Rocker erstochen: Bandidos-Mitglied gesteht - Dortmunder kann hoffen

Landgericht Essen

Ein Mitglied der Freeway-Riders wird erstochen. Die Spur führt zu den Bandidos. Nun hat es ein überraschendes Geständnis gegeben. Damit kann der Dortmunder Angeklagte wieder hoffen.

Essen/Dortmund

, 13.05.2020, 18:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der geständige Bandidos-Rocker aus Essen am Mittwoch vor Prozessbeginn neben seinem Verteidiger Burkhard Benecken (links).

Der geständige Bandidos-Rocker aus Essen am Mittwoch vor Prozessbeginn neben seinem Verteidiger Burkhard Benecken (links). © Werner von Braunschweig

Im Prozess um einen tödlichen Streit im Rockermilieu hat es am Mittwoch ein überraschendes Geständnis gegeben. Damit kann ein Dortmunder Mitglied der Bandidos wieder hoffen.

Der 25-Jährige soll dabei gewesen sein, als im Oktober 2018 in Gelsenkirchen ein Mitglied der Freeway-Riders erstochen wurde. Seit sieben Monaten muss er sich deshalb mit drei weiteren Bandidos in Essen vor Gericht verantworten. Bis jetzt haben alle zu den Vorwürfen geschwiegen.

Mitangeklagter übernimmt die alleinige Verantwortung

Nun will einer der Mitangeklagten die alleinige Verantwortung übernehmen. In einer von seinem Verteidiger Burkhard Benecken verlesenen Erklärung heißt es: „Ich habe Reiki getötet.“

Der 63-jährige „Reiki“ war von einem Clubabend gekommen, als er auf offener Straße niedergestochen wurde. „Ich war unheimlich aggressiv“, heißt es in der Erklärung des 24-jährigen Esseners. „Mir kam im Rausch der Gedanke, einfach mal einer beliebigen Person von den Freeway-Riders eine Ansage zu machen.“ Doch dann habe er im Gerangel zum Messer gegriffen.

„Ich bin bis heute zutiefst getroffen“, so der Angeklagte. „Ich habe das in keinster Weise gewollt.“ Schuld seien Alkohol und Kokain.

Der angeklagte Dortmunder und die anderen beiden mitangeklagten Bandidos sollen von der Tat nichts mitbekommen haben. Sie seien im Auto sogar einmal um den Block gefahren.

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