechselt also am Westenhellweg einmal die Straßenseite.

‚Aber‘, werden Kunden des früheren Schuhhauses sagen, ‚es waren doch immer Rolltreppen in dem Geschäft!‘ „Das stimmt“, sagt Julia Benkel, die Sprecherin der Mayerschen, „das Ladenlokal verfügte über insgesamt vier Rolltreppen. Um Verkaufsfläche hinzuzugewinnen, wurde die Anzahl der Rolltreppen im Ladenlokal auf zwei reduziert.“

Die beiden verbleibenden Rolltreppen wurden im Zuge des Umbaus bei einer Spezialfirma wochenlang gründlich gewartet und aufgebessert.

Mayersche plant Neueröffnung im April

Aus Hannover wurden die jeweils fünf Tonnen schweren und generalüberholten Rolltreppen in der Nacht zu Mittwoch auf Sattelschleppern wieder zurück nach Dortmund transportiert. Um fünf Uhr in der Früh trafen sie in der City ein und die Monteure begannen mit den vorbereitenden Arbeiten.

Um sieben Uhr ging es dann los. „Das Rangieren durch den Haupteingang und der Einbau waren Maßarbeit. Es hat aber alles gut geklappt“, sagt Julia Benkel.

Für die Mayersche Buchhandlung ist die Installation der Rolltreppen, die in die erste und zweite Etage führen, ein Meilenstein auf dem Weg zur anvisierten Neueröffnung im Frühjahr.

„Wir freuen uns, dass sich etwas tut. Nach dem Lockdown werden wir zunächst wieder am alten Standort öffnen und hoffen, dass wir dann Mitte April unsere schöne, neue Buchhandlung eröffnen können“, sagt Julia Benkel.

Weil hier Maßarbeit erforderlich war, wurden die jeweils fünf Tonnen schweren Rolltreppen mit kleinen Spezialkränen durch den Haupteingang des früheren Schuhhauses Roland in Dortmund bugsiert
Weil hier Maßarbeit erforderlich war, wurden die jeweils fünf Tonnen schweren Rolltreppen mit kleinen Spezialkränen durch den Haupteingang des früheren Schuhhauses Roland bugsiert. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und den anhaltenden Lockdown wird sich der im vorigen Jahr mal für März angepeilte Umzug wohl nur um wenige Wochen verzögern.

„Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Dortmunder Kolleginnen und Kollegen“, so Julia Benkel, „werden dann in Eigenregie tausende Bücher nicht in Bücherkisten, sondern mit speziellen Rollwagen, über den Westenhellweg in die neuen Räume bringen.“

Mayersche kündigt neuartiges Ambiente an

Warum überhaupt dieser Aufwand? Warum wechselt die Mayersche Buchhandlung in das benachbarte, frühere Schuhhaus Roland? „Wir müssen uns neu aufstellen“, sagte Vertriebsdirektor Dennis Book im vergangenen Jahr.

Im Rahmen eines Pressegesprächs erklärte er, dass es in Zeiten des Onlinehandels keine Buchhandlung auf 3500 Quadratmetern mehr brauche. Eine Sortimentstiefe mit vielen Büchern zum gleichen Thema müsse nicht mehr präsentiert werden. Die Kundenerwartung habe sich da geändert.

„Wir werden unseren Kundinnen und Kunden auch weiterhin ein klassisches Vollsortiment bieten, aber eine punktuelle Fokussierung, zum Beispiel im Spielwarenbereich, vornehmen. Dafür reichen dann auch 1500 Quadratmeter, wie wir sie dann am neuen Standort haben“, sagt Julia Benkel.

Den Kunden kündigt sie eine Buchhandlung mit einer besonderen Aufenthaltsqualität, einer neuen Farbgestaltung und einer „Atmosphäre des Entdeckens“ an. „Die Buchhandlung wird ein komplett neues Erscheinungsbild erhalten, das es in der Region bisher noch nicht gibt.“

So wie längst nicht alle Bücher in die neuen Räume umziehen, werden auch nicht alle 35 Mitarbeiter in Dortmund weiterbeschäftigt. Trotz des Lockdowns und der Umsatzeinbußen in den vergangenen Monaten konnten für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits „interne Lösungen“ gefunden werden. Man versuche weiterhin, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sagt Julia Benkel.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
Zur Autorenseite
Peter Wulle

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.