Auf der Stadtkrone Ost sollen in vorderster Reihe nun auch die letzten freien Grundstücke bebaut werden. © Beushausen
Stadtkrone Ost

Riesenbauten an der B1: ADAC-Gebäude bekommt Nachbarn

Noch steht das ADAC-Gebäude auf der Stadtkrone Ost allein in vorderster Reihe. Nicht mehr lange: Dort sind drei Neubauten geplant, die Baulücken schließen. Die Stadt wäre ein großes Problem los.

Der ADAC-Hauptsitz an der Freie-Vogel-Straße auf der Stadtkrone Ost bekommt Nachbarn. Bis auf ein Grundstück direkt neben dem ADAC sind inzwischen sämtliche Flächen auf der Stadtkrone Ost verkauft. Und selbst für die letzte, noch unverkaufte Parzelle neben dem ADAC-Gebäude gibt es einen heißen Interessenten.

„Ich gehe davon aus, dass wir den Kaufvertrag in Kürze abschließen können“, sagt Ludger Schürholz, Geschäftsführer der Stadtkrone Ost Entwicklungsgesellschaft.

Mitunterzeichner des Vertrages soll Harpen werden. Die Harpen Immobilien GmbH will auf dem gut 13.000 Quadratmeter großen Grundstück zwei sechs-geschossige Bürogebäude inklusive einer Tiefgarage bauen. Geplant sind zwei U-förmige Baukörper mit einer Gesamtfläche von rund 21.000 Quadratmetern – zuzüglich rund 7500 Quadratmeter im Untergeschoss.

Auf der Fläche neben dem ADAC-Gebäude (hinten) will Harpen Immobilien zwei Bürogebäude hochziehen. © Beushausen © Beushausen

Und es geht weiter: Westlich des Harpen-Neubaus (zwischen ADAC und Tiranaweg) soll sich ein weiteres Projekt anschließen. Ein Investor, der noch nicht genannt sein möchte, plant dort ebenfalls ein sechs-geschossiges Bürogebäude. Das Grundstück ist rund 8000 Quadratmeter groß und an den Bauherrn bereits verkauft.

Bauprojekte sorgen für Lärmschutz

Das dritte – und vielleicht größte Bauprojekt – stemmt die Continentale-Versicherung. Sie will u.a. ihr Domizil an der Ruhrallee aufgeben und westlich des Tiranawegs auf der Stadtkrone Ost ihre neue Hauptverwaltung bauen.

Auf dem rund 23.000 Quadratmeter großen Grundstück soll ein Büroensemble entstehen, in dem die Continentale nach den zuletzt vorgestellten Plänen rund 1600 Mitarbeiter konzentrieren will.

Alle Bauvorhaben haben eine hohe Bedeutung. Für die Stadtkrone Ost selbst, aber eben auch für die Stadt Dortmund. Mit ihnen würden nun auch die vorderste Reihe entlang der Freie-Vogel-Straße bebaut – und alle Anforderungen an den Lärmschutz für die dahinter liegenden Gebäude erfüllt.

„Alle Projekte sind in ihrer Art der Bebauung, in ihrer Höhe und Breite darauf dimensioniert“, sagt Schürholz von der Entwicklungsgesellschaft. Das sei in den Verträgen festgehalten.

Werden Lärmschutzwände überflüssig?

Die Lärmschutz-Wirkung der Bauten sei gutachterlich bestätigt und dieses Gutachten an die Stadt weitergereicht worden. Planungsdezernent Ludger Wilde dürfte sich freuen: Das Papier könnte für die Stadt der Schlüssel sein, ein leidiges Thema ein für allemal vom Tisch zu bekommen: die Frage der Lärmschutzwände.

Im Zuge des B1-Ausbaus zur Autobahn A40 von der Anschlussstelle B236 bis zum Autobahnkreuz Unna hatte Straßen.NRW drei bis fünf Meter hohe Lärmschutzwände entlang der Stadtkrone Ost vorgesehen. Die Stadt war wenig amüsiert über die Idee, eine Büromeile mit repräsentativen Neubauten hinter solchen Wänden zu verstecken – und lief Sturm.

Ausbaupläne sehen weiter Tempo 130 vor

Am Ende gab es einen Kompromiss: Der Ausbau der B1 auf sechs Fahrspuren, unterteilt in drei Abschnitte, startet im östlichen Verlauf. Das Teilstück entlang der Stadtkrone Ost wird zuletzt bearbeitet. Das gibt der Stadt Zeit, Investoren für Neubauten zu finden, die Lärmschutzfunktionen übernehmen und Wände überflüssig machen.

Das ist nun gelungen. Zuständig für den Ausbau ist die Deges, die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und – bau GmbH. Mit ihr müsste sich die Verwaltung ins Benehmen setzen. Was aber noch nicht passiert ist. „Auf uns ist die Stadt Dortmund noch nicht zugekommen“, sagt Simone Döll, Sprecherin der Deges-Niederlassung in Düsseldorf auf Anfrage. Das soll in Kürze geschehen. „Bis Ende des Frühjahrs wollen wir uns erklären“, sagt Planungsdezernent Wilde.

Als Basis für die Berechnung der Höhe der Lärmschutzwände war damals eine Geschwindigkeit von Tempo 130 herangezogen worden – was viele für unrealistisch hielten. „Stand heute“, so die Deges-Sprecherin, „soll es dabei bleiben.“

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Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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