Jochen, der Rochen, kam nur kurz aus dem Sand im Aquarium des Dortmunder Zoos hervor. Meist liegt er tagsüber vergraben im Sand. © Bastian Pietsch
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Rochen Jochen ist nicht hässlich, aber sein Name hat einen Schönheitsfehler

Er sei möglicherweise das hässlichste Tierbaby Dortmunds, hatten wir gestichelt und als Wiedergutmachung die Namens-Patenschaft für den Mini-Rochen im Zoo übernommen – und lagen erneut daneben.

Das unscheinbare Rochenbaby, das am 27. November im Aquarium des Dortmunder Zoos geboren wurde, ist nicht hässlich. Vielleicht anfangs noch so etwas wie das berühmte kleine hässliche Entlein, das zum schönen Schwan wird; denn der kleine Fisch wird zum hübsch gepunkteten, dunklen Pfauenaugen-Stechrochen.

Weil die Redaktion derart zu Unrecht gegen den kleinen Mini-Rochen gestichelt hatte, wollte sie es im Nachhinein wiedergutmachen und hat die Namens-Patenschaft über das Nachwuchs-Tier im Amazonas-Haus übernommen.

Doch auch da ist uns ein kleiner Fauxpas passiert, wie sich aber erst im Nachhinein herausstellte. Weil es so unverwechselbar klingt, haben wir den kleinen Rochen Jochen getauft. Doch wie seine Tierpfleger jetzt an den Afterflossen erkannt haben, ist Jochen eine Sie. Macht aber nichts in diesen Genderzeiten.

Patenschaftsurkunde übergeben

Jochen steht jedenfalls auf der Patenschaftsurkunde, die Zoolotse Marcel Stawinoga am Montag (8. März) an die Redaktion übergeben hat.

Vor dem Rochen-Becken: Zoolotse Marcel Stawinoga und Redakteurin Gaby Kolle mit der Patenschaftsurkunde der RN-Stadtredaktion für Rochen Jochen.
Vor dem Rochen-Becken: Zoolotse Marcel Stawinoga und Redakteurin Gaby Kolle mit der Patenschaftsurkunde der RN-Stadtredaktion für Rochen Jochen. © Bastian Pietsch © Bastian Pietsch

Jochen hat jetzt wenigstens einen richtigen Namen. Seine Eltern, die seit 2013 im Dortmunder Zoo leben, werden von ihren Pflegern nur Herr und Frau Rochen genannt. Auch, wenn Jochen ein Einzelkind ist – um ihren Nachwuchs kümmern sich die Eltern nicht. Rochenbabys sind direkt nach ihrer Geburt auf sich allein gestellt.

Deshalb vergräbt sich Jochen tagsüber am liebsten mit schnellen Flossenbewegungen im Sand und wird erst im Schutz der Dämmerung aktiv – im Gegensatz zu seinen Eltern.

Keine Scheu gegenüber Pflegern

Die tellerförmigen Fische haben keine Scheu gegenüber Pflegern, untersuchen alles Neue in ihrem Becken mit Interesse, wobei besonders Frau Rochen auch aus der Hand frisst, wenn Pfleger Tobias Müller ihr und ihrer Familie zweimal in der Woche um 11 Uhr, einen Meeresfrüchte-Cocktail aus Muschelfleisch, Tauwürmern, kleinen Fischen, Mückenlarven und kleinen Krebstieren wie Garnelen ans und ins Becken kredenzt.

Trotzdem ist Vorsicht im Umgang mit Stechrochen geboten: wenn die Tiere sich erschrecken, reagieren sie blitzschnell. Ihr Stachel mit gesägten Rändern an der Oberseite ihres Schwanzes kann beim Zuschlagen tiefe, hässliche Wunden hervorrufen. Pfauenaugen-Stechrochen werden deshalb in ihrer südamerikanischen Heimat, im Amazonas, wegen ihres Gift-Stachels mehr gefürchtet als Piranhas.

Doch jetzt wird Jochen erst einmal zu einem schönen Pfauenaugen-Stechrochen. Seine Haut wird dunkel und die schon leicht gezeichneten Pfauenaugen werden weiße Punkte. Diese schöne Fleckenzeichnung unterscheidet sich wie der Fingerabdruck bei Menschen und bleibt zeitlebens unverändert – und so unverwechselbar wie Jochens Name.

Zoo Dortmund ab Mittwoch wieder geöffnet

Noch kein Publikum für Rochen Jochen

  • Der Zoo Dortmund öffnet nach dem Lockdown wieder ab Mittwoch, 10. März (mit Online-Anmeldung) von 10 bis 17.30 Uhr.
  • Allerdings wird man Rochen Jochen noch nicht besuchen können; denn die Tierhäuser und die begehbaren Gehege bleiben noch für Publikumsverkehr gesperrt.
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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