Riesiger Milch-Rückruf bei Aldi, Edeka und Co: So ist die Lage in den Dortmunder Läden

dzBakterien in der Milch

Schon wieder ein Lebensmittel-Skandal: Eine große Molkerei hat Bakterien in einer Milch-Sorte festgestellt, fast alle Supermärkte sind betroffen. Auch in Dortmund wurde die Milch verkauft.

Dortmund

, 11.10.2019, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine der größten deutschen Molkereien, das Deutsche Milchkontor (DMK), hat eine ganze Reihe von Milch-Produkten zurückgerufen. Die Milch, die das Kontor auch an zahlreiche Supermarkt-Ketten vertreibt, ist offenbar mit Bakterien belastet.

Betroffen ist fast jede Kette: Rewe, Edeka, Aldi, Metro, Kaufland, Lidl, Netto und Real tauchen in dem Rückruf auf, der am Freitagmorgen (11.10.) vom DMK veröffentlicht wurde. Die Supermärkte haben die 1,5-Prozent-Milch als ihre Eigenmarke verkauft. Je nach Kennzeichen und Mindesthaltbarkeitsdatum können die Produkte Durchfallerkrankungen verursachen.

Der zweite große Rückruf

Es ist schon die zweite große Rückruf-Aktion von Lebensmitteln innerhalb weniger Wochen. Erst vergangene Woche hat der Wurstwaren-Hersteller Wilke sein gesamtes Sortiment zurückgerufen, 1100 Produkte sind betroffen. Die Konsequenzen in Dortmund sind groß: Über 160 Betriebe wurden von Wilke beliefert.

Im Fall der bakteriell verseuchten Milch reagierten die Dortmunder am Freitag gelassen. „Bei uns haben sich bisher zwei Kunden informiert“, berichtet am Nachmittag Yannic Kurpjuhn, Marktleiter der Edeka-Filiale an der Märkischen Straße. Nur Milch-Packungen mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten und Kennzeichen sind betroffen - deswegen wollten die Kunden sichergehen.

Aussortieren mussten Kurpjuhn und seine Kollegen nicht im eigenen Kühlregal. Betroffen ist nur Milch, die in Kürze abläuft. Die vergleichsweise „alten“ Artikel waren schon ausverkauft, so Kurpjuhn.

Wenige Kunden sind besorgt

Auch im Netto-Markt am Burgwall war die potenziell belastete Milch nicht mehr vorrätig. Kunden hätten sich dort noch nicht gemeldet, erzählt ein Mitarbeiter. Es gibt jedoch einen Aushang, der Kunden über den Rückruf informiert.

Von großer Aufregung und Sorge kann in Dortmund also keine Rede sein. Im Rewe an der Kaiserstraße spricht eine Mitarbeiterin von zwei Kundennachfragen, die Dortmunder Verbraucherzentrale wurde am Freitag einmal in der Sache kontaktiert. Das erklärt Helen Schulte-Bories, Leiterin der Verbraucherzentrale, auf Nachfrage.

Molkerei gibt sich transparent

Im Vergleich zum Wilke-Skandal ist die Lage jedoch auch relativ klar. Im Wilke-Fall ist bis jetzt weitgehend offen, wen die hessische Firma genau beliefert hat und wie viele Produkte noch im Umlauf sind. Auch die Stadt Dortmund nennt dazu keine Details.

Das DMK, von dem die belastete Milch stammt, war bei seinen Vertriebswegen jedoch von Anfang an transparent. Bereits in der ersten Mitteilung vom Freitagmorgen sind nicht nur die betroffenen Produkte, sondern auch die involvierten Supermärkte aufgelistet.

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