Riesen-Deal bei „Bares für Rares“: So viel ist das Bild der Dortmunderin wirklich wert

dz„Bares für Rares“

Eine Dortmunderin hat in der ZDF-Show „Bares für Rares“ ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert verkauft. War der Preis fair? Wir haben einen Kunst-Experten gefragt.

Dortmund

, 19.07.2019 / Lesedauer: 3 min

„Ein wunderschönes Gemälde, das Sie uns da mitgebracht haben.“ Das war die erste Reaktion von Julian Schmitz-Avila, Kunsthändler aus Rheinland-Pfalz, als er das Öl-Gemälde von Ingeborg Dose das erste Mal sah.

Die Dortmunderin bot das Bild, ein Erbstück, in der Trödel-Show „Bares für Rares“ an, die am Mittwochabend im ZDF ausgestrahlt wurde. Julian Schmitz-Avila war es, der das Bild schließlich kaufte - für 9000 Euro. Eine Summe, die zu den höchsten gehört, die in der Sendung bisher ausgezahlt wurde.

Für Schmitz-Avila lag sie über, für Ingeborg Dose unter der Schmerzgrenze. Der Händler wollte 8000 Euro ausgeben, Dose mindestens 10.000 Euro für das Bild bekommen. Die beiden trafen sich schließlich in der Mitte.

Doch hat Ingeborg Dose damit ein gutes Geschäft gemacht?

Laut dem Kunst-Experten Albert Maier, der das Gemälde in der Sendung in Augenschein nahm, könnte das Bild von Frans Francken, dem Jüngeren, stammen, einem flämischen Barock-Maler. Maier schätzte, dass das Bild 1620 gemalt wurde. Mit Sicherheit sagen konnte er das jedoch nicht.

Sicher ist hingegen, dass das Bild zwei Einschusslöcher hat, die restauriert wurden. Auch hat es eine neue Parkettierung erhalten – eine Technik, bei der Holzteile zur Stabilisierung hinten am Bild angebracht werden. Laut Maier zwei Wermutstropfen, die den Wert schmälern.

Riesen-Deal bei „Bares für Rares“: So viel ist das Bild der Dortmunderin wirklich wert

Das Öl-Gemälde von Ingeborg Dose stammt mutmaßlich aus dem 17. Jahrhundert. © Screenshot ZDF

Auch im Dortmunder Museum für Kunst- und Kulturgeschichte (MKK) hängt ein Bild von Frans Francken Junior, auch dessen Vater, Frans Francken, der Ältere, ist in der Sammlung vertreten.

„Auf den ersten Blick würde ich auch sagen, dass das Bild von Frau Dose von Frans Francken, dem Jüngeren, ist“, sagt MKK-Sammlungsleiter Dr. Christian Walda. Und: „Mit 9000 Euro hat der Käufer ein sehr gutes Geschäft gemacht.“ So zumindest seine Einschätzung.

Bis zu 60.000 Euro für Francken-Bilder

Was im Umkehrschluss heißt: Für Ingeborg Dose wäre durchaus eine höhere Summe drin gewesen, laut Walda im fünfstelligen Bereich. Vergleichbare Objekte vom Künstler hätten auf dem Kunstmarkt in Einzelfällen bis zu 60.000 Euro erzielt.

Er schickt jedoch hinterher, dass Kunstpreise in der Regel schwer zu bestimmen seien. Wie viel ein Kunstwerk wert ist, hat - anders als beispielsweise bei Schmuck - in der Regel nichts mit einem materiellen Gegenwert zu tun. Es sei deshalb nicht ohne weiteres möglich, einen idealen Preis für das Öl-Gemälde von Ingeborg Dose festzulegen.

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